Howdy und ein herzliches Willkommen
Howdy und ein herzliches Willkommen

Kanada 2007 - leider im Netz nicht mehr verfügbar. Bei Interesse bitte Kontakt aufnehmen!

2011 - Wenn einer eine Reise tut,

dann kann er was erzählen... Machen wir gern. Wir sind der Meinung, dass einer erfolgreich werdenden Reise eine gute Planung voraus geht - besonders, wenn es sich um Kanada handelt! Oft hören wir "Wow, ihr könnt euch was leisten..." Das ist nur insofern richtig, dass wir uns Kanada tatsächlich leisten, jedoch eben nur alle 3 bis 4 Jahre; die Jahre dazwischen verzichten wir auf Urlaubsreisen. Nun bleibt es eine Milchmädchenrechnung, wann man sich mehr leistet, wenn man jedes Jahr für 2 oder 3 Wochen in den Urlaub fliegt. 2011 haben wir jeder ca. 2.500 € mit allem Drum und Dran - sprich: Flug, Hotelübernachtung, Wohnmobil, Campgrounds, Verpflegung und Getränke, Parkgebühren und Eintrittsgelder sowie Kraftstoff - ausgegeben. Kommt nur noch das hinzu, was man allein für sich für Klamotten etc. aufbringen möchte.              So, aber damit eben diese seltenen 3 Wochen für uns auch wirklich schön und unvergesslich werden, arbeiten wir uns eine Reiseroute aus. Neben Wochentag und Datum - das ist sehr wichtig; ihr glaubt gar nicht, wie schnell man diese Orientierung verlieren kann! - die Übernachtungsmöglichkeit, welche gleichzeitig auch Tagesziel ist, sowie die Aktitäten, die man auf dem Weg mitnehmen möchte. Grob nach Karte ausgerechnet stehen dann noch die Kilometer daneben; allein um zu sehen, wie lang so ein Tagesritt wird - maximal um die 300 km pro Tag empfehlen wir, sonst hetzt man nur auf Highways/Roads umher. Und natürlich auch um zu sehen, wieviel Freikilometer möchte man buchen. Dieser Aspekt zeigt, dass eine Grobplanung sinnvoll ist, bevor man die Reise bucht. Obwohl ich dieses Jahr schon bei der Grobplanung 3.205 km ausgerechnet hatte (die anderen fünf Reisen habe ich immer um 3.200 km verbraucht), versäumte ich bei der Buchung, noch zusätzlich 200 km zu nehmen. Ein Zubuchen im Vorfeld wird immer preiswerter als vor Ort nachzahlen!             Das Grundkonzept steht, die Reise ist gebucht, 'ne erste Anzahlung ist getan... jetzt vergehen erst mal ein paar Wochen ohne jegliche Aktivitäten. Ab und an werden aus dem Netz für die eine oder andere "Sehenswürdigkeit", die uns noch nicht so bekannt ist, Informationen, z. B. aus anderen Reiseberichten, gegoogelt und somit unsere Reiseroute immer detaillierter vervollständigt. Gut 2 Monate vor Abflug beginnen wir auch, uns auf einem Zettel zu notieren, was unbedingt aus Deutschland mit über den Teich in Reisetaschen verstaut werden muss. Das fängt an bei einem ordentlichen Küchenmesser über eine Axt bis hin zur kleinen Reiseapotheke. Weil die alkoholischen Getränke in Kanada wesentlich preisintensiver als in Deutschland sind - gleichfalls die Zigaretten - versteht es sich von selbst, die erlaubten Mengen mit ins Gepäck zu nehmen. Dieses Jahr erschien uns sehr wichtig, mit nachfolgenden Dingen den Boden unserer Reisetasche auszufüllen: Alufolie, Kohlenanzünder, Küchenmesser und Sparschäler, Teelichter und Streichhölzer, Reiseapotheke, Taschentücher, 8 bis 10 Wäscheklammern (vorzugsweise aus Holz!), Gummi- und Arbeitshandschuhe; aus unserem "Amway-Bestand" Instantkaffee und Getränkepulver - dies macht sich besonders gut, da wir darauf verzichten konnten, die sehr süßen, geschmacksverstärkten, bunten "Säfte" dort zu kaufen, was nicht nur kosten-, sondern auch sehr platzsparend ist - sowie 1 Päckchen Spaghetti. Die sowieso notwendigen Badelatschen, das Fotostativ, je 'ne Fleecedecke und der Schlafsack "ebneten" den Boden ein.            Ich empfehle sehr, einen Schlafsack mitzunehmen! 2007 taten wir es nicht und meinten, unsere Kuschelbettwäsche ist auch schön warm... Pustekuchen! Gefroren haben wir. Ergo: der Schlafsack muss mit! Zusätzlich nahmen wir noch leichte Fleecedecken mit, die gleichfalls guten Dienst tun, wenn man am Lagerfeuer sitzt.               Weil wir 2005 einen recht verregneten Aufenthalt in Alberta und BC erlebten, nahmen wir eine Plane mit. Nun, die muss nicht unbedingt sein und kann beim nächsten Mal entbehrt werden. Eine Axt hatten wir bei der Vorreise noch bei Freunden deponiert, so dass sie dieses Jahr nicht verstaut werden brauchte (nur auf der Rückreise). Wie die Küchenmesser sind meistens auch die Äxte vor Ort nicht sehr tauglich, deshalb "schleppen" wir die mit. Handtücher brauchen nicht eingepackt zu werden, da die Kits immer gut ausgestattet sind. Es empfiehlt sich natürlich, die Spirituosen (meist in Glasflaschen befindlich) flugsicher zu verpacken. Wir wickeln sie hierzu in "alte" Handtücher, dann in einen Müllbeutel, noch ein "entbehrliches" Handtuch und noch ein Müllbeutel. Drei Fliegen mit einer Klappe: man hat sofort Mülltüten, Tücher... für was auch immer und was zu trinken, wenn alles heil ankommt. Toi, toi, toi - bisher kann ich noch keinen Verlust beklagen.                   Das Packen des Gepäcks beginnt somit - bei uns! - gut 6 Wochen vor Abflug. Ich brauche diese Zeit! Schließlich soll alles optimal verstaut und das Gewicht nicht überschritten sein. Da macht sich so ein Hin- und Herpacken von der einen in die andere Tasche schon erforderlich. Wir bedenken auch hier schon, was wir auf der anderen Teichseite sozusagen "entsorgen" können. Da wir immer vorhaben, uns dort neue Klamotten zu kaufen, muss in Deutschland dafür schon Platz geschaffen werden. Wir packen deshalb Pullover, Shirts und Schuhe ein, die wir - ohne Schmerzen zu erleiden - in Kanada ordnungsgemäß in den Müll werfen können. Ein Tipp, den wir wohl in Zukunft beherzigen werden (weil ja auch fast 'ne Tasche von uns verschwunden war!), ist jener, dass die Sachen/Taschen gemischt und nicht nur nach Person gepackt werden. Sollte wirklich - was ja keiner erwartet - ein Gepäckstück verschwinden, steht einer wenigstens nicht nackig da.           Der Tag des Reiseantritts rückt immer näher. Die Technik (Fotoapparat, Adapter, Batterien, Filme oder Chips und was man sonst noch so möchte) ist in einem Rucksack verstaut, im anderen sind die Papiere einschl. Reisetagebuch, Kugelschreiber und Plan sowie andere Kleinutensilien, was das Herz so begehrt. Diese Rucksäcke bilden dann unser Handgepäck. Nun kann es losgehen...

Plan Reiseroute Mai/Juni 2011
Reiseroute 2011001.pdf
PDF-Dokument [1.5 MB]

Mittwoch, 25. Mai, bis Freitag, 17. Juni 2011

Kanada 2011 - Calgary bis Banff

Karte 001

Calgary - High River - Lethbridge - Writing-on-stone-PP - Dinosaur PP - Drumheller

Karte 002

Drumheller - Rocky Mountain House - Nordegg - Thompson Creek Campground

Karte 003

Thompson Creek CG - Banff - Yoho Nationalpark - Golden

Karte 004

Golden - Revelstoke - Nelson - Cranbrook - Fort Steele - Whiteswan Lake Park - Crowsnest Pass

Karten 005 und 006

Crowsnest Pass - Lundbreck - Pincher Creek - Hill Spring - Nanton - Calgary

Flughafen Hamburg - ca. 12.00 h wurde er wegen der Vulkanwolke wieder geöffnet (hier eine DB-Maschine)

Mittwoch, 25.05., 15.05 h deutscher Zeit! - An der Uhrzeit ist zu erkennen, dass wir etwas zu spät sind; denn wir sitzen gerade erst in der Maschine nach London. Die blöde Vulkanwolke hatte den Flugverkehr bis mittags 12.00 Uhr lahm gelegt. Thomas fing ja gestern abend schon an unruhig zu werden. Zu seiner Beruhigung riefen wir noch morgens CANUSA an, die uns aber nur versicherten, sollte alles etwas später losgehen, sie die kanadischen Partner entsprechend informieren. Mich beunruhigte die ganze Sache weniger - habe ich doch Erfahrung mit September 2001... Allerdings ziehe ich schon jetzt die Konsequenz, nicht mehr in einem Jahr zu fliegen, dass mit "1" endet...

Mittwoch, 25.05., 18.05 h britischer Zeit! - Inzwischen sind wir schon auf dem Weg nach Calgary. Und sage und schreibe: London Heathrow bietet keine einzige kleine Raucherecke. Gott sei Dank war unser Aufenthalt durch den verspäteten Start in Hamburg um einiges verkürzt... Dafür wird wieder mal als erstes Alkohol an Bord verteilt.

Mittwoch, 25.05., 19.51 h kanadischer Zeit! - ...wir sind nahe dem Ziel! Der Flug war doch recht kurzweilig für die lange Zeit (9 h 40 min). Ich freue mich, wenn wir den Zoll hinter uns haben, die Taschen am Mann sind und ich endlich mal wieder eine rauchen kann...

 

Donnerstag, 26.05., 06.40 h - Den ersten Schlaf haben wir hinter uns. Das Hotel ist wieder mal sehr gut. Wir checkten hier gestern ca. 21.30 h ein, nachdem wir vom Shuttle-Fahrer schon mal ausreichend unterhalten wurden. Ich fühlte mich ein bisschen mit der Sprache überfordert, da der Zollbeamte mich/uns schon "ausquetschte" und ich obendrein mächtig durstig war. Unsere Zolldurchquerung verzögerte sich etwas, weil Thomas seine Tasche nicht ankam. Auf dem Band, was wir mindestens 3mal durchlaufen ließen, war sie nicht. Ich fragte dann die "Service"-Leute, ob noch mehr Taschen kommen... sie verneinten. Wir bemühten daraufhin einen anderen netten Servicemitarbeiter, aber schwups: mit einem Mal war die Tasche auf dem Band. Kleiner Willkommensschreck.       Wir sahen dann auch schon, dass es geregnet hatte und in uns wuchs die Hoffnung, doch noch in Alberta Campfire machen zu können. Das heutige Wetter - Nieselregen - wird wohl dafür sorgen, dass aufgrund der wochenlangen Trockenheit das Feuerverbot aufgehoben wird. Bis Sonntag soll das Regenwetter anhalten - das passt doch mit unserem Plan gut überein.

Eine ganz wichtige Anmerkung zum Sandman Airport Hotel: Ich finde diese kleine Kaffeemaschine super! Die ermöglicht es mir, dass ich etwas zu trinken habe: abgekochtes Wasser! Momentan mache ich aber einen Kaffee - steht alles bereit hier! Cool!         Wir haben uns für das große Frühstück entschieden, so brauchen wir nicht gleich mittags wieder etwas zum Essen suchen... mmh, lecker diese süße Haselnussmilch... sollte für den Kaffee sein...

 

Karte 001 Calgary bis Drumheller
Karte001.pdf
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High River in High River

Freitag, 27.05., 09:42 h - Während wir in Nanton stehen und darauf warten, dass die Antiquitätenläden öffnen, erste kurze Zeilen: Wir kamen gut in High River an - bei Regen... der auch immer noch anhält! Der Fluss High River macht seinem Namen alle Ehre und setzt das Land unter Wasser, führt in seinem derzeit reißenden Strom viele Bäume mit sich. Die Stadt ist kurz vor der Katastrophe, 2 Wohngebiete wurden teilweise evakuiert. Für uns war es insofern nachteilig, dass wir so keine Stadterkundung durchführen konnten. Nur zum Walmart waren wir, erste Getränke holen. Arlene hat inzwischen wieder ein sehr schönes Dinner gekocht, es hat sehr, sehr gut geschmeckt: Filet mit Kräuterkruste, Bratkartoffeln aus kleinen Pellkartoffeln, Blumenkohl und Salat, zum Dessert Rhababerkuchen mit Eis. Vorzüglich!         Unsere Unterhaltung verlief mehr oder weniger fließend: mein Englisch war noch nicht vollständig abrufbereit und Arlene & Gord sprechen gar kein Deutsch. Wir haben uns aber zum größten Teil verstanden. Sie schenkten uns 2 Lisenzplates, ich kaufte eine Quilttischdecke. Wir sind ihnen sehr dankbar - das sind so nette Leute. Auch etwas Linedance haben wir "ausgetauscht": Arlene fand den Something In The Water und auch meinen Tanz (No Better Than This) sehr gut und wird ihn in Yuma lehren.         Für die Fahrt gaben sie uns noch Kuchen und den restlichen Salat mit. Gleichfalls luden sie uns nochmals zu unserem letzten Tag unserer Reise ein. Wir müssen aber erst noch sehen, ob wir dieser Einladung folgen.          Es ist wieder mal festzuhalten: Es ist so toll, dass wir diese Leute kennen gelernt haben.    (siehe auch mal "Befreundete Websites")

 

High River - Geschichte: 

High Rivers Medizinbaum ist ein für sich stehender Bestandteil seit je her gewesen, bevor die ersten europäischen Siedler diesen Standort als zu Hause wählten. Ein Naturereignis, als der Zweig eines Cottonwood-Baumes auf den eines anderen wuchs. Die First Nation-Leute dieses Bereiches, vorrangig Stony- und Blackfoot-Indianer, betrachteten dies als ein Zeichen von Geistern, dass dies ein bevorzugter Standort sei. Sie stellten ihre Lager unter dem wohlwollenden Schatten dieses ungewöhnlichen Baumes auf, wenn sie um gute Medizin und Segnungen vom Land baten. Und wirklich: die Gegend um High River ist immer als ein fruchtbarer Bereich für Landwirtschaft und Rinder betrachtet worden. Die Abbildung des Medizinbaumes ist ein Symbol und die zentrale Abbildung im Stadtemblem.

 

Als nun endlich die Geschäfte in Nanton geöffnet hatten, bummelten wir einen Laden nach dem anderen ab. Gekauft haben wir nichts, aber all die alten Sachen zu begucken, war auch schon ein Genuss. Thomas liebäugelte mit einem alten Feuerwehrhelm, kaufte ihn aber dann doch nicht. Keine Ahnung, ob ihm die $275 zu viel waren... In dem einen Laden wollte ich mir gern so ein Besteck-Windspiel kaufen, stand zwar dran, dass in 10 min wieder geöffnet ist, aber als es dann immer mehr 10 min wurden, wollten wir nicht länger warten - hat sie Pech gehabt. Zwischendurch hatten wir im Quiltladen - mehr eine Schule! - gute Gelegenheit zur Unterhaltung. Immer sehr nette Leute.        Wir machten uns dann so kurz vor 12 auf den weiteren Weg und steuerten in Clairsholm erst mal die Visitorinfo an, weil ich dringendst "Washroom" brauchte... Die Dame hier war sehr zuvorkommend und sehr engagiert, uns neue Informationen zu geben. Noch ein Besuch im Frontier-Shop... wir waren begeistert, wie der Laden sich entwickelt hat! Die Sattel waren in eine andere Halle ausgelagert und der "Altbau" umgebaut, um viele schöne Klamotten und zusätzlich herrliche Möbel zu präsentieren. Wow! Das waren tolle Stücke...        Wir haben den Tipp der Info-Dame befolgt und sind diesmal einen neuen Weg gefahren. Viele schöne und auch zerfallene Farmen/Ranches haben wir gesehen und viel, viel Wasser - denn es regnet immer noch! Eben in den Nachrichten vernahmen wir denn auch, dass die Brücke in High River gesperrt ist. War schon eine gute Entscheidung, High River nicht durch die Stadt zu verlassen. Aber gleichfalls hörten wir in den News auch, dass der Regen nun nachlassen wird. Das ist gut - nun reicht es wirklich.

 

Hierher (nach Lethbridge) haben wir trotz eines kleinen Verfahrers sehr gut gefunden. Vorerst hatten wir nur Nick angetroffen, Erika war noch am Babysitten und kam eine halbe Stunde später dazu. Eine kurze, aber innig herzliche Begrüßung - dann machte sie auch schon Essen. Als wir gerade angefangen hatten, dies zu vernichten, trafen auch Koglers ein, auch Edgar kam vorbei - jeder hatte viel zu erzählen.       Inzwischen haben wir nochmals News geschaut und wir stellen fest, dass wir wohl wieder mal eine Regenkatastrophe a la 2005 erleben! Aber es soll das Schlimmste vorbei sein - die Region hat es schon stark getroffen.

 

Samstag, 28.05., 06.30 h - Dadurch, dass wir schon immer gegen 10e ins Bett gehen, bin ich sehr früh wach. Wir haben bisher sehr gut geschlafen - na ja, waren ja auch große und warme Betten. Eins stellt sich schon für diese Reise als besonders gut heraus: dass ich die Schlafsäcke eingepackt habe! Bei der Camperübernahme haben wir gar nicht darauf geachtet: wir haben typisch amerikanisches Bettzeug; sprich 1 Decke! Sollen wir uns den Hintern abfrieren? Den Tipp werde ich bei der Abgabe bei Canadream hinterlassen: die Europäer - ich denke besonders die Deutschen - kennen es mit 2 Decken. Da werden die sich kaum die Zeit hier an eine Decke gewöhnen. Na und ich schon mal gar nicht! Auch die Fleecedecken und das Fly-Kit werden bestimmt noch gute Dienste leisten... und unsere warmen Schlafanzüge erst... Denn kalt ist es momentan. Der Regen hat nun endlich gestern abend aufgehört bei ca. 7°C. Nun ist noch der Wind, dadurch wirkt es kälter.        Zu Aktivitäten ist noch gar nicht viel zu schreiben, die gehen ja heute erst los. Zur Familie kann man so viel sagen, dass alle einen guten Job haben, gesund sind, ein bis zwei Kinder haben und natürlich ein Haus! Schön, dass es allen gut geht. Armin werden wir nicht sehen - er hat einen Job im Norden. Auf seinem Land haben sie Öl gefunden - statt Wasser! Das, was in 700 m Tiefe endlich an Wasser auftrat, ist brennbar!        16.05 h - Die Einkäufe sind erledigt und zum größten Teil verstaut. Fündig wurden wir im Walmart und im Costco. Im WM haben wir die erst 50-$-Karte eingelöst - funktionierte tadellos! Auch mit Alkohol sind wir hoffentlich gut eingedeckt - besser als 2007! Beim Garagesale waren wir gar nicht erfolgreich - weil keinen gefunden. Schade. Wie wir noch im Costco waren, hörten wir Donner. Dunkle Wolken, mit Blitz und Donner waren aufgezogen. Gerade noch einigermaßen trocken gelangten wir ins Auto - ein kräftiger Schauer ging nieder. Dieser war auch der Grund, warum Erika mit dem anderen, der genau wie wir rückwärts aus der Parklücke fuhr, leicht zusammen stieß. Ihr Auto hat nun eine faustgroße Beule. War der Schauer bei Costco heftig, so sehen wir hier auf der Terrasse noch Hagelkörner! Nick und Erika haben Angst um ihre vielen Tomatenpflanzen, aber denen ist nichts passiert. Stehen wie 'ne Eins!         Edgar & Lorinda kamen auch noch vorbei. Versteht und spricht Edgar ein wenig Deutsch, Lorinda gar nicht. Wird mein Englisch besser? Wir konnten uns gut unterhalten.        18.00 h - Wir haben unseren Spaziergang um den See fertig, eine Bank haben wir leider nicht gefunden. Dafür einen 1-$-Store, wo wir erste Souveniers und Dekomaterial erwarben. Jetzt trinken wir ein Bier und verfolgen Nachrichten: auch Calgary stand wieder unter Wasser - wie 2005! Es braucht jetzt nicht mehr regnen! Das Wetter spielt verrückt... gerade sagen sie für die Nacht nur 1 bis 2°C, sogar Fröste an! Nun, da müssen wir durch... wir werden dennoch einen schönen Urlaub haben, sind doch gut gerüstet! ...hä, die kanadische Post will streiken? Wo?

...noch am High River...

Sonntag, 29.05., 08.00 h - Gestärkt vom Frühstück werden wir noch losfahren und doch noch Garagesale suchen... 10.45 h - Wir sind zurück. Sehr erfolgreich waren die Garagesales nicht - nur 3 CD's von John Mellencamp für $3. Wir nutzten gleich die Tour, um die Häuser von Cory und Mike zu bersichtigen und Jenniffers Familie zu besuchen. Alle trafen wir an, nur Jenniffer nicht. Sie schlief, weil sie die Nacht im Krankenhaus verbrachte, denn Mikes Frau hat in der Nacht das Baby - einen Jake - bekommen. Helle Aufregung in der Familie - sollte das Baby doch erst morgen per Kaiserschnitt kommen. Es sind alle gesund und alle freuen sich. Sogar Fotos konnten wir via Handy vom Baby schon sehen. Barry's Mutter mit 2 Mädchen kam auch vorbei, bei einer Tasse Kaffee unterhielten wir uns, während die Kinder ordentlich im Garten tobten. Der Hund hatte sich gleich mal in Thomas Schuhe "verliebt" und ließ die nicht aus den Augen. Erst als die Frage gestellt wurde "Where are the Magpies", ließ Hunter sich von den Schuhen ablenken. Eine Szenerie... nicht zu beschreiben; wir kugelten uns vor Lachen. Hunter flippt völlig aus, wenn die Frage nach den Black-Billed Magpie, wat in Deutschland Elstern sind, gestellt wird. Beruht es doch auf jene Geschichte, weil die ihm mal einen Knochen stibitzt haben. Die Szene war besonders lustig, weil ja gar keine Magpie da war... Herrlich!       Die nächtliche Temperatur ging wohl auf 1°C runter, momentan sind um 10°C, sonnig, vereinzelt Wolken, aber es wird auch wieder zeitweise Regen angesagt. Und kaum ist es "trocken", geht das Rasenmähen los hier! 

Unsere Gastgeber in Lethbridge: Nick & Erika

Montag, 30.05., 16.20 h - Heute sind wir spät aufgestanden, erst kurz vor 8! Erika konnte wohl auch gut schlafen, weil wir abends noch die Tomaten abgedeckt und den Rasen gemäht hatten. Zur "Belohnung" durften wir uns Holz einlagern. Nach dem lecker Frühstück - bacon and eggs - haben wir unsere Sachen zusammen geräumt und alles gut verstaut. Wir freuten uns, dass Nick zum Fotografieren mit vor die Tür kam. So wurden vor der kurzen, sehr herzlichen Verabschiedung die obligatorischen Fotos gemacht. Mir standen wieder die Tränen in den Augen - wohl auch wissend, Nick nicht wieder zu sehen. Gestern hatte er sehr starke Schmerzen und war sehr ruhig. Wir hoffen sehr, dass er noch Zeit und Freude mit seinem neuen Urenkel Jake hat.       

 

Lethbridge Geschichte:

Das Volk der Blackfoot-Indianer empfinden Albertas Süden seit Jahrhunderten als ihr Zuhause. Das Fort Whoop-Up wurde im Jahr 1869 von 2 Händlern aus Montana gegründet. 1874 kam die North West Mounted Police in diese Region, um den Whiskyschmuggel einzudämmen und die kanadische Autorität zu behaupten. Nicholas Sheran, ein Unternehmer, eröffnete das erste kommerzielle Kohlebergwerk 1874, andere Interessierte, wie die Galt-Familie, kamen im Jahr 1882 dazu und schrieben ihre eigenen Minen ein. Im Jahr 1885 wurde die Eisenbahnverbindung zwischen Lethbridge und Medinzin Hat durch die Familie Galts vollendet. Ein plötzlicher Bevölkerungsaufschwung wurde verursacht - aus dem Flusstaldorf wurde eine Präriestadt. Die Stadt Lethbridge entwickelte sich aus einem Ort des Kohlebergbaus zu einem großen Dienstleistungszentrum. Einzelne ökonomische Booms erlebte die Stadt von 1907 bis 1913 sowie 1945 bis 1985, die halfen, diese moderne Stadt mit Bildung, sozialen und ökonomischen Vorteilen, die wir heute genießen, zu schaffen.

 

Erika schrieb uns noch nette Worte ins Reisetagebuch, versehen mit besten Wünschen, so sind wir ca. halb 10 los gefahren. Wir stoppten in Downtown, um im Westernladen "Lämmlers" zu schauen. Wir wurden gut fündig: Thomas eine gefütterte Jeansjacke, ich ein Paar Stiefel. Zufrieden begaben wir uns um 11e rum auf den weiteren Weg.

Eine sehr schöne alte Barn auf dem Weg nach Milk River (diese Barn wurde auch Motiv auf dem Cover der CD "Oklahoma Wind" von Little Rainbow)

Fuhren wir in Lethbridge bei schönstem Sonnenschein los und fotografierten unterwegs schöne alte und neue Barns - sogar 2 Rehe! - so entlleerte sich bald über uns eine Regenfront, die auch bis hier zum Writing-on-stone-Park anhielt. Wir vertraten uns erst mal die Beine im Visitorcentre, wo man uns auch eine Hoodoo-Tour anbot. Freundlich erklärten wir, dass wir den Trail eigenständig belaufen. Immer noch bei Nieselregen sind wir erst mal über den Campground gefahren, um uns einen für uns schönen Platz auszusuchen. Die nette Dame gab uns dann auch Platz 9 - dicht an den Toiletten und mit Bäumen als kleinen Schutz vor Regen. Dieser hatte nun endlich nachgelassen und wir entschieden, gleich die Wanderung zur Battle Scene zu unternehmen - wer weiß, wie das Wetter noch wird. Wir erlebten die Hoodoos wieder mal in einem ganz anderen Licht: diesmal wesentlich grüner und mit etlichen Blumen. Für blühende Kakteen und Rattlesnakes aber war es noch zu kalt. Dafür hatten wir die Vesperzeit der Rehe erwischt und konnten Dank des größeren Objektivs schöne Aufnahmen machen... es macht einfach Spaß, mit dem neuen Fotoapparat: ich kann knipsen bis zur Vergasung... oder sagen wir mal, bis die erste Speicherkarte mit 1.600 Bildern voll ist. Dann haben wir immer noch zwei kleinere Speicherkarten. Schööööön!          Während dieser kleinen Wanderung genossen wir wieder intensiv diese tollen Ausblicke! Dabei konnten wir Eddas Ausspruch, dass die Hoodoos langsam langweilig werden, überhaupt nicht nachvollziehen. Wir finden sie immer wieder bizarr, interessant, geheimnisvoll, abwechslungsreich. Auf der heutigen Tour haben wir z. B. viele Vögel erlebt, die wir sonst nicht sahen. Wie auch immer die heißen, sie sehen einfach toll aus - ein hübscher gelb-oranger Vogel war dabei.           Auf dem Rückweg las Thomas noch ein gutes Seil auf - wer weiß, für was das noch brauchbar ist... Nunmehr am Platz angekommen, begrüßten uns Robins. Sehr neugierige Vögel, die uns erst einmal intensiv beobachten - wir fotografieren sie derweil. Auch einen "Mini"-Woodpecker bannten wir auf unseren Chip.         Während ich hier sitze und schreibe, schlürfen wir unseren Kaffee bei inzwischen herrlichem Sonnenschein. Trotz eines kleinen Nieselregenchens war die Bank getrocknet. Thomas hat das Holz von Nick schon zerkleinert, dennoch werden wir hier Holz kaufen, denn wir haben Hoffnung, dass das Wetter sich hält und trocken bleibt für ein Knäckerchen! Gleich werden wir essen - den Rest Chinapfanne und Kartoffelsalat (von Erika) - und 'ne Runde zum Strand gehen. Selbst wenn wir hier heute kein Feuer mehr machen sollten - ich glaube fest an Flammen aus dem Kessel hier! - gibt es hier trockenes Holz zu kaufen. Nun, denn werde ich mal das Essen auftischen, uns knurrt schon der Magen und fängt an, die schönen Vogelgeräusche zu übertönen...

18.30 h - Unser bescheidenes Mahl ist längst vertilgt, haben auch schon Holz geholt: ein Sack für $10! Aber es sieht gut aus, ist furztrocken. Thomas will es noch etwas kleiner hacken, damit ich mehr zum Nachfeuern habe. Wie nett!        Wir sind nur kurz zum Strand. Ich hätte mich fast lang hingelegt (wo ich so klein bin, hi hi), weil ich vor lauter Ausblickgenuss den Matsch nicht gesehen habe. Wir machten nur zwei/drei Fotos und sind wieder zurück - einfach noch zu nass die Ufergegend. Thomas hackt das Holz, nebenbei genießen wir den Whiskey "Alberta Premium" und finden: er schmeckt uns gut! Die Kamera liegt auf dem Tisch in der Hoffnung, dass wir noch einiges Getier festhalten können. Sinnierte ich vorhin am Strand, dass es doch cool wäre, wenn da jetzt son Indianer stehen würde... entdeckte Thomas statt dessen ein Reh auf dem Berg. War auch ein schönes Motiv!         Im Übrigen haben wir heute gleich mal einen Steinschlag abbekommen und die Windschutzscheibe ist ca. 7 cm gerissen. Mal sehen, was das für uns noch ausmacht!        21.00 h - Wir sind voll dabei, unser Knäckerchen zu genießen... vorhin haben wir den Kojoten heulen hören. Da herrschte plötzlich - außer diese zwei Hunde hier - eine mystische Stille: alle Vögel waren still und lauschten wohl so wie wir dem Kojoten. Cool!     Unser Feuerchen halten wir auch aufrecht mit gesammeltem Reisig und Zapfen - es ist ein schönes Feuer. Wir genießen die Stille mit dem Vogelgezwitscher, das Knacken des Feuers und den herrlichen Sonnenuntergang. Absolute Windstille haben wir... und eine Glut, die lädt ein zum Kartoffel garen. Wir sind glücklich und zufrieden...

...vom Viewpoint aus...

Writing-on-stone-PP Geschichte:

Dieser Park hat die größte "Ansammlung" von Sandstein-Hoodoos in North American Plains und sind über 5.000 Jahre alt. Hoodoos sind "pilzartige" Gebilde aus Sandstein, geformt durch Frost, Wind und Wasser. Die Hoodoo-"Hüte" aus härterem Gestein sitzen auf dem weichen Sandstein - im Laufe der Zeit sind manche "Hüte" abgefallen, weil der weichere Sandstein durch die Witterungseinflüsse zusammenbrach. Es ist bewiesen, dass Menschen an diesem Platz vor fast 3.500 Jahren gelebt haben. Die First Nations-Leute (hier Blackfoot people) hinterließen auf Steinflächen Zeichnungen über ihr Leben, ihre Jagd und speziell über Kämpfe (= battle scene). Diese Steine hatten für sie spirituelle Bedeutung. 1957 wurde die Gegend zum Provincial Park.

Sonnenuntergang am Milk River

Dienstag, 31.05. - Thomas hat die Uhr mit - Es war so schöööön - unser erstes Feuerchen. Die Reisigzweige und Zapfen brannten gut und ließen uns das Holz doch wesentlich sparen. Als eine weitere Unterhaltung nebenbei beobachteten wir Nachbarn - Teenies -, die ein Zelt aufbauten und einen Sack Holz lagerten. Wir freuten uns schon: noch welche, die Feuer machen, denn die anderen saßen in ihren Campern und guckten TV! Dabei war es so ein schöner Abend! Es kam zwar noch etwas Wind auf und wir mussten unsere Bank zweimal drehen, aber kalt war es nicht. Die 3 jungen Leute stiegen in ihren Pkw und kamen erst heute morgen wieder. Komische Camper! So waren wir wohl die einzigen, die nochmals den Kojoten hörten. Total cool: Totenstille, nur das "Bellen" des Kojoten! Das hatte was.          Irgendwann ließen wir unser Feuer runter brennen, räumten alles zusammen und kuschelten uns in unser Lager. Das machte sich gut: erst die Schlafsäcke und dann die große Decke rüber - wir haben nicht gefroren und bis halb 9 geratzt. Zwischendurch vernahm ich zwar mal Thomas Geschnarche, aber nicht, wie er nachts noch mal raus ist. Mich quälten leider Kopfschmerzen... ist der Whiskey doch nicht so gut? Keine Ahnung.        Herrlichster Sonnenschein begrüßte uns und wir frühstückten draußen. Das Brot ist gut zu essen und es erweist sich als Vorteil, dass wir es portionsweise eingefroren haben. Das Frühstück fiel bescheiden aus: nur Wurst, Käse und Marmelade. Und Kaffee natürlich! Wir beobachteten beim Mampfen die Gänse und die zahlreichen Vögel, die wir leider nicht benennen können. Wir staunen dabei, dass die Elstern sich sehr zurückhalten, sie werden sogar von den Robins regelrecht attakiert. Haben die hier das Sagen?         Meine Morgentoilette habe ich erstaunlicherweise auch schon getätigt - gut so. Wie ich vom Waschen wieder kam, bezog es sich und nun weht auch ein frisches Windchen. Eigenartig. Na, wir sind mit dem Wichtigsten durch, brauchen nur noch abwaschen und können dann los. Da stört es nicht, wenn die Sonne nicht scheint, aber es wäre schon gut, wenn es trocken bleibt.          Den Trick mit dem 10-l-Wasserkanister haben wir auch schon raus... ist jetzt nicht mehr ganz so umständlich, die Flaschen zu befüllen. Eine wichtige Feststellung gestern: Gut, dass ich die Stiefel gekauft habe, denn das erste Paar Schuhe ist hinüber. Das kann ich nur noch auf den Campgrounds nutzen. So schnell sollten sie ja nun nicht entsorgt werden...

2 von den 5 Pronghorns

17.20 h - Pünktlich um 11 verließen wir den Campground am Milk River und nahmen die Prärie unter die Räder - fast auch einige Gophers, die meinten, fix mal über die Straße flitzen zu müssen. Abgeschossen haben wir schöne Pronghorns, so 5 oder 6 Stück. Das war schön, sind sie doch selten zu sehen und schon mal gar nicht so nah! Die 5er Gruppe haben wir leider nicht auf ein Foto bekommen; sie lassen sich nicht gern fotografieren und hauen immer sehr schnell ab. Es war heute ein guter Pronghorntag!          Unser Weg führte uns durch schönes Farmerland - viele Felder wurden bearbeitet, Unmengen Kühe auf den Weiden und auffällig: mitten auf diesen Weiden und Feldern waren Ölpumpen und -stationen platziert. Da muss reichlich Öl im Boden sein. Sah schon sehr interessant aus. Auch die Farmen sahen zum größten Teil aufgeräumt aus. Mich deucht, es ist trotz der "Badlands" eine reiche Gegend. Die Straße führte fast schnurstracks durchs Land, nur an zwei/drei Stellen waren Kurven. Wir überquerten den Oldman River und den Bow River und ganz spektakulär den Highway Nr. 1 - cool: keine Ampfel, keine Brücke, einfach nur Stoppschilder! Immerhin überquerten wir ein 4spurige Autobahn! Genial (um nicht immer "cooool" zu sagen)! Mit Karte lotsten wir uns hierher zum Dinosaur PP.           18.50 h - Nach dem Käffchen haben wir uns noch zum Infocentre - na ja mehr diese Gaststätte - aufgemacht, um noch mehr Infomaterial zu erhalten. Was unbedingt zu erwähnen ist: Bis eben haben uns die Mücken gequält! Unsagbar! Dieses Gesummel nervt! Auch der Wind macht bisschen unkoordinierte Anstalten. Haben wir gleich zu Beginn die Plane aufgespannt, kam er zeitweise aus ganz anderen Richtungen. So plötzlich, wie er seine Richtung ändert, so augenblicklich verschwindet er mal und genauso unverhofft braust er kurz wieder auf. Und die Sonne scheint dazu, es ist recht warm. Ich sitze im Schatten des Campers, vielleicht sind auch deshalb die Mücken weg (und nicht nur von Comodore light). Egal, ich bin froh, dass sie weg sind, denn die nervten schon sehr. Da wir für 2 Tage eingecheckt haben, bin ich mal gespannt, wie die morgen drauf sind.            Morgen werden wir übrigens die Bustour mitmachen. Unser Timing ist perfekt, denn Mittwoch und Freitag findet diese Tour statt. Für $14 pro Person sollte man das machen, denn das ist ein Trail, den man nicht bewandern oder selbst befahren darf. Nur eben den Businsassen wird dieses Stück Welt gezeigt! Nun aber erst mal noch zum heutigen Tag.

Platz 52 Dinosaur PP

Der Campground füllt sich doch noch etwas... direkt neben uns hat sich ein Typ hingestellt mit einem Anhänger, der in Deutschland schon lange nicht mehr auf Straßen geführt werden dürfte.     Bevor wir uns auf den Platz 52 stellten, beäugten wir den Park schon mal leicht von oben von der Plattform aus: Jaaaa, sieht auch gut aus, nicht wie Writing-on-stone, aber ja, gut. Ist ja auch nicht Writing-on-stone und somit klar, dass diese Hoodoss anders aussehen müssen! Man kann sich gut vorstellen, wie die Indianer so auf den Felsen Ausschau gehalten haben. Auch hier ist es faszinierend, wie sich die ebene Landschaft öffnet und diese bizarren Felsformationen frei gibt. Unsere Neugierde war geweckt und wir tätigten per Fernglas einen Rundblick. Schon hier waren die kleinen nervigen Wildtiere - kurz Mücken! - sehr penetrant, aber noch nicht stechend.

 

Anmerkung: Man spricht in Kanada nicht mehr von Indianern. Diese haben durchgesetzt, dass sie "First Nation People" genannt werden. Aber so beim Schreiben ist es mir flüssiger (und vielleicht auch verständlicher), wenn ich weiterhin den Begriff "Indianer" verwende. Die First Nation People und deren Freunde mögen mir diese Unart bitte verzeihen. 

 

Unser Knäckerchen ist in Arbeit und bildet Glut und Grundlage zum Garen unserer Hühnerpäckcen mit Zwiebeln und Karotten. Dazu wird es für jeden eine große Pellkartoffel geben. Unseren Vorverdauungswhiskey haben wir schon getrunken. Wir genießen zwischendurch immer mal den Ausblick auf diese Art Hoodoos. Wir haben sogar einen kleinen Strand - nur 10 m Fußweg. Aber baden werde ich wohl nicht - vorhin jedenfalls schwirrten da Unmengen Mücken rum!         10 min später: Wollte doch mal sehen, wo Thomas bleibt. War er am Strand am Fotografieren und bedeutet mir, langsam und leise näher zu kommen. Sitzt da ein Biber und putzt sich ausgiebig! Die minutenlange Beobachtung hat fast unser Feuer ausgehen lassen. Beim ersten Strandgang haben wir gar nicht registriert, dass da eine Biberburg ist. Schönes Erlebnis! Na und nun hat sich die Sache mit dem Baden sowieso erledigt... Nur wegen der Kartoffeln auf dem Herd musste ich zurück, aber die Fotos sind toll! Da wird uns unser Mahl jetzt noch mal so gut schmecken, wenn wir über dieses Erlebnis unsere Begeisterung austauschen. Doch, die Gegend hier ist schön und neu für uns... 

...zwei meiner täglichen Arbeiten...

20.00 h - Das Essen ist vertilgt, auch der Verdauungswhiskey und damit die 1,14-l-Alberta-Premium-Flasche leer. Hab ich gestern wohl doch etwas zu viel davon genommen...? Übrigens haben wir auch hier fleißig Pappelreisig gesammelt, um unser mit $10 erworbenes Holz aufzusparen. Wenn kein Wind ist, ist es eine so angenehme Idylle - man hört Vogelgezwitscher und Rufe der Bergwanderer.

 

Mittwoch, 01.06., 09.30 h - Vor gut einer Stunde wurden wir wach, wobei mich am frühen Morgen doch direkte Sonne schon mal geweckt hatte. Die ist jetzt allerdings verschwunden. Es ist recht windig und unsere Plane schützt nur wenig. Das gefundene Seil leistet übrigens schon Dienst! Wegen des Windes haben wir drinnen gefrühstückt: Bacon, Wurst, Omelett mit Schnittlauch, dazu das braune "Dönerbrot" - ja, es ließ sich alles gut munden. Der eitle Sonnenschein wie gesagt ist weg, alles ist bedeckt, vorhin nieselte es sogar! Hat nur den klaren Vorteil, dass keine Mücken sind! Wenn es sich so hält, steht der Bustour hoffentlich nichts im Wege. Denn wenn es vorher geregnet hat, fahren sie auch nur die kleine 4-km-Tour, die man locker bewandern kann. Für $14 mich da fahren zu lassen, habe ich keine Lust.          Mit unserem gesammeltem Reisig und Borkenstücken sowie dem Holz von hier reichte unser Feuer stundenlang. Die umlaufenden Winde ließen mich mit dem Campingstuhl ständig den Platz wechseln, aber das machte mir nicht wirklich was aus. Als Getränk hatten wir Bier gewählt - das erste 8-Pack ist leer. Dafür musste ich denn im Morgengrauen auch schon raus hinter die Plane. Macht man nicht, aber bis zum Klo - wat auch dunkel ist - wäre ich hellwach gewesen. Das kommt morgens um 3 nicht so gut.           Thomas wurde wohl morgens vom Kojoten geweckt - ich habe ihn nicht gehört. Gestern schon meinten wir, einen zu hören, aber Thomas schrieb das Geräusch eher einem Hund zu. Nun, wir wissen es nicht. Toll war aber der Biber, den wir leider nicht wieder... doch ich sah ihn noch schwimmen! Ich ging ja zum Strand und mit einem Mal platschte etwas ins Wasser. Ja und der Guck mit dem Fernglas lies ihn mir kurz schwimmen sehen. Auf dem Weg zum Klo hörte ich auch einen Fasan und just fast gleichzeitig flog er an mir - keine 5 m entfernt - vorbei. Gesehen haben wir ihn nicht mehr.  ...ich muss drinnen weiter schreiben - es tröpfelt wieder. Scheiß, der Regen passt uns ja nun gar nicht! Weder mit 'ner Wanderung, noch eventuell mit der Bustour wird es was. Und wir wollten, wir stehen 2 Tage hier! Das soll mal wieder trocken werden! Behindert ja auch unser Wildlifewatching! Gestern beim Sonnenuntergang beobachteten wir per Fernglas noch einige Rehe auf der anderen Flussseite. Auch sahen wir da einige Leute in den Bergen rumklettern. Das wollten wir heute auch machen... Wenn Thomas denn vom Waschen mit Rasieren wieder kommt und ich aufgeräumt, den Abwasch erledigt habe, werden wir den Tag beratschlagen. Oh Mann... der Hintern tut mir weh... bin nachts wach geworden davon. Weiß gar nicht, woher ich den Muskelkater haben soll. Muss ja von diesen hohen Tritten kommen... oder von der Treppe gestern als wir zum Viewpoint hoch sind, um das Hoodoo-Milk River-Tal nochmals zu bewundern.

12.0? h - Unsere erste Wanderung haben wir hinter uns. Knapp 10 min läuft man bis zum richtigen Infocentre. Wir haben uns gegen den Kauf dieser Hüte hier entschieden - mir sind $70 für son Teil einfach zu viel. Und wenigstens heute ist die Sonne nicht so stark - nämlich gar nicht - und somit auch die Mücken weniger zahlreich vertreten. Wir haben für die Bustour Tickets gekauft und sind nun bespannt, was wir hernach zu sehen bekommen. Apropo sehen: Ich muss denn doch immer mit Brille laufen, sonst entgehen mir die schönen Momente. Es guckt sich doch wesentlich klarer... man solls nicht glauben.        Wir haben die Wanderung Weg-Nr. 2 schon mal getätigt und trafen auf 2 Hasen. Ansonsten nur viele Vögel, viel Wind und zwei Nieselschauer. An geschützten Stellen war es sehr angenehm. Diese Hoodoos sind soviel anders als die am Milk River: grau, sandig und mehr Berge. Nicht ganz so in Skulpturen, aber genauso interessant. Von oben hat man so schöne Ausblicke über das Areal, welches sich auch stark zum Milk River unterscheidet. Man kann eigentlich diese beiden Gegenden nicht vergleichen - jede ist auf ihre Art sehr schön.          Unser Trail war wieder mal länger als die angesagten 0,9 km - allein schon, weil wir ab und an leicht vom Weg abkamen. Von den Anhöhen sahen wir, dass wir direkt wieder zum Campground kommen, genauso den Anfang des Weges unten im Tal. Also nutzten wir den Moment und wanderten da auch gleich noch lang. Thomas meinte gerade "es riecht hier nach Tier". Ja klar... und just in dem Moment trafen wir auf einen Hasen - lebend natürlich! Mal sehen, was Thomas noch so erriechen kann... Fasane vielleicht? Mücken liegen wohl nicht auf seiner Geruchsschiene, denn die waren wieder längst zahlreich vorkommend... Unmengen von Kakteen setzen zum Blühen an, aber wir sind wohl noch ein paar Tage zu früh.          Auf dem Rückweg schauten wir auf dem Campground noch mal hier hin, mal da hin und entdeckten einen Platz mit viel Borke... Thomas war schon mit dem Säckl hin und hat ordentlich eingesammelt. Das wird wieder ein schönes Feuerchen geben. Obwohl wir heute keine "Fleischpäckchen" machen, Feuer auf alle Fälle! Momentan genehmigen wir uns ein Schälchen Cornflakes, ich noch einen Kaffee und dann werden wir uns aufmachen auf den Weg zum Bus.

Der erste gekaufte 10-l-Wasserkanister ist leer und wir werden ihn nunmehr nutzen, um "Trinkwasser" von den Campgrounds zu bunkern. Trinken würden wir es nicht wirklich, da es sehr chlorhaltig riecht! Aber zum Waschen reicht es allemal. Was macht unser Check? Frischwasser ist noch voll (Anm.: dies ist auch nur zum Abwaschen, Spülen und Waschen geeignet), Abwasser zeigt 1 Balken, Batterie blinkt "good", geht eher ins Negative... diese Nacht wird sie wohl doch noch durchhalten?          16.20 h - Sind gerade so 10 min von der Bustour mit dem Guide zurück. Wir sind sehr beeindruckt - das war ein Erlebnis. Wenn wir auch nur so an die Hälfte von allem verstanden haben, war es doch interessant und toll anzuschauen - die Fossilienfunde sind sehr gut dargestellt. Auch waren noch etliche Knochen zu finden. Nun weiß man nicht, ob einige so dahin gelegt wurden oder ob es nicht irgendwelche neuzeitlichen Kojotenknochen waren, aber einige waren fest von diesem eigenartigen Sand/Gestein eingeschlossen. Und da man sie sich nur anschauen und nicht aufsammeln durfte, scheinen es wenigstens zum Teil  original Dinosaurierknochen zu sein.         Beim ersten Stopp der Tour schenkte mir der Mann aus BC (= British Columbia) einen Knochensplitter, einen zweiten fand ich selbst - diese allerdings sind jetzt nicht mehr auf dem Feld zu finden... Die 4 Tipps, wie man tatsächlich Knochen von Gestein unterscheidet, haben wir verstanden - besonders den 4. Tipp, welcher auch der sicherste ist: einfach einen Finger nass machen und auf den "Gegenstand" tippen. Hat man dann ein klebriges Gefühl bzw. bleibt der "Gegenstand" tatsächlich am Finger kleben, handelt es sich definitiv um Knochenmaterial. Natürlich testete ich hier sofort die zwei Stücke und ja, es sind Knochenstücke.             Der Guide hatte die Tour sehr unterhaltsam durchgeführt. Zu Beginn hatte sich jeder vorgestellt. Das ältere Ehepaar aus Edmonton vermittelte uns, dass man bis zu einem bestimmten Zeitpunkt noch jeden Fund aufsammeln konnte. Der Guide vollendete die Story damit, dass dies mit Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe untersagt wurde, auch weil in vielen Museen die Fundstücke als "unbekannter Ort" deklariert werden mussten. Die "Fossilhunters" verkauften die Stücke und so weiß man nicht mehr genau, woher die Funde stammen. Hier ist der größte Fundort von Dinosaurier-Fossilien der Welt und so wurde eben erst mal Kulturerbe draus gemacht - mit dem besagten Verbot. Ist ja letztendlich auch richtig so, denn sonst wären wohl wegen Fossiliensuche diese bizarren eigenartigen Sandsteingebilde wild und unkontrolliert zerkloppt worden.          Uns gefiel die Tour sehr, sehr gut, auch weil wir nur 14 Leute = 7 Paare waren. Durch die Vorstellung wussten wir, woher und weshalb die Leute hier waren. Es war eine lockere Stimmung - als ob wir die Leute schon ewig kannten. Wir haben uns zwar nicht an den Unterhaltungen beteiligt, konnten aber recht gut die Witze der anderen verstehen. So z. B. das "Gerangel" um die "wahre Hauptstadt von Alberta" oder dass der BC-Mann zu uns meinte, wir sollten lieber mehr in BC statt in Alberta sein - war alles nett und lustig. Nur den einen verstand ich - glaube ich - nicht wirklich: fragte er mich, wie "Karneval" in Deutsch gesagt wird? Ich sagte ihm: ja auch Karneval. Keine Ahnung, ob wir uns da wirklich über dasselbe Thema unterhielten...           Ergebnis bleibt, dass die Tour sich lohnt und empfehlenswert ist. Auch hatten wir u. E. bestes Wetter: bedeckt, dadurch nicht heiß, aber trotzdem warm. Ab und an war es recht windig. An Getier haben wir während der Tour nichts gesehen - Vögel ja. Aber die sind ja nun nicht jedes Mal erwähnenswert...          Viel interessanter war die Szenerie als wir zum Camper gingen, wie eine Krähe von 2 "Petzvögeln" gejagt wurde. Son "Petzvogel" greift uns auch an, wenn wir zum Strand gehen. Die müssen ein Nest in der Nähe haben. "Petzvogel" benennen wir den kleinen schwarz-tiefblauen Vogel, weil er uns gestern beim Biber verpetzen wollte. Aber der Biber hat Gott sei Dank nicht auf diesen Vogel reagiert. Aber wer weiß, welche anderen Tiere auf diesen Verpetzer hören?!

...ein Robin - friedlich...

Kaum ist ein bisschen Sonne wieder da, belagern einen die Mücken. Wirklich stechen tun sie wohl nicht - wir spüren von gestern jedenfalls nichts. Aber das Gesummel, wenn sie ins Ohr kriechen wollen, ist unangenehm und lästig genug. Und dabei kommt der Wind aus allen Richtungen - wir wissen noch nicht, ob wir die Plane noch mal umbauen. Unterhaltsam sind beim Kaffeeschlürfen auch die Robins, wenn sie sich wie irre kloppen: Im steilen Sturzflug geht einer auf den anderen runter, um sich dann im Pappellaub zu balgen. Irre Vögel!          17.45 h - Wir sind gerade dabei, gemeinsam zu kochen. Heißt: momentan steht Thomas am Herd... Zum Campground an sich ist noch zu erwähnen, dass bis jetzt von den fast 200 Plätzen nur 7 belegt sind. Vielleicht kommen ja noch welche. Unser ominöser Nachbar hat auch noch um eine Nacht verlängert und ist jetzt erst mal von seinem Schnarchen wieder aufgestanden. Der Wind ist immer noch mal böig, mal gar nicht - der weiß nicht, was er will. Während der Tour lernten wir, dass es hier in den Badlands nur - oder wenigstens vorrangig - im Mai und Juni regnet. Bisschen was haben wir ja schon mitbekommen. Das sagt uns aber auch, dass es hier im Juli und August vor Hitze wohl nicht auszuhalten sein kann. Das wollen wir auch nicht gerade haben... denkt man nur an die Mücken! Außerdem ist es jetzt noch so schön hier mit dem noch satten Grün und den blühenden Pflanzen. Das ist bei Trockenheit nicht mehr. Wir finden, dieser Zeitpunkt ist ideal für unsere Reise. Heute nacht war es sogar so warm, dass wir die Decke nicht brauchten. - Ich glaube, der Nachbar schnacht wieder!          Nach dem Essen, was wohl gleich fertig ist, werden wir noch eine Wanderung machen. Dann weiß ich morgen wenigstens, wo mein Muskelkater herkommt... Was wir auch schon mal feststellten: diese Pfanne können wir nicht aufs Feuerrost stellen... es könnte sein, wir haben dann keine mehr.           20.25 h - Die Wanderung hat tatsächlich vom "Here you are"-Punkt knapp ne Stunde gedauert. Und sogar Abweichungen vom Weg sind mit eingerechnet! Erstaunlich, wo sich die Kanadier doch gern bei solchen Angaben irren. Auch wir sind stellenweise vom Weg abgekommen, wobei wir nicht auf den Bergen rumgeklettert sind. Wir haben versucht, den 4. Tipp des Guides anzuwenden, hatten danach aber nur 'ne sandige Gusche und lange nicht den Erfolg, den wir erhofft hatten. Wir trösteten uns damit, dass es eh nicht erlaubt ist, Fossilienfunde mitzunehmen. Trotzdem war der Walk sehr spannend. Die Mücken machten uns dabei sehr zu schaffen - immer noch übrigens! Ich setzte mir zeitweise das Netz über den Kopf - da kamen sie eigenartiger Weise nicht, immer nur, wenn ich das Netz wieder abnahm... Wir vermissen Hüte sehr stark, um unsere Moskitonetze vernünftig tragen zu können. Wir sollten sehr bald preiswerte Hüte finden, denn Mücken leben bestimmt in ganz Kanada...           Vor unserer Wanderung haben wir auch das Nest der "Petzvögel" entdeckt: ca. einen Meter von ab gehen wir da vorbei, wenn wir zum Fluss/Strand gehen. Die machen dann ein Spektakel, als ob wir aus deren Eier Frühstück machen wollen... Sie sind eben sehr vorsichtig und dabei leicht aggressiv, aber nur leicht...           Im Moment ist herrlichstes Wetter: die angezeigten 20°C sind wohl eingetreten, auch weil momentan der Wind still ist. Thomas will schon die Plane zusammen packen, ich jedoch nicht, will denn doch den Morgen abwarten, vielleicht können wir draußen frühstücken... Für heute Abend genießen wir die Stille, die wieder nur von den vielen Vögeln, 'ner hartnäckigen Taube und dem Mückengesummel unterbrochen wird. Neben dem Knacken des Feuers ist auch immer mal wieder ein Fasan zu vernehmen. Es bleibt dabei: Dies ist eine interessante Ecke Kanadas. Nur die Mücken müssten verschwinden... ein frommer Wunsch. Im Übrigen hat sich die Camperzahl auf 10 erhöht - auf der Nordseite stehen noch 3, die haben wir von hier aus nicht gesehen. Wir sind die letzten - nur vom Standplatz her...         Für morgen sieht der Plan erst mal so aus, dass wir alles nach dem Frühstück, welches einfach mit Stulle ausfallen wird, zusammen räumen und dann zum Duschen fahren. Von da aus geht's dann weiter Richtigung Drumheller. Das Museum werden wir jedoch auslassen und lieber weiter in Richtung Rumsey etc. fahren. Wir brauchen diesen Campground zwar erst 2:00 pm verlassen, werden aber mit Sicherheit eher los. Allein schon, weil die kommende Tour so um die 250 km sein wird. Und welche Aktivitäten unterwegs noch auf uns lauern, wissen wir ja nicht. Ist ja ein unbekanntes Stück Kanada für uns, welches wir morgen befahren... So, nun mache ich mir erst mal einen Oldesloer without ice und genieße den feurigen Abend!

Geschichte Dinosaur Provincial Park:

Schmelzwasser gruben vor 10.000 bis 15.000 Jahren - am Ende der letzten Eiszeit - hier das Tal des Red Deer River in weiche Sedimentschichten. Der Dinosaur-PP ist eine der reichsten Fossilienfundstätten der Welt (seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe). Seit Joseph Burr Tyrrell 1884 auf der Suche nach ausbeutbaren Kohlevorkommen in der Nähe von Drumheller den ersten Schädel eines Albertosaurus entdeckte, wurden mehr als 150 Skelette von über 30 verschiedenen Sauriern und Überreste von prähistorischen Krokodilen, Schildkröten, Fischen und fliegenden Reptilien gefunden. Immer wieder werden in den Badlands neue Fossilienfunde gemacht.

Am Eingang des Campgrounds steht die restaurierte Hütte von John Ware, einem der frühen Siedler Albertas. Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg aus der Sklaverei entlassen, kam er als Cowboy mit den großen cattle drives von Texas über Montana ins südliche Alberta. Er errichtete eine eigene Ranch, auf der bald über 1.000 Rinder grasten.

Karte 002 - Drumheller - Pine Lake - Thompson Creek
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Donnerstag, 02.06., 9.00 Uhr - Unser gestriges Knäckerchen haben wir fast nur mit Borke und Reisig genährt. Wohl nur 4 Scheite von dem "guten, teuren" Holz verbrauchten wir. Denn auch in diesem Jahr ist der Holzpreis hoch: $8 bis 10; und mehr Holz ist es auch nicht geworden im Säckl. Nun, so lange ich hier - oder eben auf anderen Campgrounds - noch anderes brennbares Material (ohne von Bäumen etwas abzubrechen!) finde, geht es.        Seit ca. 8e sind wir wach und haben auch schon unser "continental breakfast" hinter uns, wobei ich eine Stulle für jeden aufgebraten habe. Inzwischen genieße ich während des Schreibens neben Kaffee mit Zigarette wieder einen freien Blick auf diesen großen schönen Campground, denn der alte Camper ist schon lange wieder weg. Neben dem obligatorischen Vogelgezwitscher hört man wieder den Fasan und recht in der Nähe den Woodpecker, aber beides Geflügel ist natürlich nicht zu sehen. Eine schöne Stille herrscht hier, auch weil eben kaum noch ein Camper in unserer Nähe steht.          Wir machen in unserem morgendlichen Ablauf so weiter, wie wir gestern besprochen haben. Heißt: jetzt aufräumen - oh, Kühe sind von der anderen Flussseite zu hören... Rehe waren übrigens gestern nicht zu entdecken, auch keine weiteren Touries, die in den Bergen rumkraxelten. Der Biber ließ sich auch nicht mehr blicken. Das war den Abend wohl großes Glück. Dafür haben wir gestern wunderschöne Selbstauslöseraufnahmen von uns gemacht. Dadurch, dass wir nun doch schon die Plane zusammengeräumt hatten - Thomas hatte sich durchgesetzt! -, war das Badlandpanorama mit auf den Fotos - cool.          Die Sonne ist nicht zu sehen - alles ist leicht grau bedeckt. Der Wind kommt auch wieder auf. Das alles hält aber einige hartnäckige Mücken nicht zurück. Gestern stachen die Biester denn zu. Saubande die: am ersten Tag erst mal Lage sondieren und den nächsten Tag richtig loslegen... Und was machen die, wenn man nur eine Nacht bleibt?         Für heute ist hier Regen angesagt und das glaube ich auch fast. Fielen doch gestern trotz verhaltenem Sonnenschein einige Tropfen. Aber da sind wir wohl schon weiter und kommen hoffentlich bei Nichtregenwetter an.            18.20 Uhr - Mit dem Aufräumen waren wir ca. 10e fertig und haben uns zum Duschen aufgemacht. Selbige waren mit 2 Loonies zu bedienen und sollten 5 min Wasser geben. Man warnte auch davor, dass es ungewöhnlich heiß sein könnte - eigenes Risiko. So war es auch: Ich hatte das Gefühl, erst mal abgebrüht zu werden. Da ich schlecht einschätzen konnte, wann so 5 min um sind, legte ich fix mal los, war sehr schnell fertig und überlegte: hätte ich die Zahnbürste doch auch gleich hier... Hin und her überlegt, holte ich sie mir noch schnell und just, da waren die 5 min um. Nun, Handtuch rumgewickelt und am Waschbecken weiter gemacht. Unsere Duschprozedur und das Anziehen frischer Wäsche nahm so viel Zeit in Anspruch, dass wir 3/4 11 da abgefahren sind.          Das war der Dinosaur Provincialpark... auf jeden Fall einen weiteren Besuch wert, denn wir haben gar nicht alle Wanderwege geschafft.

Unser Weg führte uns weiter durch die Prärie - wir sahen unterwegs wieder 3 Pronghörner - aber zum Fotografieren zu weit weg. Ansonsten sahen wir wieder viele Bohrlöcher, Wiesen mit Kühen - drei "kloppten" sich - und Felder, nur vereinzelt mal 'ne Ranch. So waren wir sehr verwundert, dass mit einem Mal ein Friedhof auftauchte. Äh, welche Toten liegen denn hier? Weit und breit keine Häuser zu vernehmen. Auch beschäftigten wir uns mit der Frage: Was geschieht mit der Prärie? Waren Angang des 19. Jahrhunderts noch 1.000e Büffel da und hernach Kühe, sahen wir einige zerfallene Ranches! Aufgegeben? Sind das die Toten? Die noch verbliebenen Ranches können kaum diese riesige Prärie in Schuss halten. Was wird in einigen Jahrzehnten geschehen sein mit der Prärie? Mit diesem Gedanken fuhren wir Kilometer um Kilometer weiter - die Gegend wurde nun hügeliger und weitere Teile des Badlands und Red Deer-River-Tales offenbarten sich. Wir stoppten an der Atlas Coal Mine und der Hängebrücke in East Coulee. Natürlich "bewanderten" und fotografierten wir die und überquerten so zum x-ten Male den Red Dee River - aber diesmal eben zu Fuß. Weil wir nicht wussten, welche Attraktion "11 Bridges" ist, fuhren wir einfach mal die 6 km nach Wayne. Das Rätsel hatten wir schnell gelöst und kehrten an der 6. Brücke um. Als Beweis machten wir Fotos von der 6. und 1. Brücke. Denn damit man die Orientierung nicht verliert, sind sie netterweise numeriert. "11 Bridges" heißt einfach, dass man bis Wayne über 11 Brücken "gehen" muss...          Wir machten einen weiteren Abstecher nach Rowley - was auch gern Rowleywood (a la Hollywood) genannt wird - Drehort für den Film "Bye Bye Blues", desses Kulisse immer wieder in Werbespots zu sehen ist. Ein kleines Präriedörfchen mit vielleicht 13 Einwohnern (laut Reiseführer). Aber heute mitten in der Woche war da nix los, alles zu, ist wohl nur am Wochenende Action. Wir fotografierten einige Gebäude und empfanden die Harmonie des Ortes durch den hypermodernen Spielplatz gestört. Wir hätten hier sogar kostenlos campen können, jedoch auf eigenes Risiko. Nee, so allein wollten wir denn doch nicht sein, also weiter in Richtung Rumsey und Drumheller. Wir waren uns ja schon einig, nicht in Drumheller zu stoppen - Museen sind nicht so unser Ding. Da war der gestrige Park wesentlich interessanter... Auf dem Plan stand nun ein Campground am Red Deer River. Wir beguckten uns den, der war nur mit einem Camper besucht, fuhren aber weiter, weil "East" auch auf "West" schließen ließ und weil uns die Karte zeigte, dass wir noch erst wieder den River überqueren müssen. Aber "West" war nichts; so sind wir weiter, an Trochu - der Hochburg der Landmaschinen! - vorbei... und auch an der Tanke! Unruhig stellte Thomas fest, dass die Tankanzeige mit mal auf 1/4 steht! Und nun? Schaffen wir es noch? Erst einmal weiter fahren, denn hinter Trochu war wieder ein Campground ausgewiesen. Fehlanzeige - nix zu sehen. Also weiter die Straße entlang. Die Ranches sollten Guest Ranches sein, aber für uns nicht wirklich zu erkennen. So haben wir alle "links" liegen lassen. Bei Pine Lake war wieder ein, sogar 2!, Campground laut Karte - wieder nix zu erkennen. Wieder weiter mit dem bangen Blick auf die Tanknadel. Pine Lake passiert, blieb uns nur die Wahl, nach Red Deer zu fahren... Oh, gut, eine Tanke tauchte auf, die steuerte Thomas ohne zu zögern an. Das Tanken an sich gestaltete sich anfänglich problematisch, da nichts aus der Säule kam. Auf meine Frage hin, half uns die nette junge Frau. Dadurch entwickelte sich ein Gespräch: auf meine Frage, wo hier ein Campground ist, entstand unter den Farmern/Ranchern, die gerade alle ihre Post holten, eine rege Diskussion. Ich mit meinen spärlichen Englischkenntnissen und -verständigungen war etwas, aber nur etwas überfordert. Wir schafften es jedoch zu verdeutlichen, dass wir nicht in Red Deer übernachten wollten. "In this area must be a campground!" Irgendwie verstanden wir uns und man bedeutete uns, dem einen Mann zu folgen - er führt uns zum Campground, wo man Feuer machen, rauchen und trinken kann!!!! Der zweite noch eingezeichnete Campground, der sich Christian Park nennt, ist doch eher ein Kidspark, wo Alkohol und Rauchen nicht erlaubt sind. Na, diese 3 Aspekte sind doch nix für uns! Wir bezahlten unsere Dieselrechnung, kauften noch einen groooooßen Sack Holz für $7 und folgten dem Fahrer. Der führte uns zu dem Resort, welches wir auf der Hinfahrt schon sahen, aber nicht als Campground ausmachten. Es stellte sich heraus, dass wir dieses Resort auch nie im Leben allein gefunden hätten: wir wären schon bei der nächsten Kreuzung wieder umgedreht... spätestens aber beim Army Camp! Es wurde immer offensichtlicher, dass wir uns außerhalb der touristischen Strecke befinden.           (Pause wegen Essen) Mmh, Thomas hat am Herrentag lecker gekocht und gebrutzelt, aber entscheidend war denn doch meine Vorbereitung... Das Teamwork ließ uns das Mahl: Bratkartoffeln, diese dicken Würste und Gurken-Zwiebeln geschmort sehr gut schmecken. Da ist noch reichlich für das morgige Frühstück. Aber zurück zur Reihenfolge:

Das nostalgische Waschhaus von außen...

Die Führung ins Spruce Bay Resort war auf alle Fälle notwendig. Der erste Blick offenbarte uns, dass es ein Campground ist, wo viele - die meisten - feste Plätze haben. Denn alles steht voll mit "verbarrikadierten" Trailern. Die Officetante war bestimmt sehr überrascht, Touristen aus Deutschland zu begrüßen. Während der Unterhaltung einigten wir uns auf einen Green-Place mit Feuerstelle, wir können Platz 60 oder 61 nehmen, aber auch einen anderen, wenn wir wollen... wir wollten und erachteten Platz Nr. 49 als ideal, weil wir da nicht so viel ausleveln müssen. Nun stehen wir denn hier, nachdem wir $28,35 gelöhnt haben. Für diesen Platz mit dem nostalgischen Washroom doch ein bisschen teuer! Das sind die ältesten Waschräume, die ich je gesehen habe - Antik pur! Was soll's. Das nagelneue Gebäude daneben ist zu - was auch immer da drin ist. Ansonsten ist dies ein riesengroßer Platz am See, den wir aber nicht sehen und auch keinen direkten Zugang haben, weil es steil abgeht. Thomas hat das schon inspiziert. Gänse sind zu vernehmen, der Rasenmäher Gott sei Dank nicht mehr. Kaum hier eingelevelt, umschwirrten uns Unmengen Mücken, was mich veranlasste, mir mein Moskitonetz über den Kopf zu ziehen. Sieht bestimmt nicht gerade gut aus, ist aber effektiv. Das Aussehen war mir gestern schon während der "Bone"-Suche egal. Es hilft etwas - das allein zählt. So bereitete ich neben dem Tässchen Kaffee das Essen vor, Thomas übernahm dann die Kocharbeit, damit ich hier unter meinem Kopfnetz schreiben kann. Einen dicken Stich konnte ich nicht vermeiden, weil ich das Netz noch nicht auf hatte. Nun quält mich das dicke Ding noch neben den anderen auf meiner rechten Schulter, den Händen und den Fußknöcheln. Wäre wohl besser gewesen, beim Einkauf auch an Mückenabwehr zu denken...         Gerade kam noch ein Truck mit Anhänger - sind wir gar nicht die einzigen. Von rechts her ist ein Specht zu vernehmen. Wir werden uns nun noch die Kamera schnappen und den Campground näher inspizieren... welche Kuriositäten da wohl noch lauern?         20.00 Uhr - Sind von unserem Rundgang zurück. Neben einem alten rostigen GMC-Truck haben wir uns fotografiert. Ein Liebhaberstück für deutsche US-Car-Freunde und hier vergammelt es... Es zeigte sich, dass die Mobilbesitzer hier Freunde des Fischens und Bootfahrens sind. Die stationierten Ausrüstungen lassen darauf schließen. Weiterhin ist hier von alt und zerfallen bis nagelneu alles vertreten. Ebwas unheimlich muten die Cabins an. Augenscheinlich sehen sie noch schlimmer als der Waschraum aus... da möchte ich nun wahrlich keine 5 min drin verbringen.

Als äußerst zahlreiches Getier plagen uns die Mücken... Thomas entfacht schon das Feuer - wir hoffen, diese Plagegeister verschwinden recht bald... Kurios ist unser Campereinstieg: 2 Stufen sind ja eh schon hoch, aber um überhaupt auf die Treppe zu kommen, mussten wir den neu erworbenen Holzsack als Stufe nutzen. Wir werden heute das Holz von Calgary, Writing-on-stone- und Dinosaur-PP verbrennen und morgen noch so einen Sack an der Tanke für $7 kaufen. Das ist so viel Holz, wie die beiden zuvor erworbenen Säcke zusammen! Na, dann wollen wir jetzt mal den Abend genießen.

 

Freitag, 03.06., 09.0? h -  Während des gestrigen Feuergenusses konnten wir beobachten, wie denn noch einzelne Trucks/Fahrzeuge eintrafen. Vorbereitungen für das Wochenende? Auch unser Nachbar drehte in seinem Golfcaddy 'ne Runde - wohl um sich anzumelden. Unser Feuer hielten wir wieder noch mit zusätzlichen Materialien aufrecht: Heu vom Rasenmähen - der Lieblingsbeschäftigung der Kanadier - und trockenem Pappellaub. Ging wieder sehr gut. Obwohl wir anfänglich Schwierigkeiten hatten, überhaupt ein Feuer zu bekommen. Denn so richtig Luft bekommt die Feuerstelle nicht. Nachdem ich jedoch den von Thomas gefundenen Kloben rausnahm, ihn obenauf schichtete und neuen Kohlenanzünder nahm, loderten die Flammen auf und brannten mit Nachlegen bis ca. 11e.        An Getier - außer diese furchtbaren Mücken - waren nur Vögel, Gänse und Frösche zu vernehmen. Für den herrlichen Sonnenuntergang hatten wir leider nicht den besten Ausblick. Dennoch versuchte ich ein Foto. Eine Nachtaufnahme am Feuer mit uns tätigten wir nicht. Richtig dunkel, so stockdunkel, wurde es auch gar nicht. Leider schlief ich ab ca. 3/4 5 nicht mehr so gut, weil Thomas sein Schnarchen einsetzte. Natürlich wuselte ich so lange rum, bis wir beide noch mal raus pinkeln sind. Das Wieder-Einschlafen funktionierte bei mir nicht mehr wirklich und halb 9 legte ich das Aufstehen fest. Unser Frühstück war schnell gemacht, weil nur noch Aufwärmen den Rest von gestern und ein Kaffee. Die Einsamkeit nutzend, sind wir ins nostalgische Waschhaus. Wir wollten uns zum Waschen eigentlich einschließen, doch es war keine Möglichkeit dafür vorgesehen. So machten wir uns ganz schnell frisch - das Duschen fällt hier aus! Zum Abwaschen gehen wir da noch wieder hin. Dann wird wieder alles im Camper verstaut - gegen 11e werden wir dieses Mückenareal verlassen... Vom See her weht doch ein kräftiges Lüftchen, aber der Busch hält es ab - leider nicht die Mücken! Graue Wolken beziehen den Himmel; es wird doch wohl nicht regnen? Wo wir hin wollen, ist noch blauer Himmel. Nun denn. Auf dem Plan steht heute Einkaufen in Red Deer: Hemden neue, wenn wir welche finden, ein Hut und Mückenschutz! Ich denke, letztere Dinge werden wichtig sein, denn diese Mückenstiche jucken nicht nur wie Sau, die tun richtig weh - besonders der am Kopf! Thomas hat das Holz verstaut... es kann losgehen.

19.50 h - Ups, heute gibt es aber spät Abendessen... Nun erst mal noch zum Tag: Einkaufen in Red Deer war ein absoluter Fehlschlag! Red Deer hat sich sehr verändert. Unser letzter Stopp war hier 2003! Jedenfalls führt der Highway weit um Red Deer herum. Damals meinten wir, der Workwear-Store ist gleich an der Straße, trafen wir auf eine vollkommen veränderte Lage! Wir fanden nix. Dabei stellten wir fest, dass wir beide einem Irrtum unterliegen: Thomas dachte, ich wolle wieder ein Hemd und ich dachte, Thomas wolle ein Hemd. Da hätten wir mal vorher drüber reden sollen - hätten wir uns ein ordentliches Stück Suche und Fahrt sparen können. Genauso erfolglos blieb die Ausschau nach einer Bank. Wir fuhren unverrichteter Dinge wieder raus aus Red Deer und hofften auf Rocky Mountain House. Red Deer ist unheimlich am Wachsen - groß prangerte am Walmart "2010". Es herrschte unheimlicher Autoverkehr. Wir hatten die Hoffnung, dass der in Richtung Rocky Mountain House weniger wird, was denn auch eintrat.           In Rocky Mountain House kehrten wir natürlich ein. Suchten wir doch hauptsächlich einen Bankautomaten. Fanden wir auch, aber der schmiss uns kein Geld, sondern nur unsere Karten wieder raus. Na son Mist und nu? Den kurzen Besuch in einem dortigen Workwear-Store brachen wir ab, weil unsere Blasen sich meldeten. Kein Klo in Sicht, also erst mal wieder rein ins Gefährt, in einer Nebenstraße geparkt und Premiere auf unserem Hausklo... eine Erleichterung! Nun noch mal rein nach "Downtown" und eine Bank finden. Da war nichts. Also raus aus Rocky Mountain House und siehe da: 'ne Bank. Die gab uns auch Geld. Schön! Wieder eine Erleichterung.           Jetzt machten wir uns auf direktem Weg nach Nordegg. Immer noch keine ausgebaute Touristenstrecke, war natürlich kein Restarea zu finden. Einen Halt konnten wir an einer Zufahrt zur Ölstation machen. Jetzt erst mal einen Kaffee und 'ne Schale Cornflakes. Die "Oilers" machten auch gerade Feierabend - einer nach dem anderen fuhr an uns vorbei.           Weiter ging's, bis wir Nordegg erreichten und rein in die Info sind. Viel erzählte uns der Mann, das Wichtigste haben wir sogar verstanden. Er gab uns Infomaterial, wir beschauten die Museumsstube, ich kaufte im Giftshop einen Hut - $7 hört sich wesentlich besser als $70 an! - und lustige Servietten. Wir befuhren die Ghosttown und bangten dabei, ob wir heil unter die Eisenbahnbrücke durchfahren können. Funktionierte schadlos. Durch so eine Ghosttown zu fahren, ist schon ein bisschen unheimlich: Die Straßen sind beschildert, nur der Plan zeigt einem, wo mal welches Haus gestanden hat... heute ist nur noch Rasen und Busch zu sehen.               Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass 2 Tage hier zu bleiben, für uns nicht lohnenswert ist. Eine 3-stündige Besichtigungstour der Mine findet täglich ab 01:00 pm statt - wir viel zu spät heute - und ein Campground war auch nicht in Sicht. Für diese 3-stündige Tour muss man denn schon richtiger Bergbaufan sein.

Brücke in der Ghosttown Nordegg

Geschichte Nordegg: 

Der Ort ist benannt nach Martin Nordegg, der die Kohlevorkommen entdeckte und 1911 die Mine gründete. Die "Brazeau" Mine förderte Kohle u. a. für Dampfloks und Haushalte. Martin Nordegg - ein deutscher Unternehmer mit Visionen - schuf die erste Minenkommune mit Straßen, die halbrund angeordnet waren. 1914 erreichte eine Eisenbahnlinie die Mine und es wurde hier Kohle abgebaut, bis 1955 die Mine geschlossen wurde. Während dieser Jahre wurden in Spitzenzeiten 500.000 t Kohle im Jahr abgebaut. Anfang 1937 wurde das Abpacken der Kohle in "handlichere" Größen vorgenommen, in den 40ern war es die größte Brikettfirma in Kanada. Die Nordegger Kohlearbeiter waren berühmt wegen ihrer innovativen Technologie.

Mit dem Verschwinden der Dampfloks verschwand auch der Markt für die Nordegger Kohle und die Mine schloss. Mit dem Schließen der Mine 1955 "starb" leider auch die Stadt. Im August 1993 wurde Nordegg mit der Mine nach jahrelanger, mühseliger Arbeit zum "Alberta Historic Recource" und im Februar 2002 zum "National Historic Site" ernannt. (http://nordegghistoricalsociety.org)

Karte 003 Thompson Creek - Banff - Yoho NP
Karte003.pdf
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So sind wir weiter, tätigten aber auf alle Fälle noch den Abstecher zum Crescent Fall Campground. Da war noch fettes Eis! Schön durch die Furt, erinnerten wir uns an 2007, wie wir da noch mitten im Wasserfall standen - heute gar nicht möglich, da donnerte das Wasser nur so runter. Dafür standen viele, na 5, Pferde da. War cool anzusehen. Die Reiter hatten sich ein Zelt mit Kanonenofen aufgebaut - herrlich! Romantisch! (Anmerkung: das ist spezial für Pferd und Reiter ein Campground.) Wir pilgerten denn noch am Bighorn River rum, ich fand ein schönes Stück Treibholz und Thomas ein kleines Stück Kohle. Auf dem Rückweg positionierte ich mich, um die Furtdurchquerung zu fotografieren.          Nun ging es vorbei am Abraham Lake - erstaunlicherweise hatte der Niedrigwasser. Und auch etwas wärmer als 2009 war es. Wir schossen einige Fotos... übrigens unterwegs aus dem Fahrzeug auch immer mal wieder die Berge, denn wir hatten unmissverständlich fast die Rockies erreicht. Die Temperatur wechselte auch von morgens 19°C auf inzwischen 6°C! Man ist halt in den Bergen. Diese liegen auch noch gut voll Schnee. Unterwegs sahen wir jede Menge Rehe - 13/14 Stück waren es gut, eins davon tot und schmeckte einem Raben wohl gut. Am Abraham Lake - ich hielt gerade Ausschau nach Mountaingoates - entdeckte - ohne Riechen! - Thomas eine Herde Bighornsheeps. Apropo Herde: Das war ja erst das Highlight: Wir haben eine Herde Wildpferde am Straßenrand ausfindig gemacht. Das war imposant! Von weitem dachten wir noch, es sind Kühe, weil son Straßenhinweisschild um Achtung bat. Die Gruppe entpuppte sich als herrliche Pferde mit Fohlen. So scheu, wie die waren und keine Zäune rundherum müssen das Wildpferde gewesen sein. Eine Tierart, mit der wir nun gar nicht gerechnet haben.              Weiteres Getier zeigt sich nicht. Unser Weg führte uns, auch mal begleitet von einem Regenschauer, immer weiter an die Berge. Trotz der niedrigen Temperaturen ist es angenehm. Es weht zwar Wind, aber der Wald hält ihn gut ab. Wir sind längst auf dem Thompson Creek Campground. Gleich als wir hier herum fuhren und uns einen Platz aussuchten, bemerkten wir weitere Veränderungen: Waren 2007 die Plastikflamingos schon weg und nur noch weiße Lämmchen, ist heute gar nichts mehr da. Die Hütte ist vereinsamt, unbewohnt und nur noch die weißen Wegsteine zeugen von einstigem Kitsch, der mich 1998 in dieser Wildnis völlig überraschte. Dieses Jahr überraschte uns die gegenüberliegende Seite: Ein Waldbrand hat da gewütet - wann?           Selfregistration! Nahmen wir auch vor und auch gleich noch Feuerholz mit, weil es kostenlos war. Der Parkwardener nahm uns die Geldtüte ab und versprach uns, das Holz auf unseren Platz 19 zu bringen. Mit 'ner Schubkarre voll kam er an - tolle Stücken Holz, die Thomas gleich mal zerkleinerte. Mein Herz machte Luftsprünge - endlich kann ich feuern ohne "sparen" zu müssen! Ich freu mich drauf! Wir sind bestens versorgt mit Feuerholz. Das brauchen wir heute aber auch.            Die ersten Aktivitäten auf diesem Platz waren: Holz hacken und Feuer machen, damit die von mir zubereiteten Fischpäckchen garen können. Kartoffeln aufgesetzt, warteten wir den Moment der Glutbildung ab, legten die Fischpäckchen - mit Paprika, Zwiebeln und Möhren - drauf und ich begann mit dem Schreiben. Leider missglückten die Päcken etwas, der Paprika, den ich unter den Fisch gelegt hatte, war verbrannt und nicht zu genießen so wie auch einige Möhren und Zwiebeln. Aber das Meiste haben wir uns mit den Kartoffeln bestens schmecken lassen - vor allem den Fisch! Während der Garzeit beobachteten wir zwei balgende Eichhörnchen und fanden sehr schnell ein Nest im Baum. Momentan - wir sind fertig mit Essen - dürfen die Kloben durchbrennen, die nicht zu hacken waren. Verdutzt sind wir über die einzelnen Regentropfen, wo wir doch nicht wirklich 'ne Wolke ausmachen können. Thomas dachte schon, ihn pieselt jemand an...         Wir freuen uns, auf diesem Campground zu sein, der neben Writing-on-stone-PP zu unseren Favoriten gehört. Für $22 haben wir 'ne Menge Holz gratis dazu. Nicht nur uns gefällt der Campground: er ist bisher der best besuchteste. Er ist ja auch wirklich schön - und die noch zu vernehmenden Highwaytöne werden bald vorbei sein. Dann bleiben das Rauschen der Nadelbäume, vereinzeltes Eichhörchengemecker und das Knacken des Feuers die einzigen wohltuenden Geräusche.              

 

Der zweite 10-l-Kanister Wasser ist empty... und heute Abend wird die 2. Flasche Alkohol empty sein - sieht man von dem Kräuterlikörchen ab... auch meine erste Stange Zigaretten neigt sich dem Ende! Was wir noch ausreichend haben: Speicherkapazität für Fotos - bei 1.600 möglichen verbleiben uns noch 1.366! Wat ne Zahl... Von unseren 3.000 Frei-km haben wir schon mal 1.324,7 verbraucht...               Da wir den 2. geplanten Tag in Nordegg nicht dort verbringen, haben wir einen Reservetag. Morgen wollen wir nach dem Auschecken die Wanderung zum Thompson Fall machen - wenn wir den Weg denn finden und wenn's Wetter gut ist. Können wir gar nicht abschätzen wie es sein soll - momentan ist es schön, gerade richtig...

 

Samstag, 04.06., 09.0? h - Halb 9 sind wir aufgestanden. Ich habe sogar durchschlafen können... bis mir einfiel, dass wir kein Brot rausgenommen haben. Kann noch nicht lange her sein, denn es ist noch gefroren! In der Nacht muss es noch geregnet haben - unsere Bank ist nass; werden wir drinnen frühstücken. Thomas macht heute Frühstück, ich lauer auf die Eichhörchen... aber nun kommen sie natürlich nicht mehr - hab ja die Technik parat! Etwas frisch ist es heute, aber nicht kalt. Kein Wind - mir sagt das Wetter zu. Gestern beim Feuer tröpfelte es vereinzelt, aber mich störte das nicht. Trotzdem wurde schon mal alles zusammen geräumt und wir genossen bis gut 11 Uhr das Feuer im Stehen. Es war immer noch nicht vollständig dunkel, nur die Bäume machten es am Platz etwas finsterer. In dem vielen Holz befand sich auch ein rechteckiges Stück, welches ich sofort rausklaubte und als Stufe nutzte. Erweist sich als notwendig und gut. Wäre doch gelacht, wenn wir nicht Lösungen finden... Ich genieße diesen Platz sehr und weiß schon jetzt, dass ich ihn immer wieder ansteuern werde... Zu hören sind diese kleinen Biester ganz in der Nähe, nur zeigen sie sich nicht...

Gestern beratschlagten wir, heute in Banff einen Powerplatz zu nehmen. Nach 5 Tagen sollte die Batterie mal wieder ordentlich aufgeladen werden. Außerdem haben wir einen Puffertag und können den für Banff nutzen. Vielleicht finden wir ja auch 'ne schöne Aktivität. Da wir uns heute auch nur "klein" waschen können, macht sich auch 'ne Dusche wieder gut. Mal eins muss eben Power sein, auch damit wir das Wasser im Tank bewegt bekommen. An Trinkwasser ist nun unser 3. 10-l-Behälter angebrochen worden. Werden wir in Banff noch was kaufen müssen. Und dann mal schauen, wie wir unsere Rabattkarte einsetzen können.            Eben blinzelte sogar die Sonne durch, aber die Bäume lässen sie noch nicht zu uns. Und immer wieder diese Hörnchen... keines zu sehen, nur zu hören... ich krieg euch noch, bisschen Zeit habe ich noch...            ca. 10e h - Frühstück - Bacon und Omelett, dazu "Dönerbrot" - ist vertilgt. Hat Thomas gut, sehr gut gemacht. Trotz Sonne tröpfelt es auch immer wieder mal. Auf Dauer merkt man auch die Frische. Da ist es von Vorteil, das wir ein extra Fahrerhaus haben, was sich wesentlich schneller aufwärmt als in sonem großen Wohnmobil. Dieser Truckcamper ist für 2 Personen ideal - mit 3 hätte man schon ein paar Problemchen, allein am Tisch... Kürzer als son anderes Geschleuder ist unser allerdings auch nicht.             Obwohl uns dieser Campground sehr gefällt, werden wir bald aufbrechen. Ob die Wanderung zum Wasserfall noch durchgeführt wird, hängt von der Sichtung des feuchten Bodens ab.

 

ca. 19.30 h - Die Wanderung zum Wasserfall haben wir nicht gemacht, aus dem einfachen Grund: wir haben den Pfad nicht gefunden. Da war nix ausgeschildert. Ist wohl nur was für "Insider" - sind wir offensichtlich noch nicht! Also machten wir uns auf den Weg in Richtung Icefield-Parkway und passierten auch schon das Parkgate: erste Ausgabe des Tages. Nun befuhren wir die schönste Straße durch die Canadien Rockies und gleich mal am Mistaya Canyon vorbei. Schade! Auch die nächste Attraktion ließ Thomas aus und fuhr weiter. Ich hätte gern eine Wandung beim Waterfawl Lake gemacht. Wieder schade - leicht verärgert. Na wenigstens hatten wir am Stopp zuvor Fotos machen können. Obligatorisch hielten wir am Peyto Lake und waren erstaunt über die Massen - an Schnee und Fahrzeugen. Für "Winterurlaub" wieder schuhmäßig nicht ausgerüstet, ließen wir den Marsch durch den Schnee zum Peyto Lake sein und stellten uns nur im Schnee für's Foto. Den Peyto Lake haben wir schon so oft gesehen, da müssen wir uns das heute mit den Menschenmassen nicht antun.          Zeit gewonnen, hielten wir aber am Bow Lake und machten dort ein paar Schritte. Eine Eiseskälte pfiff da vom See her. Kein Wunder, war der ja auch noch zum größten Teil zugefroren. Wir machten viele Fotos und tätigten unsere nächste Geldausgabe: Postkarten. Insgesamt hielten wir uns bei Num-Ti-Yah-Lodge gut 'ne Stunde auf. Leider fuhr Thomas dann am Mosquito Creek wieder mal vorbei, weil der Campground geschlossen war. Ja und? Deshalb kann ma da trotzdem parken und im Creek etwas umher laufen. Nun war ich neben enttäuscht auch ein bisschen wütend. Gern wäre ich da wieder mal lang gelaufen und die Erinnerungen an die Durchwatung mit Kyra oder unsere verzweifelten Versuche, ein Feuer zu entfachen, aufgefrischt. Nu - is nich! An Lake Louise rauschten wir einvernehmlich vorbei; war schon am Peyto Lake so viel los, wird dieser berühmte See nicht minder besucht sein. Auch den haben wir genauso oft gesehen; ebenso den Moraine Lake. Dieses Mal denn mal nich...

So sind wir den Bow-Valley-Parkway rein - auch um den Johnston Canyon zu belaufen. Aber erst mal wollten wir die ruhige Fahrt genießen, nachdem wir uns auf dem Icefield Parkway mittenmang von Läufern und Radfahrern umgaben sahen. Crazy Animals! Und auf dem Bow-Valley-Parkway dasselbe! Nun, störte nicht wirklich. Kommt schon cool, wenn so die Samstag-Freizeitläufer und -Radfahrer die Highways bevölkern...              Irgendwo hielten wir an, weil ein Pkw vor uns einen Wapiti entdeckt hatte. Auch ich machte schöne Fotos. Der zweite Wapiti stand noch besser an der Straße und ich konnte aus dem Auto fotografieren. Die Gegend war wieder sehr schön anzusehen und mindestens eine "Bude" erschien uns neu gebaut. Wir hielten nicht; erst am inoffiziellen Train-Spotting-Point. Es hatten sich schon einige versammelt. Wir fuhren erst mal auf den Parkplatz uns genossen unsere Müsliportion. Gut dass ich mir noch 'nen Kaffee gemacht hatte. Den wollte ich auf der anderen Straßenseite mit Blick auf die Gleise trinken. So sind wir denn da hin... gerade mal die Tasse Kaffee und 'ne Zigarette dauerte es und ein Güterzug kam. Wenn das mal kein Timing is... Thomas entdeckte ihn, bevor der Zug überhaupt Signal gegeben hatte.               Nun, diesmal wirklich alles gut verstaut - der letzte, der im Camper war, hatte nicht darauf geachtet, dass auch die Schranktüren zu sind -, setzten wir unsere Fahrt fort. Eine Menge Autos am Straßenrand kamen in Sicht... sind die alle im Restaurant essen? In dem kleinen Ding? Wohl nicht. Der Parkplatz am Johnston Canyon war so rappelvoll, dass die Fahrzeuge am Straßenrand parken mussten... Es wurde uns bewusst, dass heute Samstag und obendrein noch schönes Wetter ist. Da sind jede Menge Menschen unterwegs... Nein, das müssen wir uns nicht antun: da sehen wir mehr Menschen als Johnston Canyon. Das ist nicht unser Ding. Reicht schon, wenn wir die ganzen Touries in Banff erleben...              Bevor wir zum Campground fuhren, sind wir noch zu den Vermillion Lakes gefahren. "Meinen" Mount Rundle musste ich fotografieren, zumal er heute noch viel Schnee zeigt. Auf eine Zigarette genossen wir den Ausblick auf Berg und Seen, ehe wir uns ins Getümmel aufmachten. Wir hatten vereinbart, gleich einen Platz zu mieten und dann in die Stadt zum Shoppen schleudern. Wir erkundigten uns nach dem Bus und erhielten Instruktionen samt Fahrplan. Da ein Bus gerade weg war und der nächste in 40 min gen Stadt fährt, haben wir nur den Camper mit Power versorgt, unsere Sachen sortiert und gepackt und uns zur Haltstelle begeben. Auf dem Weg schnell noch die Duschen inspiziert, dann kam der Bus auch schon. $2 pro Person ist ein Superpreis gegenüber mindestens 4 km Fußmarsch! So waren wir fix in der Stadt und konnten die nächsten Geldausgaben vornehmen...