Howdy und ein herzliches Willkommen
Howdy und ein herzliches Willkommen

Kanada 2011 - Banff bis Calgary

immer noch 04.06., 20.30 h - Wir haben gut Geld ausgegeben: für Moritz eine karierte Jacke, für mich ein paar Kleinigkeiten, für Thomas ein paar Kleinigkeiten, etliches an Dekomaterial. Für letzteres sind besonders die 1-$-Stores ideal. Selbst die 20-%-Rabatt-Karte kam zum Einsatz - nicht schlecht. Nur Wasser haben wir nicht gekauft. Unsere Postkarten sind auch noch nicht beschrieben...             Die letzte Station unseres Stadtbummels war der Saloon "Wild Bill's". Wir konnten uns die Kneipe ansehen und hatten einen kurzen Schnack mit dem Kellner. Der offerierte uns, dass heute Abend so ab 10e Country-Live-Musik ist. Inzwischen haben wir beschlossen, da hinzugehen - besser fahren, weil das mit dem Bus so supi ist. Haben wir zwar nur eine Stunde, aber was sollen wir sonst auf diesem Campground anfangen? Der hat den Charme eines Parkplatzes und keine Firepits ;-(      Nun noch die Postkarten schreiben und dann ziehen wir wieder los.

 

Geschichte Banff (und Nationalpark)

Ehrlich, hier jetzt etwas zu Banff und dem gleichnamigen Nationalpark zu schreiben, wird echt zu viel. Sehr gute Informationen und Wissenswertes zu Banff und dem Nationalpark sind im Vista-Point-Reiseführer "West Kanada" von Wolfgang R. Weber zu lesen. Dieser Reiseführer hat all unsere bisherigen Reisen begleitet, weil wir geraden den gut finden.

 

Sonntag, 05.06., 18.10 h - Fange ich mal mit gestern Abend an: 9 von 10 Postkarten beschrieben, Geld eingesteckt, machten wir uns per Bus auf nach Downtown. In der Banff Ave. angekommen, suchten wir den Postkasten - erledigt. Nun rein in die Kneipe... ach, was, das Beste vergesse ich wieder. Diese 5-min-Busfahrt war doch schon das Erlebnis des Abends. Schon wie wir an der Haltestelle standen, war Gegröhle (so als wenn wir Deutsche "Hölle, Hölle" singen) zu hören. Party! Kurz bevor der Bus dann kam, trabten noch lautstark ein paar junge Leute an, die bereits für die Banff-Nacht vorgeglüht hatten. Die plapperten uns auch gleich voll; das Hallo war groß, wie wir erzählten, dass wir aus Deutschland kommen. Sie selbst kamen aus Irland. So gut es ging, erfolgte Smaltalk, weil die so was von laut, aber lustig drauf waren. An der nächsten Haltestelle wurde das Hallo noch turbulenter, als "Uncle Larry" einstieg. Ob die jungen Frauen, die auch bei dem Tamm-Tamm mitmachten, dazu gehörten? Keine Ahnung. Uncle Larry kam aus Australien. Diese Bustour war ein Riesenspaß. Cool blieb der Busfahrer und machte beim Begrüßungstheater voll mit. Wie wir alle ausstiegen, erfolgte ausgiebiges Shakehands mit den besten Wünschen. So waren wir schon gut auf den Abend eingestellt... Jetzt erst steckten wir die Karten ein und dallerten zum Saloon zurück. Obwohl angekündigt, brauchten wir keinen Eintritt bezahlen und wurden zu einem Tisch direkt gegenüber der Bühne geführt. Natürlich bestellten wir uns kanadisches Fassbier - $12, wir gaben 15, 2mal! Aber es schmeckte ja auch gut und schließlich haben wir Urlaub. Dass war dafür gut 24 cans erwerben können, verdrängten wir. Spaß muss sein... und der Bus ist doch günstig...             Die Live-Musik wurde uns nun 'ne halbe Stunde später angekündigt, bis dahin lief Countrymusik. Wir erkannten Copperhead Road und Jukebox - getanzt hat aber niemand. Wir registrierten, dass Eve Hell sich aufbaute - sie packte ein Contrabass aus. Ein Gitarrist und ein Schlagzeuger gesellten sich dazu. Wir nutzten diesen Vorbereitungsmoment, um noch die ultimative Aufnahme im Saloon zu machen. Dann legten Eve und ihre Jungs auch schon los - Rockybilly - leider m. E. viel zu laut. Ihre Stimme kam nicht wirklich durch, es war nur zu erahnen, dass sie eine tolle Stimme hat. Nach dem zweiten Lied war ich froh, dass wir kurz nach 11 wieder zum Bus müssen. Auf dem Weg zum Klo - der war elendig lang, eine Riesenkneipe! - vernahm man ihre Stimme besser - eben weil wir nicht mehr direkt vor der Bühne saßen. Die machten schöne Musik, wenn auch bis zu unserem Verschwinden kein Country; aber es war einfach zu laut - schade. Am Eingang fragte ich noch nach einem Flyer von dem Saloon. Als sie keinen hatten, machte ich den Vorschlag, die Getränkekarte (ein A5-Blatt) mitnehmen zu dürfen. Wollten sie nicht, lieber fingen sie an, hektisch irgendetwas anderes zu finden und gaben mir ein A4-Poster und 'ne Art Gutschein mit. Na, ist doch was. Mir kam es doch hauptsächlich auf den "Wild Bill" an. Ein passendes T-Shirt für Thomas fanden sie nicht. Bei dem Gemühle auch kein Wunder. So wirklich rechnen sie wohl nicht damit, dass jemand tatsächlich ein Shirt kaufen will. Wir mussten zum Bus und beendeten höflich und nett dankend die Suchaktion. Noch 10 min auf den Bus wartend, werteten wir den Abend als gelungen aus.           Im Camper angekommen, fanden wir diesen total mölig vor! Waren wir das? Wir machten erst einmal Beweisfotos. Nebenher schlürften wir noch ein Kookanee. Kurz nach 12 sind wir dann zufrieden in unser Deckenlager gekrochen. Leider war für mich die Nacht kurz nach halb 6 zu Ende und Thomas schnarchte noch nicht einmal! An Wieder-Einschlafen war nicht zu denken, denn gegen 6 ging der Zugverkehr mit dem obligatorischen Getute los. Ich döste nur noch im Halbschlaf rum und war froh, dass es inzwischen halb 9 war und ich aufstehen konnte. Wir folgten meinem Vorschlag, sofort duschen zu gehen, ehe es so richtig voll wird, und dann zu frühstücken. War eine weise Entscheidung: kaum waren wir im Duschhaus, füllte es sich und wurde obendrein kurze Zeit später zur Reinigung geschlossen. Wir waren da aber schon fertig und konnten nun unser Frühstück genießen. Wir hatten fast alles an Geschirr eingesaut - waren wohl doch wir, die so rumgemöhlt hatten... - und unser Abwasch war groß. Aber Dank Power kein Problem und wir brachten ordentlich Bewegung in unseren Wassertank. Noch die ganzen Klamotten, Geschenke und Geld auseinander klabösen... das nahm viel Zeit in Anspruch und ich konnte nix mehr schreiben. Wenn auch nur kurz nach 11, verließen wir den Campground etwas zu spät, was aber keine Konsequenzen hatte. Nun noch mal rein nach Banff, die letzte Karte einwerfen und einen Store wegen Wasser suchen. Letzteres blieb erfolglos. Im Giftshop am Indianer-Museum erstand Thomas noch ein Shirt für Jasmin. So sind wir raus aus Banff, kaufen wir noch in Lake Louise ein.              20.20 h - Dieses Mal nahmen wir nicht den Bow-Valley-Parkway und fuhren den Highway 1. Dank der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 90 km/h war der sehr gut zu genießen. In Lake Louise tankten wir noch auf, weil es in British Columbia mit 15 % Steuer eben teurer als in Alberta ist. Weil ich die ADAC-Karte nicht dabei hatte, mussten wir auf diese Prozente verzichten. Da wir im Voraus bezahlen mussten, tankte Thomas nun für genau $50. Für den Einkauf von 2 Wasserkanistern, 'ner Box Cornflakes und einem großen Muffin nutzten wir die zweite 50-$-Kreditkarte. Noch 'ne Schale Müsli essen, ein paar Aufnahmen machen - nun begaben wir uns auf direktem Weg in den Yoho-Nationalpark. Den Tunnel-Viewpoint ließen wir aus - kennen wir schon und auch, dass die Bäume inzwischen keine Sicht oder kaum noch Sicht zulassen. Unser Vorhaben war eher so, einen Platz auf dem Kicking Horse Campground zu belegen, nach Field zu fahren wegen Loks, dann schon mal die Natural Bridge und den Emerald Lake besichtigen. Doch was war das? Kicking Horse Campground geschlossen? Wieso das? Wir sahen zwar ein paar Bäume rumliegen, konnten uns aber nicht erklären, warum die die noch nicht weg geräumt hatten... schließen lieber einfach den Campground. Also mussten wir kehrt machen. Der Monarch Campground kam gar nicht in Frage, weil ohne Firepits. Und wir brauchten für die Rindersteaks 'ne Feuerstelle. Was nun? Auf die Karte geschaut, sahen wir, dass noch weiter südlich einer mit Feuerstellen ausgewiesen ist. Hoffen wir mal, da Platz zu finden. Jetzt machten wir uns erst mal daran, die Natural Bridge ausgiebig zu fotografieren. Der Fluss führte gut Wasser und die Touries gaben recht bald den Blick vollständig auf die Brücke frei. Verschiedenste Perspektiven hielten wir fest. Knapp auf die Zufahrtsstraße zur Natural Bridge und Emerald Lake eingebogen, musste Thomas eine Vollbremsung vornehmen, weil ein Wapitiweibchen von links nach rechts hirschte. Die am Highway stehenden Pkw haben es auf unsere Straße "getrieben" - hops, über die Betonteile rüber, war es vor uns über die Straße und im Wald verschwunden. Alles in Sekundenschnelle und hätte auch ganz anders ausgehen können.

Nun fuhren wir weiter zum Emerald Lake. Hier angekommen, ohne weitere Vorfälle, schauten wir erst einmal in den Shop ohne fündig zu werden. Eine Idee für T-Shirts habe ich mir abfotografiert - mal schauen, wann und wie ich die umsetzen kann. Zum Kanufahren hatte Thomas wieder keine positive Meinung, weil wir immer noch über keinerlei Erfahrung verfügen. So sind wir mit Sonne im Rücken um den See gewandert. Es stellte sich heraus, dass heute mein Flower-Power-Tag wird: Ich fotografierte etliche einzelne Blumen. Aber auch den See, die Berge - alles, was mein Auge meinte, schön zu sein. Noch haben wir über 1.000 Bilder!            Auf dieser Wanderung war es schön warm, nur ab und an kam ein kühler Luftzug, der als angenehm zu empfinden war. Wir machten sogar Selbstauslöseraufnahmen. Auch das wüste Feld als Ergebnis einer Lawine hielten wir für die Ewigkeit fest. Unter dem Bäumegeröll war noch gut 70 cm Schneehöhe zu sehen. Bestialisch diese Verwüstung. Uns dämmerte nun, warum auch auf dem Kicking Horse Campground solch Bäume lagen und beschlossen, noch einmal zum Campground zu fahren. Das mussten wir nun wissen. Wir nutzten diese Gelegenheit, gleich zum "Wassertreffen" zu fahren. Beim meeting of the water treffen sich der Kicking Horse und der Yoho River. Hinunter zu klettern hatten wir keine Lust mehr, war es schon nach viere und die Zeit drängte uns etwas, um nicht zu sagen der Hunger. Ein Paar Kilometerchen hatten wir ja noch vor uns.            Wir hielten noch mal kurz an der Brücke um zu fotografieren und steuerten nun endlich den Campground an. Ein arges Bild der Verwüstung! Kamera gezückt und das Dilemma festgehalten. Uns war jetzt verständlich, dass dieser Campground dieses Jahr nicht mehr geöffnet wird. Auch hier zerstörte offenbar eine Lawine mindestens ein Drittel im Anfangsbereich des Campgrounds den Platz. In den Holztrümmern waren noch einige Sitzgruppen zu vernehmen, ein WC-Haus war zerstört. Ein wehmütiger Anblick - es wird Jahre dauern, bis dieser Teil des Campgrounds, auf dem wir immer gern gestanden haben, wieder die Idylle offenbart.  Wir waren schon sehr traurig, hatten wir uns doch so auf diesen Platz gefreut, sogar 2 Tage eingeplant. Nun blieb die Spannung, wie der weiter südliche Campground sein wird. Ansonsten haben wir ein kleines Problem!             Die Uhr zeigte fast 5 als wir uns auf die Fahrt begaben. Die angekündigten Viewpoints ließen wir aus, genossen dafür das Bergpanorame und stellten fest, dass wir in diese Richtung noch nie gefahren sind. Die 2 in Field "parkenden" Züge waren längst durch. Es stand kein Stopp mehr auf dem Plan. Dennoch hielten wir irgendwo am Highway, weil uns ein Zug entgegen kam. Thomas meinte noch, da unten stehen auch Camper, aber ob die den Zug sehen? Wir nahmen an, des es Trainspotter sind. Den Zug hatten wir nun auch und hielten die Augen auf, weil der Campground recht bald kommen müsste. Richtig, der noch geschlossene Hoodoo Campground wurde passiert, nun muss unser kommen. So war es auch. Wir merkten, dass wir ein ganzes Stück dem Highway entgegen fuhren und letztendlich bei den vermeintlichen Trainspottern landeten. Ein Campground - Chancellor Peak heißt er - der auf einer großen Insel im Kicking Horse River angelegt ist. Erfreut registrierten wir, dass er schön ist. Zwar eingebettet vom Highway und den Gleisen, aber schön - entsprach unseren Vorstellungen.            Die Platzauswahl stellte uns wieder vor das übliche Problem, aber nach genauem Begutachten entschieden wir uns für Nr. 28. Der war sonnig, mit Feuerstelle und durch die Bäume geschützt. Jeder dichter am Wasser war auch schön, aber zu zugig. Wir haben mit diesem Platz eine sehr gute Wahl getroffen und wurden gleich von einem Falkenpärchen begrüßt.             Nun wurde es höchste Zeit, das Feuer zu entfachen, um für die Steaks Glut zu haben. Da diese schon gewürzt sind, packte ich sie einzeln in Folie und Paprika/Zwiebeln extra ein. Die Steaks zuerst auf den Grill für 25 min, etwas später - zu spät leider - die Gemüsepäckchen. Für die Steaks hätten auch 20 min gereicht und das Gemüse hätte auch 'ne Idee früher rauf gekonnt. Aber so war nichts verbrannt und schmeckte gut. Da ich nicht so ein Steakfan bin, durfte Thomas 2 essen, ich dafür die Stulle. Das war voll ausreichend - Kartoffel noch dazu wäre einfach zu viel gewesen. Satt waren wir und das Feuer so weit runter, dass wir einen Spaziergang machen konnten. Wir lokalisierten die Lage und fanden, dass man von Platz 34 gute Aufnahmen von einem Zug machen könnte, denn die Gleise hinter dem Fluss waren gut zu sehen. Wir sind dann zur anderen Inselseite, fotografierten Berge und Blumen - keine Ahnung wie die so heißen, sehen aber toll aus. Auf dem Rückweg zum Camper kam ich natürlich nicht an dem riesigen Holzvorrat vorbei und legte fest, wenn wir $8 für Holz bezahlt haben, nehmen wir uns auch was mit. Thomas war nicht so begeistert, aber da muss er durch, leider auch hacken... macht er doch gern. Das Holz abgeladen, machte ich mich wieder ans Schreiben und Thomas hackte. Das Holz brennt nun sehr gut.           An der Registrierstation hängt ein Wetterbericht, der für morgen und übermorgen Regen voraussagt. Schade - hätten wir uns hier heute noch einen kanadischen Sonnenbrand holen können bie 22°C, sollen es morgen regnerische 11°C sein. Sollte es wirklich so eintreffen, bleiben wir hier nicht den 2. Tag. Haben auch erst nur einen gebucht. So, und weil das noch so ein schöner Abend ist, werde ich jetzt mit Schreiben aufhören... Der 4. Zug - aus anderer Richtung - "rauscht" vorbei. Thomas ist leider zu spät los gelaufen - er ist immer so unentschlossen...

Karte 004: Golden - Revelstoke - Nelson - Cranbrook - Crowsnest Pass
Karte004.pdf
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Montag, 06.06., 09.20 h - Wieder gegen 11 - es erscheint einem immer noch so hell! - sind wir ins Bett. Ich habe bis ca. halb 6 gut geschlafen. Nachdem der Zug durch war, ging ich doch noch raus pinkeln und ließ Thomas sogar schnarchen. Ich bin denn erstaunlicherweise wieder eingeschlafen und erst um 9 wieder wach geworden. Lag bestimmt daran, dass wir die kleine Wanderung gemacht haben. Der Highway und auch eventuelle Züge stören beim Schlaf nicht.           Entgegen des Wetterberichtes scheint herrlich die Sonne. Thomas hat das Frühstück gemacht: Eier! Er macht das so gut, deshalb darf er das jetzt immer machen. Nur mit der Kaffeedose hatte er heute einen kleinen Kampf... Schon gestern Abend haben wir beschlossen, die Wanderung zum Wapta Fall zu machen - Wetter spricht auch dafür. Dann schauen, was Golden so bietet, Stoppen am Rogers Pass und dann in Revelstoke einkehren, in der Hoffnung, den Campground mit dem Zedernholz zu finden. Ergo bleiben wir hier keine zweite Nacht.          10.45 h - Wir sind zum Aufbruch fertig. Kam doch eben noch der Parkwardener und fragte nach unserem Payment. Erst da stellten wir fest, dass unser Zettel am Pfahl weg ist. Dabei hatte ich ihn gut untergeklemmt. Inzwischen wird der Parkwardener festgestellt haben, dass unser Umschlag in der Metallsäule liegt. Komisch, dass der Zettel fort ist? Das Falkenpärchen macht über uns wieder Alarm... verabschiedet es uns? Bye, bye...

ca. 18.00 h - Am Wapta Fall sind wir gleich mal vorbei gerauscht, weil uns kein Schild den Weg wies. Erst als wir vorbei waren, sah Thomas eins. Also: Wenden in 3 Zügen auf dem Highway. Herrschte bisher reger Verkehr, in diesem Moment zum Glück nicht. Etwas unschlüssig waren wir dann, ob man den Weg noch weiter fahren darf, aber das "max 30 km/h"-Schild sagte ja und so sind wir die Straße weiter bis zum Parkplatz. Nun hatten wir immer noch einen 2,6 km langen Wanderweg vor uns und marschierten mit Fotoapparat, Fernglas und einer Flasche Wasser - na und 2 Zigaretten - los. Erst trafen wir nur 2 Wanderer, dann kam uns ein deutsches Pärchen entgegen und informierte uns, dass es noch knapp 500 m bis zum Wasserfall sind, aber dieser nicht sehr spektakulär sei. Nun, das mag Ansichtssache sein, wir gingen natürlich weiter - allein, so kurz vorm Ziel... Wir selbst fanden den Wasserfall ganz interessant. Noch ein Stückchen weiter runter und es offenbarte sich ein anderer schöner Blick auf den Wapta Fall. Der Wetterbericht hatte sich wohl geirrt: es war so herrlicher Sonnenschein - vorhin als wir losfuhren 14°C und trocken. Und reichlich Mücken! Es war Zeit für den Rückweg und die Weiterfahrt.          In Richtung Golden wurde der Highway neu gemacht - die bauen hier wie die Irren. Dadurch fehlte das Gate zum Yoho-NP und wir sparten einen Tag Parkgebühr. Bis Sommer 2012 wollen sie fertig sein. Gearbeitet hat nur ein Bagger! Wie die diese zig km fertig bekommen wollen bis 2012? Fraglich bei dem Arbeitsstil, den wir sahen. Soll nicht unser Problem sein. Aber durch die Bauarbeiten sah die Landschaft teilweise "nackt" aus. Getier - außer jene Mücken - bekamen wir nicht zu Gesicht. Am Straßenrand irgendwo lag ein totes Reh und diente nun 2 Krähen als Mahlzeit.           Golden passierten wir unangesehen, uns stach in den Prospekten keine Attraktion ins Auge. Obwohl wir uns konzentrierten, verpassten wir den Stopp am Rogers Pass. Der Rogers Pass ist eher "unspektakulär" und leider schlecht ausgeschildert: Den Hinweis "Service Centre" interpretierten wir als Tanke und Reparaturstation, den nächsten Hinweis mit diesen Bögen nahmen wir nicht wirklich für voll. Es stellte sich dann auch heraus, dass wenigstens ich einem Irrtum unterlag. Ich freute mich schon, dass wir den Mount Robson heute wohl wolkenfrei sehen können, als Thomas mich aufklärte, dass der Mount Robson hier gar nicht ist, sondern eher bei Jasper oben. Dann ist ja auch kein Wunder, wenn ich auf ganz andere Hinweisschilder gelauert habe. Aber auch Thomas war auf intensivere Schilder aus. Nun war er passiert - der Rogers.            Wenig später machten wir am Highway auf einer Ausbuchtung Pause. Wieder eine Schale Müsli vertilgt, ich mit Kaffee, ließen wir uns von den Fahrzeugen auf dem Highway zu dröhnen. Nein, ganz so schlimm war es nicht, aber der Verkehr war schon recht gut. Leider kam zu diesem Zeitpunkt auf den gut sichtbaren Gleisen gerade mal kein Zug - wie immer! Dass da auch noch ein Tunnel ist, sahen wir erst, als wir wieder weiterfuhren.               Nun führte der Highway durch diverse Tunnel - über einen rauschte ordentlich Wasser runter. War doch noch recht viel Schnee zu sehen, stiegen die Temperaturen und es war schön warm - genau richtig für Thomas. Ein nächster Punkt war von uns ausgesucht: die Canyon Hotsprings. Nun ja... nicht unser Geschmack. Da sitzt man in einem Pool; nicht mal ein Canyon war zu sehen. Ne, und wo es so warm ist, brauchen wir keine heiße Quelle. Das ist mal was, wenn man auf diesem Campground steht und schlechtes Wetter ist. Heute haben auch nur 2 Leute drin gesessen. Da haben wir nichts versäumt.           Sollte als nächstes eine Serpentinenfahrt auf dem Meadow to the sky-Parkway stattfinden, erschien schon mal die Abfahrt nach Revelstoke! Wir hatten noch nicht ausreichend Infomaterial, so dass wir da erst mal ab und in die Stadt sind. Die Hitze hier war ja kaum auszuhalten - mir war es schon leicht zu viel des Guten. Im Visitorcentre bekamen wir dann die Informationen, die wir brauchten. Es sollte nur ein kleiner Fußmarsch zum Feuerwehrmuseum sein - so traten wir den an. Leider hatte das geschlossen... ich meinte verstanden zu haben, dass es aus Kostengründen nicht täglich geöffnet hat, aber morgen von 8-14 h. Nun gut, kommen wir noch mal wieder. Thomas erhielt schon mal son Aufnäher, ein T-Shirt würde $20 kosten.          Wir sind wieder zu unserem Fahrzeug, welches sich gut aufgeheizt hatte. Da wir nun wussten, wie wir den Meadow to the sky-Parkway finden, fuhren wir hin und natürlich auch rauf. Die Gate-Hütte war noch nicht besetzt, also brauchten wir noch nichts bezahlen. Bis 17.00 Uhr war der Weg noch zu befahren, nach "alter" Zeit war es gerade 4, also eigentlich um 3 und somit ausreichend Zeit (Anmerkung: es fand eine Zeitumstellung statt, aber Thomas hat die Uhr nicht umgestellt). Am ersten Point machten wir Halt und genossen den wunderschönen Blick auf Revelstoke. Wir machten den Campground aus - per Fernglas und mit Foto! Weiter die Serpentinen hoch und zeitweise immer mal wieder einen Blick auf Revelstoke erhascht. Ein nächster Viewpoint erschien und gleichzeitig der Hinweis, dass ab hier zu Fuß zu laufen ist, wenn wir nicht gerade Parkwardener sind... Wieder ein schöner Blick! Beim Fotografieren der noch zugeschneiten Straße wehte uns ein recht frisches Lüftchen entgegen, obwohl des Thermometer 22°C anzeigte. Den Fußmarsch zum Footstep loop machten wir nicht - da wurde uns die Zeit denn doch zu knapp. Wieder mal eine weise Entscheidung. Wir machten uns nun direkt zum Campground auf. Längst hatten wir uns wieder für den Williams Lake Campground entschieden, weil wir 2005 hier 'ne große Schubkarre voll Zedernholz erhielten. Auch Deutsch wird hier gesprochen - zieht dementsprechend auch viele Deutsche an! Wir waren gerade beim Einchecken als wir sahen, dass hinter uns noch 3 Camper mit demselben Vorhaben stehen.            Wir erwähnten kurz, dass wir 2005 mal hier waren. Auf unsere Frage, ob es noch immer die Schubkarre voll Holz gibt, erhielten wir leider eine negative Antwort. Nun gibt es für immer noch nur $4 eine Kiste! Wir mussten seine Erklärung hinnehmen, dass mit der Karrengröße die Leute das Holz nicht verheizt haben und er zu viel entsorgen musste. Ist für uns persönlich nicht wirklich nachvollziehbar! Zum einen, warum die Leute sich das Holz nicht mit genommen haben - so wie wir damals (und heute!) - und zum anderen, warum er das unverbrauchte Holz entsorgte. (Anmerkung: später sahen wir, dass das Holz, welches entsorgt werden musste, nicht unverbraucht, sondern nicht vollständig weggebrannt war. Also angekohlte Stücke, die nicht wieder zu verkaufen waren).            Wir durften uns einen freien Platz aussuchen und entschieden uns für die Nr. 14. Hier herrschten Temperaturen um 28°C - sehr warm. Nachdem wir uns eingelevelt hatten, packten wir unsere Schmutzwäsche zusammen, wir wollten doch gleich auch die Laundry nutzen. Und was soll ich sagen: Top! Für $1,75 gewaschen, für $1 40 min getrocknet und fertig ist die Wäsche. Den Preis hat noch keiner geschlagen! Kurz war mal der Strom weg und wir durften die Maschinen noch nicht anmachen. Diese Zeit nutzten wir, um uns im Shop umzusehen. Ich erstand einen Pullover in ähnlicher Art, wie ich mir die T-Shirts abfotografiert habe. Auch Thomas kaufte sich ein T-Shirt. Die Aluschale brauchten wir nicht kaufen, er gab uns ein Grillrost.            Thomas wollte duschen gehen... ich beobachtete die Wäsche und entschloss mich, doch noch im Williams Lake baden zu gehen - die Zeit musste genutzt werden. Fix die Badesachen aus dem Camper geholt, mich in der Kabine umgezogen und mal rein in den See. Anfänglich war das Wasser recht frisch, durch die Außentemperatur aber sehr angenehm. Mein "Waschgang" und der der Maschine endeten fast zeitgleich. Also alles rein in den Trockner. Nun hatte ich Wartezeit... wäre gut, wenn ich mein Tagebuch dabei hätte. So rauchte ich "sinnlos" zwei Zigaretten und der Trockner lief immer noch. Hin- und hergerissen, ob ich nun loslaufen soll, das Buch zu holen, schaute ich erst mal nach, wie weit die Wäsche trocken ist. Leider hatte ich mich zuvor in die Pfütze gesetzt, die ich auf dem Stuhl mit meinem nassen Badeanzug verursacht hatte. Sah bestimmt komisch aus... egal. Die ersten Stücke konnte ich schon rausnehmen und ließ den Rest weiter laufen. Gerade kam Thomas mit dem Tagebuch und der Frage, ob er schon mit Feuer und Essenmachen anfangen soll. Das wäre gut! Ich wusste noch nicht, ob ich den Trockner noch einmal 40 min laufen lassen musste... ich hatte gerade die ersten Zeilen geschrieben, als der Trockner fertig war und ich entschied: die Wäsche ist trocken. Thomas war am Kochen, ich legte die Wäsche zusammen und schrieb weiter - alles lief Hand in Hand und so war alles zum rechten Zeitpunkt fertig. Thomas hatte für sich 2 Steaks und ich Fisch, dazu Kartoffeln und Paprika/Zwiebeln. Mmmmh - lecker wieder! Inzwischen ist es auch nicht mehr so warm und ein Windchen weht. Gerade sagt Thomas, dass es 20 vor 10, was in Wirklichkeit aber 20 vor 9 ist! Wir lauern aufs Abwaschen und beobachten nebenbei all die anderen Deutschen hier. Der Campground ist sehr, sehr gut besucht und mindestens die Hälfte sind Deutsche. Vor allem das ältere Ehepaar schräg vor uns: Sie kommt mir wie eine frustrierte Sächsin vor - so hörte sie sich jedenfalls an. Er durfte denn auch schnell ein Feuerchen machen, jetzt sind sie in ihrem Van verschwunden. Wir und unsere Nachbarn fangen gerade erst richtig mit dem Feuer an.

Dienstag, 07.06., - 10.15 h - Neben dem Aufräumen - heute die große Version - die ersten Zeilen. Während wir noch schön am Feuer saßen, gingen die anderen nach und nach in ihre Kojen - nur die Kartenspieler hielten noch länger aus. Eingeschlafen bin ich gut, das war so kurz nach 11, bin aber wieder halb 4 wach gewesen. Pullern konnten wir heute "zu Hause"... Dann folgte nur noch Halbschlaf, halb 9 brachen wir die Zeremonie ab und sind aufgestanden. Leider habe ich noch nicht eine Nacht gut durchgeschlafen, deshalb werde ich heute mal das "Tischbett" ausprobieren.          Thomas ging sich gleich waschen, ich danach zum Duschen und er machte großzügig freiwillig Frühstück, welches heute aus Kaffeekochen und Stulle mit Brot bestand. Beide frisch gemacht, frühstückten wir im Camper. Danach fingen wir an mit dem Großreinemachen: abwaschen, dumpen und Camper wischen. Die Zeit ist günstig und die Bedingungen erst recht - wir haben full-service-site -, so dass das schon mal erledigt ist und wir uns über volle Blacktanks keine Gedanken machen brauchen. Batterie vom Fotoapparat ist auch aufgeladen. Als Dank für meine Putzaktion fischte Thomas 2 große Zedernzapfen durch den Zaun - schön - meine Souveniersammlung wächst. Nun noch der abschließende Toilettengang, alles einräumen und ab geht's.

 

20.30 h - Unser Tag war ein reiner Fahrtag. Wir gaben dieser Gegend ja noch 'ne Chance, weil wir 2005 schon 'ne Masse Regen abgekommen hatten und nun Sonnenschein - wenigstens Trockenheit erhofft hatten. Der Morgen zeigte sich ja auch noch von einer schönen Seite. Wir sind kurz vor 11 vom Campground runter und nach Revelstoke gefahren. Erste Fotoaufnahmen tätigten wir am "Bahnhof": ein Arbeitszug und eine alte Lok. Nun fuhren wir zum Feuerwehrmuseum. Groß ist es nicht, aber es zeigt eine sehr gut erhaltene und äußerst gepflegte Feuerwehr von 1923, die noch heute bei Paraden gefahren wird. Es ist eine kleine, aber sehr interessante Ausstellung.         Es war an der Zeit tanken zu fahren. Die erste Tanke voll, wieder zurück zu der anderen. Die war recht umständlich, wieder mussten wir erst bezahlen, um dann an den Diesel zu kommen. Bei genau $80 hörte das Ding dann auch auf. Just in dem Moment kam der Rocky Mountainer vorbei und Thomas hatte alle Mülle, so schnell die Kamera zu greifen - er schaffte es gerade noch. Na, wenn das nicht Glück ist! Nun konnten wir Revelstoke beruhigt den Rücken kehren und machten uns auf in Richtung Shelter Bay, um mit der Fähre nach Galena Bay zu gelangen. Leider war der "Hafen" von Shelter Bay nicht sehr interessant. Mich beschäftigte nun jedoch der vermeintliche Zedernzapfen: Ich fand dort unter einer Kiefer drei Zapfen, die genauso aussahen... weit und breit aber keine Zeder zu sehen. Mmh - guter Rat war teuer. Es kam denn auch die Fähre und wir setzen über. Schon wieder regnete es! Wir fuhren direkt ins Regengebiet! Naskup? Was bietet uns dieser Ort? Gar nichts. So sind wir nach einem kurzen Abstecher wieder auf unseren Weg weiter Richtung New Denver. Immer wieder von Regenschauern begleitet, wirkliche Stopps waren nicht drin. Unsere Cornflakes-Kaffee-Pinkel-Pause machten wir am Ione-Restarea - hier ist sogar ein Wasserfall... und Zedern, aber es waren keine Zapfen zu finden. Auch hier fing es wieder an zu nieseln und wir sind weiter. Noch einmal angehalten an dem See, wo Boote eingesetzt werden können, sahen wir endlich eine Zeder mit Zapfen - juhu! Unsere Bildungsreise hatte somit ihr Ziel erreicht: Zedern haben eher Minizäpfchen - die großen sind tatsächlich von der Kiefer. Nun wissen wir das auch. Ich unterlag 6 Jahren dem Irrtum, hübsche Zedernzapfen zu Hause zu haben! Nun sind es nur noch hübsche Zapfen.           In New Denver bogen wir auf den Highway 31a ab, der uns durch bergigen Wald führte und durch Regenwolken. Ja wirklich, stellenweise hingen die Wolken so tief, dass wir hindurch fuhren. Spätestens jetzt waren wir uns einig: Hier fahren wir nie wieder hin!          Kurz vor Kaslo hielten wir noch einmal an der Infotafel. Ein reißender Bach begleitete den Straßenverlauf, erschien aber nicht erwähnenswert, denn in der Karte ist er zwar eingezeichnet, aber nicht benannt. Während ich denn noch die Infotafel studierte, fand Thomas einen Weg zu einer Brücke über diesen Fluss. Das hätte er mir nicht sagen dürfen... natürlich schnappten wir uns die Kamera, um das zu fotografieren. Und just fing es gleich wieder mehr an zu tröpfeln... aber die Kaslo-River-Bridge ist überdacht und die Fotos konnten in aller Ruhe gemacht werden. Auf den Sponsorschilderchen sind sehr viele deutsche Namen zu lesen. Nun wussten wir auch, dass der reißende Bach der Kaslo River ist...       Im Eiltempo wieder diesen Berg hoch gesprintet - es regnete jetzt stärker - und weiter nach Kaslo. Hier angekommen, wehte von See her ein heftiger Wind, so dass ich meine Tür kaum öffnen konnte. Obendrein hatte das Visitorcenter und somit der Dampfer (MS Moyie) schon "closed". Nichts wie rein in den Camper und weiter unseres Weges. Die Idee, etwas nördlich von Kaslo den Campground zu nutzen, verwarfen wir in diesem Moment: Uns war der Wind von See her viel zu heftig. Blieb nur noch der kurz vor Nelson, auch weil wir meinten, der hätte Strom... hatter nich! Auch wenn noch immer Scheißregen war - nicht mehr ganz so doll - mussten wir uns hier auf dem Kokanee Creek Campground plazieren.

Wir suchten uns einen Platz, nachdem wir auch endlich den Wardener angetroffen hatten. Denn beim ersten Anlauf war im Häuschen niemand , obwohl PC noch lief. So sind wir erst mal Richtung Visitorcenter gefahren und sahen schon viele "closed"-Schilderchen. Na tolle Wurst! Das Center war auch "closed" - wegen Hochwasser. Wir entschlossen uns, die andere Seite des Campgrounds zu befahren und dabei trafen wir auf den Parkwardener. Wir durften uns einen Platz aussuchen, er käme dann abkassieren. Da nannte er uns noch einen Preis $21, abkassiert hat er dann $28 - also waren die $7 Holz einfach schon mal mit drin! Obwohl es doch noch regnete und Feuer sich offensichtlich nicht so gut machen lässt! Ich fing an, die Nudeln und Würstchen mit Zwiebel und Mais zu kochen. Die Paprika war nicht mehr genießbar - von außen schier und glatt, fing sie innen an zu gammeln. Während des Kochvorgangs wurde der Regen weniger... nach dem Essen hörte es dann auf und wir machten einen Spaziergang zum Strand. Der stand total unter Wasser! Die weitere Wanderung ergab: es gibt tatsächlich keine Powerplätze hier! Erstaunlich ne? Der Platz hat kein "Power", aber hypermodernde Sanitäranlagen... so mit Sensorenwasserhahn und Touch-Toilette... das Neueste vom Neuen! Aber bei 260 Plätzen für die armen Camper nicht einen einzigen Powersite!      Dafür lichtete sich der Himmel immer mehr und wir beschlossen, doch noch ein Feuerchen zu machen - schließlich ist es auch bezahlt! Nebenher machten wir uns einen Grog und bedauerten sehr, dass wir die erste Taschenflasche Goldbrand einfach so getrunken haben. Heute noch 'ne zweite Tasse Grog wäre gut verträglich gewesen. Bereichert mit einem Zapfen und gesammeltem Reisig, welches wider Erwarten trocken war, lodert das Feuerchen schön und ich kann doch noch schreiben... bis jetzt... es fängt wieder an zu regnen.

 

Mittwoch, 08.06., ? h Der Regenschauer hielt - hält! - mehr oder weniger kräftig die ganze Nacht an. Nun störte nicht mehr Thomas sein Schnarchen, sondern die Regentropfen - hört sich nervtötend an. Ich hatte kaum Schlaf - Thomas geht es ähnlich. Wir beendeten das Rumliegen kurz nach 8 hiesiger Zeit. Da ich durch meine neue Bettstatt hier unten alles blockierte, musste ich erst mal abbauen und machte dann Frühstück: Kaffee mit Stulle. Schon gestern abend erwiesen sich die mitgebrachten Teelichter als sehr nützlich. Heute entzündeten wir den Rest und machten es uns zum Frühstück gemütlich... candlelightbreakfast sozusagen. Der Situation muss man doch Positives abverlangen. Auch besprachen wir unsere weitere Fahrt und werden nun doch etwas von unserem Plan abweichen. Nelson besuchen wir zur Strafe für den Regen nicht mehr. Wir nehmen die Fähre - müssen wir ja! - und haben als Endziel Cranbrook auf dem Plan. Wichtigster Halt wird das Bottlehouse sein; das wollen wir gern wieder noch mal sehen. Ansonsten lassen wir diesen Teil British Columbias so schnell wie möglich hinter uns - es regnet uns zuviel. Wenigstens haben wir dieses Jahr im Gegensatz zu 2005 Ausweichmöglichkeiten. Da wir heute Cranbrook ansteuern - da war es 2005 allerdings sehr warm; heute hoffentlich auch - legen wir am morgigen "freien Plantag" den Abstecher nach Lussier Hotsprings ein. Übermorgen legen wir noch fest. Erst mal muss dieser Tag getan werden. So, kurzes Zusammenräumen und dann geht's ab.

10.24 h - Während wir auf die Fähre warten... Die Windschutzscheibe ist noch weiter gerissen! Thomas hat einen schönen Musiksender gefunden und wir vertreiben uns die Zeit mit Bluegrass-Klängen - das tröstet leicht, denn es regnet! Wieso auch nicht? Ein Vorteil des "geteilten" Fahrzeugs ist unumstritten, dass sich der Fahrerraum schnell aufwärmt. Immerhin haben wir neben dem Regen auch innerhalb eines Tages einen Temperaturunterschied von 18°C erlebt - krass! Auf die Fähre haben wir leider noch sehr lange zu warten: eine Stunde.          Gestern hatte ich ja unsere Schälchen noch rausgestellt, damit sie mit Regenwasser gespült werden. Da hörte es dann ja für die 2 h, in der wir Feuer machen konnten auf. Dasselbe probierte ich heute wieder aus und stellte die Schälchen nochmals auf den Tisch... heute füllten sie sich mit Regenwasser - war ja klar! Auf dem Weg hierher sahen wir etliche "For sale"-Schilder. "Ja", meint Thomas, "ich würde mein Grundstück hier auch verkaufen." Der See führt unheimlich Hochwasser. Die Wassergrundstücke, die durch die Bäume zu sehen waren, hatten mehr Wasser als es wohl sein soll. Die Stege bei der Marina heben sich kaum noch vom Wasserpegel ab. Und da kein Wind weht und überall die Berge von den Regenwolken verhangen sind, wird es noch 'ne Weile vor sich hinpieseln. Sonnenschein ist heute hier bestimmt nicht zu erwarten. Wir hoffen, dass der Regen auf der Seite, wo wir heute hin wollen, schon fertig ist.        Bis jetzt haben wir von unseren 3.000 Frei-km 2.119,2 abgefahren - eine Nachzahlung wird immer deutlicher. Gespannt kann man auch sein, was für Kosten wegen der Windschutzscheibe auf uns zukommen. Hoffentlich keine!

13.10 h - Das Anlegemanöver ist im Gang - gleich können wir wieder runter. Nun kann ich es ja sagen: wir hatten kein Gas abgedreht. Den Regen können wir leider nicht abdrehen, das hätten wir bestimmt schon längst getan. Auch haben wir wieder normale Zeit. Da wir das Gas nicht wieder aufdrehen brauchten, düsten wir ohne Halt vorwärts. Nun lauerten wir auf den Generalstore. Obwohl ich nun schon vermutete, dass das auch solche Ausgabe wie am Pine Lake ist - nämlich ein ganz normaler heutiger Laden - hielten wir in Crawford Bay danach Ausschau. Irgendwie hatte ich noch im Kopf und es mir auch entsprechend notiert, dass mal jemand schrieb, dass der hier sein soll. Wie wir die Gegend passierten, kam es uns sehr verändert vor. Was wir noch stark in Erinnerung hatten, war, dass der Laden sehr einsam stand. In Crawford Bay war dafür keine Möglichkeit. Na, dann eben nicht. Anhalten wollten wir nun sowieso nicht mehr. Jetzt ging's daran, das Glasshouse zu finden. Wir wussten: aus unserer Richtung - in diesem Falle in Richtung Süden auf der rechten Seite - ist es auffällig ausgeschildert. Also Augen auf, schließlich sollte es bei Boswell sein und des Lesens sind wir mächtig. Wir passierten Boswell und meinten nach jeder Kurve: Nun muss es kommen... es kam und kam nicht und Boswell lag schon 'ne kleine Weile hinter uns. Sollte es das Glasshouse etwa nicht mehr geben? Merkwürdig. Was half's, wir mussten ja eh weiter fahren. Kurz vor Sirdar tauchte auf einmal das ersehnte Hinweisschild auf. Was hat denn der damals in seinem Reisebericht geeiert? Denn nach dessen Angaben hatte ich mir Notizen gemacht. Hätte ich mal meinen eigenen Bericht 2005 doch noch mal studiert und mich nicht auf fremde Angaben verlassen. Nun war es aber egal, wir hatten es gefunden und freuten uns auf die Besichtigung. Im Gespräch mit dem Kioskmann erzählten wir, dass wir 2005 schon hier waren und man uns für die weitere Fahrt schlechtes Wetter voraussagte, was denn ja auch leider eintraf. Nun kommen wir aus der anderen Richtung, da ist Schlechtwetter. Wird uns hier nun gutes erwarten? Und tatsächlich bejahte der Kioskmann: Das Wetter soll ab morgen wieder gut sein, der Regen wird heute aufhören. Na, seine Worte in Gottes Ohr!       Nun besichtigten wir erst mal das Glasshouse. Die nette Dame gab uns die Infos. Viele wussten wir ja noch: Wie das Haus aufgebaut ist, alles aus Flaschen - Fußboden, Wände wie Decken. Erst später wurde es verkleidet. Diesmal wurden wir aufgeklärt, dass Mrs Brown über 90 Jahre alt ist. Und da sie heute gerade beim Zahnarzt war, ist davon auszugehen, dass es ihr gut geht. Allerdings wohnt sie nur noch selten über Winter im Glasshouse.          Der Vorteil des späten Frühlings war, dass alles noch sehr schön blühte. Ein Schmunzeln konnte man sich nicht über die vielen "Nippes" im Garten verkneifen. Aber dadurch, dass alles ordentlich thematisch aufgebaut war, z. B. Schneewittchen und die 7 Zwerge, eine Rehgruppe, Pinguine und sonstige "Gartenzwerge", wirkte es belebend.

 

Geschichte Glasshouse:

Das Glashaus liegt 25 Meilen nörtlich von Creston (BC). 1952 begann David Brown nach seiner Pensionierung, wie er sagte "aus einer Laune heraus" mit dem Bau des Hauses. Er war 35 Jahre als Bestatter tätig. Eines Tages kam ihm der Gedanke, die von den Bestattungsinstituten weggeworfenen quadratischen Glasflaschen, in den Einbalsamierungsflüssigkeit aufbewahrt wurde, nützlich zu verwenden. Er reiste durch Westkanada zu ehemaligen Berufskollegen, bis er ca. 500.000 der quadratisch geformten Flaschen gesammelt hatte - sie wogen insgesamt 250 Tonnen.

Die Glasflaschen wurden beim Bau der Hauswände mit dem Hals nach innen angeordnet. Durch die Deckel verschlossen, bildet die Luft im Inneren eine gute Isolierung. Durch Zement verbunden und an den Innenseiten der Wände mit Drahtgeflecht verstärkt, bilden darauf aufgebrachte Wandtäfelungen aus Zedernholz die Rauminnenwände. Das Haus erbaute Mr. Brown auf hartem Fels. Die 3 Haupträume bedecken zusammen eine Grundfläche von ca. 14,6 x 7,3 m, in Kleeblattform angeordnet, mit einer Wohnfläche von ca. 106 m².

Bereits während der Bauphase weckte das Haus das Interesse vorbeikommender Menschen. Wegen immer mehr Neugieriger und der damit verbundenen Störung des Privatlebens entschied sich die Familie, das Haus für Besichtigungen zu öffnen. Es wurde sogar Personal eingestellt, um die vielen Fragen der Besucher zu beantworten.

David Brown, der den bis dahin als Müll geltenden Glasflaschen eine neue Bestimmung gab, starb am 13.07.1970. (E-Mail: glasshouse@kootenay.com)

Mir kommt immer wieder der Gedanke, dass man so etwas auch mit Jägermeisterflaschen machen könnte... Während unseres Besuches nieselte es nur ein wenig, aber schon wie wir weiterfuhren, wurde der Regen wieder stärker. Son Schiet! Und übrigens, ne? Am Ende der Ortschaft Sirdar tauchte links plötzlich der Generalstor auf! Weit, sehr weit von Crawford Bay entfernt. Beim Vorbeifahren sahen wir auch, dass es ein ganz normaler Laden ist. Für uns hörte sich damals "Generalstore" so nach Old-Western an. Unsere Bildungsreise lehrt uns natürlich: Generalstore ist ein "Supermarkt" - einzeln in der Pampa!         Wir passierten Creston ohne weiteren Aufenthalt. Im Vorbeifahren registrierten wir, dass die Visitor-Information heute woanders ansässig ist. Stach in 2005 die Sonne heiß vom Himmel in Creston und die Obstplantagen standen in voller Blüte, regnete es heute und die Bäume waren nur grün. Keine Ahnung, ob die schon geblüht hatten - war uns ehrlich gesagt auch ein bisschen egal. Wir sind uns einig, dass wir diesen Teil der Selkirk Mountains im Mai/Juni    n i e   wieder besuchen werden. Am Bottlehouse wird sich nicht mehr viel verändern, außer leider eventuelle Defekte (wer auch immer dort Flaschen kaputt macht!). Sonst können wir der Gegend nicht viel abgewinnen. Tut uns leid, aber 2mal massiven Regen dort erlebt zu haben, reicht uns.       Nach Creston stand die Antiquitätenscheune in Yahk auf dem Programm. Wir vermuteten sofort die richtigen Einfahrt - doch was ist das? Das Schild "closed" steht bestimmt nicht erst seit diesem Jahr. Das gab uns die letzte Gewissheit: diese Strecke BC lohnt sich für uns nicht mehr zu besuchen. Noch vor Yahk, nämlich auf dem Kidd Creek Restarea, legten wir unsere Müsli-Kaffee-Pause ein. Natürlich nieselte es! Den Moyie-River überquerten wir per Brücke einige Male und es waren die reißenden Fluten zu sehen. Unterwegs hatte er gut das Land überschwemmt. Die Gleise hatten ein gut aufgeschüttetes Gleisbett: sie ragten aus dem Wasser heraus.        Hatte schon der See am Glasshouse sehr viel Wasser, der Moyie Lake ebenfalls so wie der gleichnamige Fluss, stellten wir nicht minderen Wasserstand des Joseph Creek hier auf dem Campground fest. Erstaunlicherweise haben wir diesen Campground namens Mount Baker RV Park auf Anhieb gefunden... ist es doch auch der einzige in Cranbrook und man braucht nur der Beschilderung folgen. Er kam uns aber sehr verändert vor und das lag nicht nur am Hochwasser. Es nützte nichts: die Firepit-Plätze standen unter Wasser, so nahmen wir mit Strom, weil hier auch leider nichts weiter anzufangen ist. Immerhin ist dieser Platz nur $1 teurer als der gestrige und wir haben heute Strom, sprich: Licht, wie wir wollen! Dass wir gestern noch Feuer machen konnten, war wohl nur großes Glück.        Verändert kam er uns vor, weil unmittelbar neben dem Eingang das Gelände mit Lodges bebaut wurde und noch wird. Die Kanadier bauen eh wie die Wilden. Die Olympischen Spiele müssen gut Geld ins Land gebracht haben... oder die Touristen wie wir! Was hier alles gebaut wird... sagenhaft. Allerdings: so viel wie sie neu bauen, so viel lassen sie auch einfach vergammeln. Viele Grundstücke mit Schildern "for sale" und die Häuser darauf rotten so vor sich hin. Mal ganz zu schweigen von den unzähligen Autos, die so auf den Gehöften vor sich hinrosten. Eins war schmerzlich: Ein schöner Cadilac mit Flosse rostete jämmerlich vor sich hin - lieblos im Graben abgestellt... heul, heul... Man beobachtet/registriert auch: ist es alt und kaputt, bleibt es da stehen/liegen: sind es Gebäude, wird 5 m daneben eben ein neues gebaut. Die alten Bretter vielleicht noch verwenden? Und wenn's für Feuerholz wär? Fehlanzeige. Die Natur wird schon ihr Werk vollenden - ist alles nur eine Frage der Zeit.          Nun stehen wir mittenmang der offensichtlichen Dauercamper. Nur 2 Fahrzeuge sind noch nach uns gekommen. Es stellt sich für uns immer wieder die Frage, welche Leute sind unterwegs und steuern diese Campgrounds an? Zum Einen sicherlich, weil es so wie hier in Cranbrook gar keinen anderen gibt, andererseits stehen hier Busse, 5th Wheels und andere Camper so "fest" - was machen die hier? Was ist hier in Cranbrook los? Für ein "Nachtleben" so wie in Banff fehlen jegliche Informationen. Obwohl dies bisher die einzige Stadt ist, die in ihrem Stadtplan auch einen Supermarkt eingezeichnet hat! Löblich. Auch wie wir so durchs "Regenland" gefahren sind, stellte sich uns die Frage: Was arbeiten die Leute hier? Von was leben die? Auf Tourismus war die Strecke nicht unbedingt ausgelegt - so empfinden wir es jedenfalls. Wintertourismus - der Berge wegen? Muss ja wohl so sein. Nun, wenigstens der letzte Winter muss gut gewesen sein. Denn von den meisten "Wetterfröschen" hören wir, dass viel Schnee in den Bergen ist und deshalb auch das Hochwasser. Die Feuerwehr in Cranbrook jedenfalls arbeitet fleißig: schon 3 Fahrzeuge haben wir sehen können - liegt doch der RV-Park direkt an einer Hauptstraße. Nordkurve sozusagen!          Wir haben nach dem Essen - Rest Nudeln mit Wurst, Erbsen und Zwiebeln - nur einen kurzen Rundgang über diesen Platz gemacht. Natürlich suchten wir unseren Site von 2005 und fanden ihn unter Wasser. Aus dem niedlichen schönen Bächlein ist ein ordentlich reißender Fluss geworden und überflutet sämtliche Stellplätze. Feuer fällt heute definitiv aus. Wir nutzen die Zeit für Eintragungen und unseren Abwasch. Unsere Nachbarn sind noch mal auf Derby, "German Schnitzel essen", sagt Thomas, weil er im Prospekt gesehen hat, dass hier wohl sehr viele Deutschstämmige ansässig sind. Wir schauen der anbrechenden Dunkelheit zu. Thomas rechnete vorhin den Verbrauch unseres Gefährts aus und kam auf ca. 19 - 20 l pro 100 km. Da es Diesel ist, geht es noch vom Preis her. Nun schlürfen wir noch ein Kokanee und rufen nach den Elchen... Apropo: nix gesehen an Getier, außer 3 Rehe. Die sind wohl so dumm und stellen sich auch im Regen zur Schau, die anderen Tiere bleiben schön in ihren Höhlen!

 

 

Donnerstag, 09.06., 17.00 h - Kurz nach 8 sind wir wach geworden und auch recht bald aufgestanden. Den gestrigen Abend füllten wir noch damit, wieder mal die Prospekte durchzusortieren und Eintragungen zu ergänzen. Und schwups di wups war es nach 10e und wir sind zu Bett. Da wir als einzigen Komfort Strom haben, luden wir gleich mal die Taschenlampe auf, die uns am Abend zuvor fast den Dienst versagt hätte. Heute morgen nutzten wir diesen Luxus noch, um den reichlichen Abwasch zu erledigen. Nach dem Duschen - hier sind diese nur mit einem Code zugänglich! - packten wir wie üblich alles wieder zusammen und verließen kurz nach 10 den Platz. Weiter hielten wir uns in Cranbrook nicht auf - das Eisenbahnmuseum kennen wir schon - und interessante Loks oder Züge standen im Bahnhof nicht rum. Auch in Cranbrook wird viel gebaut! Wir fuhren an die Tanke, zogen diesmal die Kreditkarte durch und füllten Diesel bis zum Anschlag: 70,527 l a $1,319 = $93! Höchstpreis - wir sind ja auch noch in British Columbia!          Wir entschieden uns natürlich gegen Kimberley - wenn wir Bayern sehen wollen, fahren wir direkt da hin - und nahmen den Weg nach Fort Steele. Ich dachte immer, Thomas kennt das auch schon... aber neee. Also besuchten wir es. Ich kannte das Fort schon aus 1998 und 2001, musste heute aber feststellen, dass sich doch einiges geändert hat. Es kam mir viel "sortierter" vor, einige "Stationen" waren neu. Interessant war es allemal und wir haben mit unserem gemütlichen Rundgang einschl. mit Kaffee und Kuchen gut 2 h im Fort zugebracht. Mit dem Trapper hatten wir noch einen kurzen Schnack und machten mit ihm Fotos. In einer Scheune fanden wir verschiedene Ausgaben von Handrasenmähern. Es ist also schon alte Tradition der Kanadier, Rasen zu mähen. Es erweckt den Eindruck, dass sie nur den Winter abwarten, um endlich wieder Rasen mähen zu können, denn permament sehen wir sie bei dieser Beschäftigung.  

 

Geschichte Fort Steele:

Nach den Goldfunden am Wildhorse Creek entwickelte sich an John Galbraiths Fähre über den Kootenay River schnell ein Dorf. Durch die Blei-, Silber- und Zink-Funde in den umliegenden Bergen entstand ein prosperierendes Städtchen und die North West Mounted Police errichtete hier einen Stützpunkt, um den Streit um Weideland am Fluss zwischen den ins Land strömenden Siedlern und den Kootenay-Indianern zu schlichten . Superintendent Sam Steel erledigte das mit Bravour und die Bewohner von Galbraiths Ferry tauften ihren Ort ihm zu Ehren um in Fort Steele.

1897 erreichte die Einwohnerzahl die 4.000er-Marke. Die Eisenbahn aus Südalberta war im Bau und die Grundstückspreise stiegen in immer neue Höhen - zu hoch für die Eisenbahngesellschaft, die stattdessen das nahe gelegene Cranbrook als Knotenpunkt wählte. Die Spekulationsblase war geplatzt, 1902 lebten gerade noch 150 Seelen in Fort Steele; der letzte Kaufladen schloss in den 50er Jahren seine Türen. 10 Jahre später entsann sich die Provinzregierung der historischen Bedeutung des Ortes und hauchte der "ghost town" neues Leben ein - hinter der Palisadenwand stellen die "Bewohner" in historischer Kleidung das Leben in Fort Steele um 1895 dar.

 

Für heute hatten wir ja nur eine kurze Tour geplant, da machte es nichts aus, dass wir uns im Fort so lange aufhielten. War ja auch sehr schön da und die Sonne schien! Frohen Mutes machten wir uns auf die Weiterfahrt. Nächstes Ziel waren die Lussier Hotsprings. Dabei hofften wir, dass sie nicht so voll sind. Vermuteten wir sie hinter Skookumchuck - wenigsten den Weg dahin - irrten wir uns. Wieder mal! und die Spannung stieg: Wo ist dieser Weg? Wir wussten jedoch ganz genau, dass die Hotsprings auf dem Weg (Gravelroad) zum Top of the world-Park sind und dieser auch ausgeschildert ist. Also wieder tüchtig die Augen auf. Denn auch Canal Flats war nicht mehr weit entfernt und aus südlicher Richtung ist dieser Weg noch vor der kleinen Ortschaft. Juchu, da kamen die Hinweisschilder, auch der Weg... rechts ab und den Berg hoch. Ich hatte mir von damals gemerkt, dass so bei km 17/18 die Pools sind. Wir passierten km 17 und keine 300 m weiter kam auch schon der Parkplatz. Ein paar Autos standen ja, wobei 2 zum Park Facility gehörten - also keine Gefahr der Überfüllung. Wir zogen uns im Camper um, schnappten uns die großen Handtücher und den kleinen Knippsapparat und marschierten den Weg zu den Pools runter. Zuvor hatten wir schon einen Blick von oben genommen und gesehen, dass von den 5 Becken 2 total und 2 noch gerade erkennbar vom Lussier River überflutet sind. Unten angekommen, fanden wir 4 Asiaten vergnüglich im Pool liegend vor. Mit unseren Vorbereitungen, in den Pool zu steigen, machten wir keine Hatz und wie erhofft, räumten die Asiaten nach einem kleinen Fotoshooting das Becken. Wir stolperten über die spitzen Steine zum Rand des Beckens, Füße rein... oooohhh, heiß war das nicht gerade! Warm trifft es eher. Wir sind ganz rein und merkten sehr schnell: hot springs sind das heute nicht. Nur an einer Stelle kam schönes warmes Wasser heraus, schaffte es aber nicht, den Pool warm werden zu lassen. Zum Boden hin wurde es immer kälter und wir hatten das Gefühl, dass noch irgendwoher kaltes Wasser zufließt. Auch der Mann aus Idaho (wir sahen das später am Nummernschild) erklärte seiner Frau, dass es eher "cool springs" sind. Na, so ein Pech - es war nicht so gemütlich und angenehm, wie wir sie schon 2mal erlebt hatten. Trotzdem gingen wir noch in das eine zugängliche kalte Becken - Thomas nur halb, ich erntete vom Idaho-Mann Bewunderung, dass ich ganz eintauchte. Danach bin ich noch mal ins warme Becken und nun war dort das Wasser auch wirklich schön warm. Thomas bereitete sich vor, mich beim zweiten Eintauchen ins kalte Wasser zu fotografieren. Weil es wirklich soooooo kalt war, blieb für gestellte Posen keine Zeit. Wenn diesmal auch kurz das Bad, war es ein Genuss. Auf dem Weg nach oben kam uns der Rasentrimmermann entgegen, der die ganze Zeit schon oben auf dem Parkplatz sein Unwesen trieb.           In dieser Gegend gibt es 3 Campgrounds, wir entschieden uns aber gleich für den ersten, der da Moose (Alces) Lake CG heißt und fanden einen sehr schönen Platz mit direktem Zugang zum See für nur $16! Das ist doch mal ein Preis. Holz brauchten wir nicht kaufen, obwohl uns d. Parkwardener(in) uns ein Bündel für $6 anbot. Sie wies uns noch darauf hin, dass wir nichts von den Bäumen abbrechen dürften, aber sich von unserem Holzvorrat überzeugen wollte sie auch nicht. Nun gut. Wir hingen unsere Badesachen auf, die nun schön in der Sonne trocknen, verstauten unseren Krimskrams und machten uns mit dem Fotoapparat auf Pirsch. Ich hatte schon mal ein paar Blumen und natürlich den See mit Berg fotografiert. Für die Wanderung setzte ich mir meinen grauen Hut auf und nahm vorsorglich die Moskitonetze mit. Haben wir nicht gebraucht! Ein Stück gingen wir um den See und staunten, dass der kleine Bach wohl schon seit längerer Zeit kein Wasser mehr führt. Wir fanden im Flussbett Losung... die Köddel sahen genauso aus wie die von den Elchen in Schweden. Da wir uns am Moose Lake befinden, deuten wir sie selbstverständlich als Elch-Losung. Nun brauchen wir nur noch den Elch dazu zu Gesicht bekommen als Beweis. Das Stinktier flüchtete diesmal nicht vor uns - es war keins da. Dafür beobachteten wir im See jede Menge Fische... naja, jede Menge ist vielleicht übertrieben, aber 6 waren es. Thomas als alter Petrijünger ist sich nicht sicher, ob es Forellen oder Lachse waren. Jede Spekulation war müßig, wir hatten eh keine Chance sie auf den Grill zu bekommen; Thomas bedauerte sehr, nichts zum Angeln dabei zu haben. Die zwei, die mit ihrem Kanu auf dem See zum Angeln waren, kreuzten an der falschen Stelle umher - hier waren die Fische!          Wir gingen weiter und inspizierten einen anderen Strand - eine hübsche Wurzel oder so habe ich nicht gefunden. Nun fingen aber auch schon an, unsere Mägen zu knurren. Schon aufgefallen? Wir haben heute keine Cornflakes gegessen! So sind wir den Weg zurück. Mit einem Mal rief Thomas "Schlange". Auch wenn "Schlange" übertrieben war, war es erstaunlich, sie überhaupt entdeckt zu haben. Sind wir so am Fotografieren, schlängelt sich die nächste davon. Schade - ich sah noch wie sie eingekringelt lag und nun schnell flüchtete, sobald wir uns bewegten. Sie lauerten auf uns wie wir auf sie. Ausmaße hatten die "Schlangen" wie 'ne Blindschleiche, sahen aber anders aus. Gezüngelt haben sie auch - ich meinte, eine rötliche gespaltene kleine Zunge gesehen zu haben. Auf so Wildgetier waren wir nun gar nicht gefasst. Cool! Am Camper angekommen, wurde das Essen vorbereitet: Feuer machen für die Glut, die unsere 4 Päckchen garen soll: eins mit Steaks, eins mit Fisch, eins mit Gemüse und eins mit bereits gekochten Kartoffeln.

 

Während ich hier schreibe, herrscht eine so angenehme Stille... von weit her hören wir den Woodpecker, näher dran einige uns nicht bekannte Vögel, etwas weiter weg das Rauschen eines Baches oder Wasserfalls; etwas Wind säuselt unseren Rauch mal hier hin, mal dahin... ein noch nicht definiertes Geräusch vernehmen wir außerdem. Ich tippe auf das Texasgate, Thomas stimmt dagegen, hat aber noch keine Erklärung. Hört sich so an: Dump, dump und dann schneller dump-dump...             Nach dem Essen haben wir - neben einem Kräuter - einen Campground-Rundgang gemacht und dabei 2 Greifvögel beobachtet. Aber selbst mit dem Fernglas war nicht auszumachen, welche es waren. Den Holzplatz haben wir auch gefunden... danach sind wir zu der Stelle gegangen, wo die Boote eingesetzt werden. Wir sehen Spuren, wissen aber nicht, ob die tatsächlich vom Elch sind. Erscheinen uns ein bisschen klein. Statt erhoffter Geweihe habe ich 'ne Wurzel gefunden. Ob die in Deutschland heil ankommt? Dann sind wir noch mal zur Losung und den See gegangen.          Unser Feuer nähren wir nun noch mit gesammeltem Strandgut und dem Prospektpapier. Dieser Platz - es stehen noch 2 Camper hier - ist einfach toll und muss genossen werden. Deshalb hole ich mir jetzt ein Bier! Es ist einfach zu schön hier... die Sonne ist am Untergehen...

 

Freitag, 10.06., 09.00 h - Für das Dump-dump-Geräusch fanden wir keine Einigung... bei einem anderen Geräusch waren wir uns aber einig: weit weg in den Wäldern in den Bergen hörten wir einen Elch. Wir hofften sehr, dass er sich noch zum See bewegt... aber nein. Es verstummte irgendwann und dann wurde es zu dunkel, um ihn fototechnisch erkennen zu können. Ab und an gingen wir noch zum See, aber konnten nichts "Neues" entdecken. Doch einmal... da flog/segelte über den See in den Wald hinein ein Weißkopfseeadler. Uns blieb nur der Moment, ihn für Sekunden mit dem bloßen Auge zu genießen, aber immerhin.            Wir unterhielten uns dann mit lustigen Fotoaufnahmen, wie wir auf der Motorhaube sitzen. War für Thomas nicht so einfach, innerhalb von 10 sec auf diese zu klettern. Ich saß ja immer schon bequem in Pose. ...ach, gerade höre ich wieder diese komischen Vögel. Gestern beäugten wir sie per Fernglas und ich fand, sie sehen aus wie fliegende Minipinguine. Zum Fotografieren taugten sie nichts, waren immer zu weit weg und auch viel zu schnell.  Ansonsten genossen wir die Ruhe, löschten gegen 11 das Feuer und krochen in unsere Betten. Einmal wurde ich wach - das Bier wollte unbedingt jetzt schon raus - und wurde kurz nach 8 von Glockengeläut wach. Komisch, was man so träumt. Bin dann aufgestanden und genoss die morgendliche Stille. Nach der ersten Zigarette beschloss ich, mich am See zu waschen und grübelte nebenher, wer uns hier auf den Tisch gekackt hat. Könnte ein Eichhörchen gewesen sein... Bisschen umständlich war das Waschen, aber beim Füße abtrocknen hatte ich einen guten Blick auf all die Steine und fand einen mit einem Abdruck. Den nahm ich vorsichtshalber mal mit. Thomas ist auch schon auf und macht sein gelobtes Rührei. Die morgendliche Stille ist dahin - nicht wegen seiner Aktivitäten... der Parkwardener fuhr gerade vorbei und kassierte noch einen Truck ab. Mindestens ein "people" ließ danach ein herzhaftes Gähnen verlauten. Scheuchte er dabei den Hasen von Dienst auf? Gerade hoppelte einer über den Nebenplatz: schwarz mit weißen Pfoten. Das war ein Hase und keine Katze - Hasen haben lange Ohren und einen kurzen Schwanz, bei Katzen ist es anders rum... Das Ende der Ruhe kam spätestens als Thomas "Feuer" rief und eine brennende Serviette aus dem Camper warf. Dem Feuerwehrmann war diese in die Gasflamme gerutscht... alles ging gut und wir können nun das Frühstück genießen.            10.30 h - Neben dem Essen war eine weitere intensive Aktion, die kommenden Tage zu planen. Wir sind ja inzwischen stark von unserem Plan abgewichen. Den Abstecher in den Waterton Park haben wir gestrichen. Die Befürchtung, wieder auf diesen hässlichen, großen, teuren Platz zwangsverwiesen zu werden, ist zu groß. Zum anderen kennen wir Red Rock Canyon, Blackestone Falls und Cameron Lake reichlich. Da dürfte sich nicht viel verändert haben - im schlimmsten Fall nur durch einen Brand. Doch davon gehen wir mal nicht aus. Diese Attraktionen wären auch alle nur zu befahren und allein, um eventuell Bären zu sehen, ist es zu schade, die Kilometer zu verfahren. Schließlich ist uns die Garantie auf Bären nicht gegeben. Viel lieber würden wir die Great Canadian Barn Dance ansteuern. Dies bedeutet jedoch einen ziemlich langen Ritt von gut 300 km + ein bisschen mehr. Unser Kriegsrat hat nun nach Studium der Karte, der Campgroundführer und der Vorräte Folgendes ergeben:             Wir werden hier noch eine Nacht bleiben, diesen Ort genießen, kleine Wanderungen unternehmen und darauf hoffen, dass die Partymeile - schließlich ist Freitag! - nicht zu groß wird. Die Kanadier mögen es gern, sich fürs Wochenende auf den Campground zu stellen und ordentlich Party zu machen. Wir ziehen aber diese Eventualität vor und hoffen denn auf lustige Begebenheiten als wieder mal auf einem RV-Park zu stehen a la Cranbrook. Morgen werden wir zeitig aufbrechen und bis Hill Spring durchfahren. Die zu passierenden Attraktionen, wie z. B. Frank Slide und den Riesentruck in Sparwood, bekommen wir auch im Vorbeifahren mit. Auch da hat sich die Historie nicht wirklich ändern können. Ein wichtiger Stopp wäre zum Einkaufen von Wasser, Brot, evtl. Milch notwendig. Auch Geld holen vielleicht... das dürfte aber alles nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. In Hill Spring hoffen wir für den Samstagabend auf gute Unterhaltung in der Barn Dance. Dieses Ergebnis der Planung erscheint uns besser, als den ursprünglichen Plan einzuholen. Hier ist schönes Wetter, die Sonne scheint und es geht ein wenig Wind. Sollte er sich bis zum Abend nicht legen, bin ich dafür noch die Plane zu spannen. Vielleicht gehe ich heute Nachmittag noch kurz baden. Erscheint mir auch eine gute Idee zu sein... Während meines Schreibens hat Thomas den Camper innen etwas gesäubert. Die Gravelroad hat den feinen Staub sonstwo absetzen lassen. Nun gut, werden wir uns auf die Wanderung begeben...               15.00 h - ca. halb 12 haben wir uns auf die 1,5 km Wanderung zum Parkplatz gemacht, bewaffnet mit Fernglas und Kamera. Der Hinweg verlief ohne besondere Begebenheiten, außer dass wir wieder eine Schlange aufgescheucht haben - wir sahen nur noch ihr Hinterteil. Auf dem Weg war es an manchen Stellen sehr warm; unterwegs - dort an der Kurve, wo der See matschiges, stinkendes Flachwasser/Ufer hat, sahen wir erhöht einen Steinhaufen. Ich vermute, dass es mal eine Quelle, wenn nicht sogar eine heiße Quelle, war. Denn das Ufer stank nach faulen Eiern, was typisch für Schwefel ist. Aber da kein Tröpfchen Wasser seit Jahren dort zu quellen schien, bleibt dies nur eine Vermutung. 1,5 km sind trotz leichter Steigungen schnell gewandert und wir waren nach 'ner halben Stunde am Ziel. Wir verweilten ein wenig - auf Zigarettenlänge - und schauten uns derweil diese Art von Ufer an. Nach einem Schritt auf Steinen ging's sofort tief ab: ein herrliches Farbenspiel zeigte sich. Thomas wollte den Weg an der Straße nicht gehen, weil er befürchtete, dass wir nur vollgestaubt werden. So gingen wir denselben Weg zurück und schreckten nochmals die Schlange auf. Wieder hier angekommen verstummte auch endlich das Rasentrimmergeräusch. Wir setzten uns an den See und hielten Ausschau nach Fossilien. Thomas holte sich irgendwann einen Campingstuhl und döste etwas rum. Ich beschloss, nun kurz baden zu gehen - noch schien die Sonne. Von wo auch immer, sammeln sich hier ein paar Wolken und verdecken sie zeitweise. Ich zog mich also im Camper um und bat Thomas, sich bereit zu machen, mein kurzes Bad zu fotografieren. Das Wasser ist kalt, mehr eiskalt, da hält man es nicht so lange aus. Und mit Badelatschen an den Füßen kann man sich schon gar nicht gut bewegen. Ohne Latschen jedoch wäre noch unangenehmer, da das klare Wasser auch Glasscherben sehen ließ. Kurz abgetaucht, hatte Thomas die Bilder im Kasten. Ich fühlte mich sehr erfrischt und angenehm. Nach dem Umziehen schleppte auch in einen Stuhl zum Stand. Nun fingen wieder unsere Mägen an zu knurren, ich bereitete Müsli zu und wir beobachteten nebenbei 4 Taucher-Enten, die uns eine recht lange Show darboten. Es handelte sich um 'ne Mutter mit 3 jungen Enten. Die Mutter hatte sich wohl einmal beim Tauchen ordentlich verschluckt, denn wie sie wieder hoch kam, machte sie kräftige "Niesgeräusche" - das war richtig zum Lachen. Leider wehte doch zunehmend der Wind frischer und wir brachen unser Stuhlcamp am See ab. Wir konnten sehen, wie denn der noch letzte verbliebene Camper von dannen fuhr... nun waren wir ganz allein auf dem Campground. Da Faulenzen offensichtlich müde macht, gönnten wir uns 'ne Mütze Schlaf - Thomas schnarchte schön, aber auch ich düste tief weg. Geweckt wurden wir von einem Truck, der 2 Plätze vor uns sich hinstellte, und dem Rasentrimmer! Der nervt jetzt ein bisschen, aber er muss ja aufem Freitag bald mal Feierabend machen... Der rote Truck beförderte 2 Angler aus Washington (lt. Nr.-Schild), die nur ihr Angelzeug fertig machten und nun auf dem See ihr Glück versuchen. Die Straße zum anderen Campground ist belebt wie ein Highway - über die Gravelroad donnern die verschiedensten Fahrzeuge: angefangen über die Trucks der Parkwardener, die regelmäßig ihre Tour auch über diesen Campground drehen, bis hin zu 5th Wheels und Bussen mit Booten hinten dran. Die kleineren Fahrzeuge kommen auch mal wieder zurück - ansonsten scheinen die anderen oben zu bleiben. Wohl erst, wenn der Platz voll ist, wird auch hier Bewegung los gehen. Mal sehen... So, Kaffee ist ausgeschlürft - wir werden jetzt auch noch die andere Seite des Sees am Strand bewandern, wenn Thomas das Holz umgestapelt hat. Und dann wird sich doch wieder der Hunger melden...              17.00 h - Wir haben den Tag gut verbummelt und sind keineswegs traurig darüber. Nur dieser Rasentrimmermann geht uns nun doch mächtig auf die Nerven. Will er heute noch den ganzen Platz machen, ist er mindestens noch 2 h beschäftigt! ...das nächste 5th Wheel donnert hoch... die Angler sind genauso ausdauernd und schwimmen immer noch auf dem See. Wir konnten noch nicht feststellen, ob sie schon was gefangen haben. Diese 3 Akteure haben wir ja schon beobachtet, als wir am "Sandstrand" lang wollten. Wir kamen aber nur etwa 200 m weit, dann wurde es so feucht, dass wir wegsackten und sind wieder zurück. Ne Weile haben wir auf dem Baumstamm gesessen und in weiter Höhe den Weißkopfseeadler bewundert. Zum Fotografieren kam er nicht näher ran. Die Wolken haben sich nun gänzlich vor die Sonne geschoben - Hauptsache es bleibt trocken. Wir bereiten jetzt das Abendessen vor, welches mit Dosenöffnen anfing. Thomas öffnete die Bohnen mit dem Dosenöffner an seinem Taschenmesser, ich versuchte die Rote Bete mit dem campereigenen. Im ganz bestimmten Winkel funktioniert der sogar, aber es ist sehr mühselig, so die Dose zu öffnen. Immerhin waren wir gleichzeitig fertig. Thomas entfacht das Feuer, ich wickel  denn mal das Hühnerbrüstchen ein. Dazu wird es Folienkartoffel und grüne Bohnen geben. Die Vorräte neigen sich dem Ende entgegen; gestern wurden die Möhren alle. Zwiebeln sind auch nur noch 3 und die Würstchen reichen nur noch für eine, eventuell zwei Mahlzeiten. 1 Steak ist noch im Froster - das war es dann. Werden wir für die letzten Tage frisch einkaufen oder 'ne Soljanka kochen. Salami ist noch ausreichend, Eier sind auch noch und zwei rohe Kartoffeln. Der Wind kommt jetzt aus allen Richtungen und macht ein Spannen der Plane sinnlos.            So, die Angler sind gerade weggefahren. Wenn der Sensenmann verschwindet - hoffentlich bald, denn dann hört auch endlich das nervende Geräusch auf! - sind wir ganz allein auf dem 28-site-Campground. Vielleicht denken dann die Tiere, es ist keiner mehr da und tummeln sich in unserer Sichtweite... noch scheinen sie ebenso vom Sensenmann genervt zu sein wie wir.          18.55 h - Wenn in 5 min nicht gleich Schluss ist, kann man zum Mörder des kanadischen Sensenmannes werden! Der Mann arbeitet ohne System und daher leider immer noch. Ich habe das Gefühl, der sucht sich jeden Grashalm einzeln aus, den er noch absäbeln will. Das ist der erste nervende Kanadier, den ich auf 6 Reisen erlebt habe! Auch 'ne Sensation!          Nach dem Essen haben wir gleich abgewaschen. Wir hatten den Kessel aufs Rost gestellt, das Wasser war genau richtig zum Abwaschen. Weil wir annahmen, der Sensenmann haut ab, wenn er den Amiplatz abgesäbelt hat, gingen wir zum Strand und sammelten noch wieder bisschen Holz ein. Wir wissen, ist nicht erlaubt, aber es macht son Spaß! Und zack, da war der Sensenmann zu hören... den Woodpecker erahnen wir nur! Thomas ging auf dem Weg zum Strand voran und erschrak mächtig, als mit mal 3 Taucher-Enten aus dem Wasser aufschossen, gleich darauf die nächsten 3 und alle machten ein Spektakel. Ich hörte: es sind die fliegenden Minipinguine.          Heute findet auf diesem Platz wohl keine Party statt. Es fahren immer noch Camper nach oben. Wir denken, wir bleiben hier allein. Denn wollen wir mal unser Feuerchen genießen und auf Wildlife hoffen. Baden gehe ich heute nicht mehr. Sollte der Sensenmann jetzt wirklich fertig sein?

Samstag, 11.06., 07.55 h - Der vorgenannte hörte dann auch wirklich auf und machte Feierabend. Neben unserem Knäckerchen konnten wir nun die Stille der Gegend mit den typischen Geräuschen genießen - vor allem erst mal vernehmen! Wenig später kam noch ein Pkw und gesellte sich einige Plätze vor uns auf den Campground. Mir persönlich war das recht... so abgeschieden ganz allein ist auch nicht gerade beruhigend. Mal abgesehen von Bären, die eigentlich auch hier zu sehen sein können, fiel einem ein, dass unterwegs immer mal wieder vor Kriminalität gewarnt wird. Es scheint ja nicht nur "gute" Kanadier zu geben. Aber nun ist die Nacht ja vorbei...           Thomas wurde beim Holz aufsammeln fündig und brachte ein Geweihstück mit. Ein kleines, aber zu erkennen. Und mich belächeln, wenn ich meinte im Gras am Strand danach mal schauen zu wollen. Das Geweihstück landete natürlich nicht im Feuer... dafür ein Großteil unseres Zedernholzes. So wirklich toll wie erwartet wollte es aber nicht brennen. Erst als Thomas es fast zu Streichhölzern gehackt hatte, erfüllte es den Zweck und loderte schön. Der Wind wurde stellenweise ordentlich stark und gab dem Feuer mal von dieser, man von jener Seite einen kräftigen Sauerstoffschub, uns jedoch ließ er wieder mal ums Feuer tänzeln, um dem Rauch auszuweichen. Man konnte an dem Bäumerauschen gut erkennen, wann wieder so eine Windböe kommt... leider nicht aus welcher Richtigung!        Noch mehrmals ging Thomas sammeln. Bei einer Tour machte ich ihn auf den Weißkopfseeadler aufmerksam, der ganz in unserer Nähe seine Kreise zog. Er muss ja schon länger direkt über uns gesegelt sein, denn nun kreiste er systematisch weiter den Campground ab. Schade. Wir sahen ihn den Abend noch zweimal, aber doch zu weit weg zum Fotografieren, aber wieder nah genug, ihn mit Fernglas eindeutig zu bestimmen.          Der Hase wurde nicht mehr gesichtet und nur dreimal weit entfernt vernahmen wir wieder den Elch. Der Sensenmann hatte wohl sämtliches Getier in die Büsche vertrieben, die nun auch nicht mehr auf Derby wollten. Apropo Derby... Party fand auf diesem Campground noch nicht statt. Oben vielleicht, denn im Laufe des Abends sind bestimmt 20 Fahrzeuge hoch. Hierhier verirrte sich, als wir gerade ins Bett wollten, nur noch ein weiterer Pkw. Wir löschten unsere Glut und begaben uns in den Camper. Kaum dass wir im Bett lagen, kam ein kräftiger Regenguss. Schon vorher hatte es etwas getröpfelt, aber kaum erwähnenswert. Aber bei dem Regenschauer hätten wir schon zu tun gehabt, alles schnell zusammen zu raffen... wir hatten Gott sei Dank schon alles bei dem Tröpfeln eingeräumt... das Glutlöschen hätten wir uns sparen können... Mindestens einmal habe ich es nachts noch schauern hören, habe aber recht gut schlafen können... ohne Bier wegtragen! Bin erst 3/4 8 wach geworden, wie Thomas diesen Job erledigte. Er liegt jetzt noch und fällt nebenher ein paar Bäume. Ich versuche, den Naturgeräuschen zu lauschen... dem Getröppel aufs Dach. Hoffentlich bleibt der Regen hier. Wir halten uns hier heute nicht mehr lange auf und begeben uns recht bald auf den langen Trip nach Hill Spring zur Barn Dance. Wir sind sehr gespannt, was da auf 'nem Samstag so los ist. Bisschen Programm soll ja sein... schauen wir mal.           Wow, Thomas ist tapfer und wäscht sich sogar draußen, trotz dass einige Tropfen vom Himmel kalt auf seinen nackten Oberkörper platschen...

Karte 005 - Lussier Hotsprings/Moose Lake - Hill Spring - Nanton
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The Great Canadian Barn Dance - Hill Spring/Alberta

Sonntag, 12.06., ca. 10.00 h - Früh hatten wir gestern den Camper und uns fertig und verließen das Areal. Der einzige Vorteil des nächtlichen Regens war, dass die Gravelroad nicht so staubte und der Camper einigermaßen staubfrei blieb. Dafür waren die Trittbretter und der Auspuff bematscht.          Da uns keine weitere Aktivität aufhielt, fuhren wir durch... rundherum ums de Sonne nicht gerade schöne Wolken... An Fort Steel sowieso vorbei... hatten wir ausgiebigst besucht, ließen wir auch den größten Truck der Welt in Sparwood ohne genauere Betrachtung im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. Er steht da wie seit Jahren. In Richtung Frank Slide wurde die Sonne gänzlich verdeckt, Sonnenbrillen ab und Scheibenwischer an. Die haben nicht gerade besondere Qualität, deshalb sahen wir kaum etwas, auch von Frank Slide nicht. Nun, auch hier hat sich nicht viel ändern können, außer dass die Vegetation über die abgebrochenen Felsbrocken Macht ergreift. Mit viel Regen und wenig Scheibenwischerqualität hatten wir in Coleman Schwierigkeiten, die Beschilderung zu lesen, fanden trotz gemeinsamer Mühe keinen Hinweis zum Einkaufen. Die Bank vermuteten wir an der richtigen Stelle und holten noch jeder bisschen Dollars. Nun hofften wir auf Lundbreck auf Einkaufsmöglichkeit. Fehlanzeige. Wenigstens war hier kein Regen, sondern wieder Sonnenschein. Es kam ja noch Pincher Creek... da muss es was zum Einkaufen geben. Im Walmart kauften wir nur Milch, Wasser und Brot und bezahlten die knapp $10 mit unserer "Freikarte". Wir brauchten nicht lange, um einen Liquorstore zu finden, war er doch an der Tanke ausgeschildert. Hier war das Tanken wieder angenehm: erst nach dem Befüllen bezahlen. Nun noch in den Liquorstore in der Rancheland Mall. Diese wirkte so unheimlich ruhig. Kein Wunder, sehr viele Geschäfte waren zu vermieten. Da hat der neue Walmart wohl so einige Länden den Garaus gemacht. Den Schnapsladen gab es noch - das war uns im Moment wichtig. Im Angebot war 1 Pack 20er cans Kokanee mit einem Basecap für $36 - das nahmen wir mal mit. Inzwischen plagte leicht der Hunger, war es ja auch schon halb 3... die Müslischale ruft! Wir waren fertig und wollten nun raus aus Pincher Creek, um einen geeigneten Platz zum Futtern zu finden. Denn hier auf den Parkplätzen war es uns zu ungemütlich. Kurz mal in Pincher Creek verfahren, sind wir wieder rauf auf die 6, die in den Wateron Park führten sollte. Doch was war das? Kein Schild: Hier geht's lang! Wir sahen auf der Karte, dass wir offensichtlich nun auf der Parallelstraße sind, die wir eigentlich befahren wollten. Nun, auf diese unbedingt rauf zu fahren, wäre zu umständlich und km-fressend gewesen und würde auch nur zum selben Ziel führen. Nachteil des Fahrens durch Farmerland ist, dass es keine Haltemöglichkeiten für die Müslischale gibt! Der Hunger machte sich ordentlich bemerkbar. Es blieb nur die Ablenkung der schönen Landschaft bei Sonnenschein, aber nur 13°C. Die Unterhaltung der vielen Straßenschilder, die vor Tieren und Trucks warnten, war nicht mehr tröstlich... Tiere? Welche Tiere denn? Die, die abgebildet waren, bekamen wir jedenfalls nicht zu Gesicht. Es dauerte aber ja auch nicht mehr lange und wir erreichten die Great Canadian Barn Dance. Auf der Zufahrtsstraße sahen wir auf dem Strommast ein Greifvogelhorst mit Greifvogel darin sitzend. Für diese Aufnahme mussten wir stoppen, der Greifvogel gab mir aber recht schnell Bescheid, dass ihm das gar nicht gefiel und kreischte mich an.             Ein schönes Fleckchen Erde... Wir sind ins Office und buchten für eine Nacht mit Power für $34,25 und erhielten Platz Nr. 55. Der Officemann fragte noch so einiges, aber wir verstanden uns offensichtlich nicht wirklich. Ich muss gestehen, dass durch den Hunger mir schon etwas komisch, schwindelig war und meine Konzentration im Minusbereich lag. Er offerierte uns, an der Dinnershow teilnehmen zu können und ich fragte, ob es einen Komplettpreis gibt. Er sagte "no" und wir sagten auch "no".        Wir levelten uns auf unserem schönen Platz ein - hier hätten sie das Gras intensiver mähen können! - und inspizierten die Lage. Im Giftshop erfuhren wir, dass es um 17.00 Uhr die erste Dinnershow gibt und 'ne viertel Stunde vorher Einlass ist. Der Zeitmesser sagte uns: wir haben etwas mehr als eine halbe Stunde zum Duschen und Umziehen. Also ab und diese Sachen erledigt. Die Adventure Company-Leute - eine Truppe Amis aus Arizona, Mississippi ... stehen hier mit gut 20 Bussen, 5th Wheels und kleineren Gefährten vor uns - gingen schon zur Barn Dance runter... wir waren noch am Umziehen. Aber wir sind doch schnell und trafen noch rechtzeitig ein. Die Frau am Tickethäuschen winkte uns durch. Travor (der Officemann) schickte uns jedoch zurück... wir bezahlten nun die knapp $85 für 2 Personen, bekamen ein Bändchen und konnten an der Dinnershow teilnehmen. Nun klärte sich das Missverständnis auf: wir hätten im Office wenigstens Tickets bestellen können. War nun egal - wir waren in der Show gemeinsam mit den Adventure-Leuten, einer Gruppe junger Frauen, die sowas wie Junggesellenabschied feierten (eine war die Braut) und noch ein paar Leuten, die ich dem Personal zurordnete. Die Show begann mit Ansprache des Chefs, der das Dinner zur Auswahl stellte: beaf and chicken or chicken and beaf or beaf and beaf or chicken and chicken... da hatte er schon den ersten Lacher. Er stellte dann die Beteiligten vor: seinen Bruder, seinen Sohn Trevor und seine Enkelsöhne. Er begrüßte die Adventure-Truppe, die wohl nicht zum ersten Mal hier war, die Frauengruppe mit dem besonderen Gast aus der Schweiz und uns aus Deutschland. Ich finde solche Begrüßungen immer sehr schön - die anderen wohl auch, denn jede vorgestellte Truppe erhielt Begrüßungsapplaus.           Das Essenfassen selbst war sehr gut organisiert: am oberen Ende der Tafel teilte sich die Schlange und zu beiden Seiten der Tafel konnte man sich auffüllen, was so auf den Teller passte. Am Ende gab es das "real Alberta beaf" obendrauf und man hatte zu tun, dass alles auf dem Teller bis zum Tisch bleibt... Es schmeckte alles hervorragend, besonders das Beaf - so mag selbst ich das! Das Chicken war ein bisschen trocken, aber ich hätte ja auch noch Soße nehmen können. Weiterhin gab es Backed Potato mit Sourcreme, Bohnen (so ähnlich wie Chili con carne), Mischgemüse, saure Gurken, Möhren-Zwiebel-Salat, Farmersalt, süßes Brötchen, Soßen, geröstete Zwiebeln... hab ich alles? Wenn man gern isst, ist man gut beraten, sich gleich viel aufzufüllen, denn Nachschlag holen war nicht möglich. Kaffee, Limo, Wasser, Saft und Tee konnte man sich nach Belieben nehmen. Als Dessert wurde etwas gereicht, was an Apfelstrudel mit Eis erinnert. Schmeckte vortrefflich. Danach waren wir satt. Nun unterhielten uns die fünf Kunkels mit 3 oder 4 Songs - schöne handgemachte Countrymusik! - sowie kleinen Anekdoten - es war sehr lustig. Wir wurden zur Linedance-Lesson geleitet und schon kam der zweite Dinner-Durchgang angefahren: 2 Busse Pilipinos (auch Philipinos bei uns genannt). Die Adventure-Leute und wir lernten nun den Barn Dance Shuffle, den Electric Slide, einen einfachen Foxy und den einfachen Two Step. Electric Slide kannten wir ja schon, der Barn Dance Shuffle war natürlich neu, aber sehr einfach: linke Hacke vorn auftippen, LF an RF, rechte Hacke vorn auftippen, RF an LF - das 2mal - re Hacke vorn auftippen, RF neben LF auftippen, rechte Hacke vorn auftippen, RF neben LF auftippen (ich habe RF vor dem linken Schienbein gekreuzt = hook), rechter Shuffle vor, linker Shuffle vor, RF über LF kreuzen, mit LF Schritt nach hinten und 'ne 1/4 Rechtsdrehung, RF Schritt nach rechts und LF neben RF auftippen. Schon geht es von vorn los. Dazu kam ein schönes Medley von der CD, das immer schneller wurde. Dadurch machte dieser einfache Tanz richtig Spaß.           Den Two Step mit slow, slow, quick, quick kannten wir theoretisch schon, nun hatten wir Übungsmöglichkeit. Man muss sich schon ordentlich konzentrieren! Natürlich ohne irgendwelche Drehungen kamen wir einigermaßen, aber auch nur einigermaßen zurecht. Es machte jedenfalls großen Spaß. Der Foxy ist eine Abwandlung vom Foxtrott und wie der Two Step als Paar im Kreis zu tanzen. Mann beginnt mit links, Frau mit rechts: step side, andern Fuß tap, mit dem jetzt step side, andern Fuß tap, mit dem beginnend jetzt step back (bzw. forward), nächsten Fuß back (bzw. forward) und immer weiter so. Da kann man bestimmt auch Drehungen einbauen... aber wir wissen nicht wie.            Nach dieser Lesson hatten wir erst mal "Freizeit", denn nun waren die Pilipinos dran. Wir nutzten diese Zeit, um uns am Camper mit 'nem Bier zu versorgen - wir fanden da keins zu kaufen - und unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Über den Bergen zogen sich schwarze Wolken zusammen und es gewitterte: man kann grob sagen, im Waterton Park ist Regen und Gewitter. Bisschen zog es auch in unsere Richtung und wir bekamen Regen ab. Etwas später regnete es noch mal und von den Bergen war gar nichts mehr zu sehen.           Wir nahmen unsere Wasserflaschen mit und konnten noch das Ende der Pilipino-Lesson erleben. Das war ein Gaudi! Um 20.00 Uhr sollte dann für alle Tanz sein. Die Houseband (die Kunkels) begann zu spielen und alles tanzte wild durcheinander. Wir hatten erst noch kopfschüttelnd da geseseen, waren wir doch noch zu sehr auf Linedance programmiert. Es ist aber eine BARN DANCE! Was da heißt: Tanzscheune. Mit keinem Wort wird gesagt, dass hier nur Linedance stattfindet. Also Hirn umsteuern und schon machte die ganze Sache Spaß. Wir beobachteten nebenbei, dass die Pilipinos genauso ein Lästervolk wie die Deutschen sind! Insgesamt war es eine äußerst amüsante Szenerie: das Gehoppse der meisten, das professionell Gewollte einzelner Paare zu betrachten. Auch die Barn Dance-Linedance-Gruppe war vertreten und tanzte. Der Tush Push war erst beim dritten Mal hinsehen für uns zu erkennen... der Electric Slide wurde natürlich getanzt und der Honky Tonk Stomp. Dann noch zwei Tänze, die mir unbekannt waren, aber einfach. Diese 5 Tänze beherrschten den Linedance-Teil. Wir legten noch einmal den Neon Moon und einmal den A Kiss And A Hug hin. Das machte sich allerdings insofern schwer, weil ja die meisten Pilipinos keine Ahnung vom Linedance hatten und somit kein Platz und Vorwärtskommen möglich war. Aber egal. Ich darf erwähnen, dass wir trotzdem anerkennende Blicke bekamen.             Für uns war nicht viel zum Tanzen, aber wir fassten diesen Abend als sehr gelungen zusammen und das Geld sehr gut investiert. Als die Party kurz vor 11 pm zu Ende war - es gab übrigens keinen Tropfen Alkohol! - und wir uns auf dem Weg zum Camper begaben, schien der Mond und die Sterne funkelten. Wir hatten längst beschlossen, auch am Sonntag (so wie heute, ne!) noch hier zu verweilen. Wir beschlossen den Abend mit 'ner Dose Bier und gingen um 12e rum ins Bett.

13.30 h - Gut, dass ich abends noch den Trick mit der Jalousie heraus fand, so konnte jede Seite blickdicht gemacht werden. Wir verbrachten die Nacht mit gutem Schlaf und sind erst halb zehn aufgewacht! Als wir Augen und Ohren richtig auf hatten, war ein sehr schönes Ambiente zu genießen: Am und im Wasser die Frösche, Vögel, die sehr eigenartige Geräusche von sich gaben, ohne dass man sie wirklich sieht, Gänse, die sich auf dem Feld ausruhen, schwarze kleine Vögel, die wie irre durch die Gegend flattern und etliches Kleingetier wie Hummeln, Mücken und Fliegen. Das allerschönste jedoch: ein ungetrübter Blick auf die Bergkette des Waterton-NP. Ein unbeschreibliches Panorama. Das bekommt man so gar nicht fototechnisch festgehalten: ein Postkartenblick - herrlich. Allein für diesen Blick lohnte es sich, noch einen Tag zu bleiben.          Ich machte schnell den Blickschutz weg, um dieses Panorama zu genießen. Nachdem ich mein Bett abgebaut und schon mal alles auf den Tisch stellte, vollendete Thomas die Frühstücksvorbereitungen, während ich schon schrieb. Das Frühstück nahmen wir dringen ein, weil's doch ein bisschen windig ist und wir aus dem Fenster den Blick auf die Berge und die davor liegende Prärie besser genießen konnten. Sitzen wir auf der Bankgruppe, versperrt unser Camper einen Großteil der Sicht.          Es fiel uns die ansonsten totale Stille auf; was war mit den Adventures-Leuten? Thomas sagte, so ca. halb 8 war da wohl heftiges Geschnatter, dann mit mal Ruhe. Seither ist nur einer mit Fahrrad gesehen worden. Unser Nachbar hatte sich, als wir gerade aufgestanden sind, auch auf den Weg mit seinem Truck gemacht, ist aber inzwischen wieder da.           Nach dem Frühstück nahmen wir unsere Waschsachen und das Geld, gingen zum Office und kauften noch eine Nacht. Die junge Frau dachte schon, die Duschen seien nicht in Ordnung - wir konnten sie beruhigen. Dabei kamen wir ins Gespräch: Sie sind beim Sortieren der Klamotten für eine Heuparty. Wir gingen ins Office und Travor freute sich, dass wir noch bleiben. Er nahm uns für diese zweite Nacht nur $20 ab - nett! Wir unterhielten uns , ich verklickerte wieder unsere Tour und er, dass er deutscher Abstammung ist, aber nachdem man sich in Kanada ansässig gemacht hatte, kein Deutsch mehr gesprochen wurde. Er selbst findet es schade, dass er diese Sprache nun nicht kann. Offensichtlich kommen auch sehr viele deutsche Touristen hier her. So war es ja wohl ein Muss, dass auch wir hier endlich mal Station machten! Wir erzählten ihm dann noch, dass wir den Tag auf dem Gelände verbringen möchten und vielleicht Kanu fahren wollen. Dies ist kostenlos, so er und erklärte uns, wo Paddel und Westen sind. Er wies noch darauf hin, dass wir morgen keine Eile haben brauchen und auch noch weiter verlängern können. Das wird weniger was, weil wir den Cowboytrail noch hoch wollen und unsere Zeit in Kanada leider stark dem Ende zugeht.            Nunmehr gewaschen am Camper zurück, wuschen wir ab und begaben uns auf den Rundgang. Thomas hatte während meiner Schreibarbeit schon 'ne Vorrunde gedreht und entdeckt, dass ein Californier seinen Stellplatz mit rosa Plastikflamingos dekoriert hatte. Das zeigte er mir nun. Dabei sahen wir auch, aus welchen Teilen Amerikas die Adventure Company-Leute so kommen: Wisconcent, Alaska, North Carolina, Oregon, Montana... tja, die anderen fallen mir nicht mehr ein, aber auch aus British Columbia klebten Aufkleber an den Fahrzeugen. Diese teilen wohl mit, wie lange sie dieser Company angehören. Mindestens ein Paar von denen ist holländischen Ursprungs - das erzählten sie uns gestern, als er sich anbot, uns zu fotografieren.              Puh, die Sonne knallt ganz schön, nur der Wind weht ab und an mal frisch rüber. Aber weiter im Text: Der Wind war es auch, der uns für unseren Rundgang 'nen langärmeligen Pullover und 'ne Jacke anziehen ließ. Nur an manchen Stellen war diese Bekleidung nützlich. Einmal um die Company-Kolonne rum, steuerten wir nochmals die Toiletten an und begaben uns auf den Weg um den See, immer mal wieder von besonderen Details Fotoaufnahmen tätigend. Unser Weg führte uns auch zum Kanusteg. Die Kanus sind jedoch etwas mit Wasser befüllt und wir wollten uns noch nicht wirklich für eine Seerundfahrt entscheiden, zumal gerade frischer Wind über den See pfiff. Nun vorbei an den anderen Campsites, die wir übrigens auch als recht idyllisch erachten. Wir sahen mehrere dieser "Gelbkopfvögel" und versuchten einige Aufnahmen. Hierbei stellten wir fest, dass dies die Vögel sind, die dieses eigenartige schnarrende Geräusch verursachen. Gegenüber unserem Stellplatz, wenn man durch die anderen Camper hindurch lugt, sind Häuserchen zu sehen. Auf unserem Spaziergang nun erkannten wir, dass die Familie Kunkel - die Inhaber dieses Areals - dort wohnt. Die anderen Häuser sind so eine Art Wochenenddatsche, denn auf manchen "Bausplätzen" standen/stehen auch noch Trailer, die winterfest gemacht sind. Andere Bauplätze sind mit sehr hübschen Buden, schon fast Häuser bestückt. Sehr bald hatten wir diese Wanderung geschafft, fanden auch den Badestrand... Und man soll's nicht glauben... Nein, erst gingen wir noch wieder zur Barn Dance an sich. Die Schilder bestätigten: sonntags ist hier tote Hose. Eigentlich bis Donnerstag... offensichtlich ist nur Freitag und Samstag hier was los. Na ja, ist es eben so. Thomas hatte bereits beim Nachbuchen die 2 CDs gekauft und sich 'ne Widmung von Travor geben lassen. Beim jetzigen Besuch des Office war dieses "closed", trotzdem kam jemand und reichte uns noch ein Prospekt. Da Eincheckzeit ab 3 pm wieder ist, werden wir dann noch mal vorbei schauen. Wieder am Camper, kramte ich die Schreibsachen vor und Thomas bereitete Müsli zu. Man soll es nicht glauben: wir hatten Hunger! Wir stellten unsere Bankgruppe noch ein bisschen mehr in den Windschatten und ich genoss die Sonne beim Schreiben. Hab mich zwischenzeitlich auch umgesetzt, damit nicht nur mein Rücken verbrennt. Auch Thomas ist jetzt endlich von der Wärme überzeugt und hat es sich mit freiem Oberkörper im Campingstuhl bequem gemacht. Zuvor war er aber fleißig und hat den Camper und das Fahrerhaus gesäubert - schließlich putzt der Nachbar auch. Apropo putzen: Das war gestern noch lustig; konnten wir doch beobachten, wie denn erst mal das Auto gewaschen wird. Ist doch alles da: Wasser sowieso und 'ne Aufsteckbürste für den Schlauch hat man schließlich immer dabei! Da wird flugs mal auf dem Campsite das Auto gewaschen; schließlich ist das kanadischer Staub mit Fliegen vermengt... das kann ruhig wieder in kanadischen Boden versinken...             Von den Adventure-Leuten ist immer noch niemand zu sehen. Der Fahrradfahrer entpuppte sich als "staff" und kommt in regelmäßigen Abständen, Nelson - ein kleiner niedlicher Hund - Gassi zu führen. Watt enn Service! Ich bin begeistert.            Wir sind sehr gespannt, ob die Adventure-Leute heute noch was "anstellen" werden. Gestern bei der Party zogen sie wieder ab; sie schienen genervt von den Phillies. Wenigstens fühlten sie sich sichtlich nicht wohl und verließen die Barn Dance. Sicherlich, wir hätten uns auch lieber andere Leute angesehen, aber ob es dann auch so lustig gewesen wäre? Besonders die eine Pilipinin sah lustig aus: Mit ihrem roten Jogginganzug und dem neu erworbenen roten Cowboyhut aus Grenny's Giftshop sah sie aus wie der Weihnachtsmann. Mir erschien es aber zu unhöflich, sie direkt zu fotografieren und nur "zufällig" bekamen wir sie nicht ins Visier - schade.             Heute machen wir wieder einen Faulenzertag und genießen den beim Sonnenbad, den Geräuschen ringsum und dem immer noch fantastischen Blick auf den Waterton-Nationalpark.

16.25 h - Ich glaube, ein wenig habe ich mir den Nacken verbrannt... Unser Timing stimmt doch perfekt: Eine Wolke schob sich vor die Sonne und Thomas meinte, nun können wir Kanu fahren. Da wir schon wussten, dass man sich da selbst bedienen kann (muss), nahmen wir Rettungswesten, Paddel geschnappt und ein passendes Kanu ausgesucht: die Sonne hatte eins ausreichend ausgetrocknet. Als erstes stieg ich ein... leicht wackelige Angelegenheit; nun Thomas... bei ihm schaukelte es schon mehr. Die ersten Momente spürte ich seine Anspannung, um nicht Verkrampfung zu sagen. Wir paddelten los und fanden sehr schnell die notwendige Übereinstimmung: Thomas meinte, der hinten sitzt, der steuert... das war er!... und ließ mich paddeln! Das mit dem Steuern ist aber noch zu üben! Immerhin war es unsere erste Kanutour überhaupt. Ging doch gut. Nun steht einem Kanugepaddel auf dem Emerald Lake nichts mehr entgegen! Auf einem Fluss hätten wir schon eher Schwierigkeiten, auch wegen des Steuerns, denn da sind die Ufer ein bisschen dichter zusammen als auf 'nem See! Da der See nicht allzu groß ist, umpaddelten wir ihn 2mal, waren aber mit allem anderthalb Stunden beschäftigt. Die Wolke vor der Sonne wurde immer größer und ließ nun auch ein paar Tropfen fallen. Aber wir sitzen längst wieder im Camper und genießen ein Tässchen Kaffee. Dabei werden wir unsere Planung für unsere leider letzten Tage des Urlaub vornehmen. Ho, ho, was ein Lüftchen... wir müssen sogar unsere Tür schließen, weil die sonst hin- und herknallt... um den Camper pfeifft es ordentlich...           19.45 h - Viel anzustellen war heute nicht mehr. Wir fingen dann an, das Abendessen zu machen und kochten alle Nudeln und die letzten 2 Kartoffeln. Zu den Nudeln gab es die letzten Wiener Würstchen, gebraten mit etwas Salami, Zwiebeln und der letzten Zehe Knoblauch. Nudeln haben wir noch gut für eine Mahlzeit; müssen wir uns die restliche Salami dazu braten. Für die Kartoffeln haben wir noch Steaks und Chicken. 1 Dose Erbsen und 1 Dose Mais haben wir auch noch zu verwerten. Wir denken, dass wir an Nahrungsmitteln nichts mehr einkaufen müssen. Wir haben gut gehaushaltet und bestimmt nicht gegeizt dabei.             Der Wind hält immer noch an, so dass wir wohl leider kein Feuerchen machen werden. Schade! Momentan sust das Abwaschwasser. Thomas hat heute (!) festgestellt, dass auch die 2. Flasche voll Gas ist und wir rumaasen können. Jetzt auf die letzten Tage schoss mir auch ein, wie ich diesen blöden Abfluss dicht bekommen: einfach mit Papier! So, unseren kleinen Rundgang mit Dosenentsorgung hatten wir schon mal.            21.45 h - Bisher haben wir ein paar Bierchen geschlürft, dem Wind gelauscht und die vergangenen Tage ausgewertet. Leider veranstalten die Company-Leute nichts oder wird für diese auch nichts veranstaltet. Schade eigentlich. Meine Schlafsonderstellung ist mit heute vorüber und ich werde wieder oben pennen - hoffentlich schnarcht Thomas nicht so laut!

 

Geschichte Great Canadian Barn Dance:

Ehe ich hier viel über die Great Canadian Barn Dance an Infomaterial zusammengeklaubt habe, ist es einfacher auf deren Webseite zu stöbern: www.gdbd.ca. Hier erfährt man alles, was man wissen will und wird mit Musik und Fotos sehr gut unterhalten. Ein Besuch lohnt sich also!

 

Montag, 13.06., 8.00 h - Bis halb 6 hatte ich gut geschlafen, dann fingen die Knochen an weh zu tun. Dann vernahm ich auch das Geschnarche von Thomas... kurz vor 8 bin ich aufgestanden. Ein Feuer konnten wir gestern des Windes wegen nicht machen. Erst so halb 9 legte der sich etwas, aber da hatte Thomas keine Lust mehr. Musste ja auch nicht mehr sein. Wir haben uns bei Dosenbier den Sonnenuntergang angeschaut und uns gut unterhalten.              Heute morgen ist ein ganz anderer Blick auf die Rockies - es fehlt der strahlende Sonnenschein. Wie ich halb 6 wach war, blinzelte mich die Sonne noch an - jetzt ist über uns eine graue Wolke, aus der auch vereinzelt ein paar Tropfen fallen. Im Camp rührt sich noch gar nichts. Wieder ist vom See her das Geräusch der Gelbkopfvögel zu hören. Heute fällt mir das passende Wort ein: trompetend! Das trifft es eher als schnarrend. Thomas wird gleich sein berühmtes Frühstück machen, dann sind auch der Bacon und die Eier verbraucht. Nach dem Frühstück duschen und abwaschen, die üblichen Aufräumarbeiten und dann geht es weiter. Erkenntnis dieses zweiten Tages ist, dass man doch lieber Freitag und Samstag hier sein sollte. Wir hatten insofern Glück, dass das Wetter gestern schön sonnig war. Hab übrigens 'ne leichte Röte erhalten! Bei so einem Wetter wie heute und vielleicht noch Regen, sind wir hier verraten und verkauft. In so 'nem Bus sich aufzuhalten, mag ja gehen, aber den haben wir nicht. Gut, es gibt auch die Möglichkeit eines Abstechers in den Waterton-NP. Den Gedanken haben wir gestern aber nicht aufgegriffen, weil wir dort bereits mehrere Male waren und doch noch unsere Kilometerchens einteilen möchten. Ob die Company-Leute heute auch abfahren? Eigenartige ADVENTURE-Company... so richtig Adventure machen die nicht. Thomas meint, die machen so eine Art Schnitzeljagd... mal zu Hause googeln.

nach 4e h - Als wir startklar waren, sind wir noch mal zum Office und haben Lloyd angetroffen - der Chef des Ganzen. Er gab uns noch ein Autogramm und verkaufte uns 2 Tücher, ein braunes für Thomas, das altrosa nehme ich. Nach kurzer Unterhaltung mit Übergabe unserer Visitenkarten und Erklärung unserer Webseiten setzten wir uns in unseren Ford und fuhren fort. Unser heutiges Ziel war nicht weit entfernt, besondere Sehenswürdigkeiten standen auch nicht auf dem Plan - wir rechneten mit einer kurzen Fahrt. Wir bogen diesmal "rechts" ab und landeten damit auf jener Straße, auf der wir eigentlich einreiten wollten. Kurz vor Pincher Creek dämmerte uns, welchen Fehler wir begangen hatten: Statt der Mainstreet zu folgen, hätten wir auf die Waterton-Ave abbiegen sollen. Aber wenn keine weiteren Hinweisschilder da stehen? Haben wir eben einen Kreis gefahren - war doch auch nicht übel. Sahen wir wieder etwas mehr von der schönen Gegend. So brauchten wir auch nicht mehr durch Pincher Creek fahren und landeten direkt am Walmart. Hier kauften wir noch einmal Wasser und TicTac für den Flieger. Wieder die Karte genutzt, sind da jetzt nur noch $6 drauf. Das können wir verschmerzen.

Hill Spring - Nanton - Calgary - Home ;-(
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Wir durchfuhren hügeliges Ranchland. Auf etlichen Weiden standen Kühe, aber das meiste Land war leer, einige Felder waren auszumachen. Viele Ranches haben wir gesehen am Cowboy-Trail und wir fragen uns immer wieder: leben die wirklich nur von der Viehhaltung oder dem wenigen Ackerbau? Erzeugen die Heu mit den leerstehenden grünen Wiesen? Wieder brauchte man nicht viel Fantasie sich vorzustellen, wie einst dieses Land von Millionen von Buffalos durchzogen wurde. Zumal die Stiere oder Bullen dem Ausmaß eines Buffalos nicht nachstehen! Wir wunderten uns weiter über die doch recht hügelige bis leicht bergige Landschaft. Diese Prärie sieht total anders aus als die auf dem östlichen Teil im Großraum Drumheller. Am Cowboy-Trail... oder sagen wir so: der Cowboy-Trail führt durch sehr schönes, saftiges Land... auch das Treiben der Rinder durch die Cowboys von einst war sehr gut vorstellbar. Zwischendurch mal Fotos aus dem Camper während der Fahrt gemacht, einmal angehalten, um das Eingangstor einer Guestranch zu fotografieren, dauerte unsere Fahrt tatsächlich nicht lange. Es sollten auch wilde Tiere über die Straßen sprinten... so wiesen die Schilder jedenfalls wieder mal drauf hin... taten sie aber nicht! Nur die Kühe lagen fast alle gemächlich auf der Weide und hielten offenbar Mittagspause.         Nun kam die Abfahrt zu dem von uns ausgesuchten Campground am Chain Lake... Loop A geschlossen, Loop B geschlossen... sollter er nicht "year around open" und sogar Winter-Campground sein? Guck an, Loop C ist offen... wir registrierten sofort: keine Feuerstellen, was denn auch auf dem Self-Registration-Umschlag nochmals mit Rot aufgedruckt war: kein Feuer machen! Das enttäuschte uns nun doch sehr. Wir brauchten heute zwar kein Feuer um Abendessen zu machen, aber um uns zu unterhalten schon. Die Uhr zeigte gerade 13.00 h; was sollen wir da so lange machen? Bisschen am Wasser entlang wandern? Verbraucht auch nur maximal 2 Stunden. Kaffee trinken und darauf lauern, dass es Abend und Nacht wird? Neeee, das sagte uns ja gar nicht zu. Den Campgroundführer studiert, welcher mögliche Campground noch auf der Strecke liegt, denn für Calgary war es uns zu früh. Nun, in Nanton selbst ist noch einer an der Kreuzung Hgw 2 und 533. Was das wohl für'n Platz ist? Egal, wie bescheiden schön der sein kann, den müssen wir ansteuern, hat er doch Firepits. Schlimmer als der in Cranbrook direkt an einer Kreuzung kann der auch nicht sein. Einstimmig beschlossen fuhren wir die 40 km bis Nanton weiter. Auch wieder eine schöne Gegend, die wir eigentlich erst morgen sehen wollten. Das schöne Wetter heute - es ging auf 17°C rauf - ließ alles noch mal so schön aussehen. Vor allem war interessant zu entdecken, wie groß Nanton eigentlich ist. Fahren wir sonst nur durch, weil der Highway 2 direkt durch die alte Stadt führt, kamen wir nun aus einer ganz anderen Richtung und waren sehr überrascht, was da noch an Wohnsiedlungen ist. Was wir bisher gesehen hatten, ist ja nur ein kleiner Teil, wenn auch bestimmt durch die vielen Antiquitäten- und sonstigen Geschäfte der interessantere. Wir hielten am Visitorcenter... heute war es geöffnet. Uns deucht, es war mal eine Schule, alte Bänke könnten einen Beweis darstellen. Das ältere Paar war sehr nett - wie übrigens alle Kanadier, die in den Visitorcentern arbeiten! - und erklärte uns bereitwillig, wo wir den Campground finden. Seiner Bitte, ins Gästebuch zu schreiben, kamen wir sehr gern nach. Er schenkte uns Pins und eine Postkarte mit Marke, die den Stadtplan von Nanton zeigt. Unsere Frage, ob man vom Campground schnell in die Stadt laufen kann, bejahte er. Okay, meinten wir, dann werden wir erst mal zum Campground fahren und dann in die Stadt gehen und verabschiedeten uns. Wir lügen ja nicht und machten es tatsächlich so. Vom Campground mussten wir uns angenehm überraschen lassen. Der Highway ist zwar zu vernehmen, aber nicht störend. Die Plätze sind sehr großzügig und mit sattem Rasen bewachsen. Es stehen hier auch etliche Camper, die aber augenscheinlich für längere Zeit stehen. Gophers prügelten sich mal gleich rum - schön; endlich wildes Getier außer immer nur Vögel, die übrigens auch hier fleißig zwitschern. An der Selfregistration vernahmen wir den Preis: $15 sind voll okay, der andere hätte 19 gekostet! Also fuhren wir mal über das Gelände, um uns ein Plätzchen auszusuchen und wurden mit Nr. 28 sehr schnell fündig. Der Platz ist so groß, da können bequem 2 Busse drauf stehen! Der Campground an sich scheint vorrangig für "Familienausflüge" angelegt zu sein - finde ich gut. Mit Bäumen ist er auch  etwas bewachsen... er ist trotz seiner "Kreuzungslage" sehr idyllisch. Gefällt uns.              Wir levelten das Fahrzeug aus, machten den Umschlag klar, inspizierten die Sanitäranlagen - für $2 kann man duschen - und gingen zu Fuß in die Stadt. Es ist tatsächlich nicht weit. Gleich in der ersten Straße fanden wir den Laden mit den Eisenbahnen, sind aber nicht rein. So viel Interesse habe ich für Bahnen denn nun doch nicht... vielleicht morgen. In der nächsten Straße war das Miniaturmuseum - sind wir auch nicht rein. Kulturbanausen! In gleicher Straße fiel uns ein Antiquitätenladen auf, den wir noch gar nicht kannten - also rein da. Die junge Frau entschuldigte sich fast, weil sie uns erklärte "It's all messie", aber genau das wollten wir ja. Wir durchstöberten den Laden und ich wurde mit einem kleinen Hutaschenbecher fündig. Niedliches Teil und $18 - Besitzerwechsel! Weiter führte uns der Stadtbummel noch in diesen und in jenen Antiquitätenladen - da trafen wir die junge Frau nochmals. "Hi again", hier fanden wir jedoch nichts. Thomas verwarf die Kauflust auf den Feuerwehrhelm gänzlich genau wie ich auf das Windspiel. Mir waren die $81 dann doch zuviel (versehentlich hatte ich 18 gelesen!). Da ist mir das von Thomas gebaute wesentlich lieber. Nun noch mal in den Billigladen... wir verwarfen auch hier den Kauf der US-Kanada-Flagge. Der Rodeoladen war mal fix 'ne halbe Stunde zu, so sind wir erst mal zu den Speichern hin, um die nochmals zu fotografieren. Erledigt und langsam wieder in die Stadt zurück. Rodeoladen war wieder auf, wir haben aber nichts für uns entdecken können. Nur ein kleines Gespräch und wir sind wieder raus aus dem Laden. Nochmals in den Billigladen, weil Thomas im Schaufenster schöne Pappteller und Servietten mit Western-Motiv sah... wir suchten und suchten... wenn nicht anders, muss sie uns die aus dem Fenster geben... entfiel; denn im anderen Teil des Ladens, den wir bisher ausgelassen hatten!, fanden wir alles - toll! Da wir uns nicht einscheiden konnten, ob nun nur die kleinen oder nur die großen Varianten ausreichend sind, nahmen wir jeweils beide mit. Zufrieden gingen wir zurück zum Camper. Kaffeedurst! Während des Kaffeetrinkens begutachteten wir nochmals unsere Errungenschaften und freuten uns, dass in Alberta nur 5 % Steuern zu zahlen sind - ist das 'ne Zahl?! Dafür sind aber Alkohol und Zigaretten immens teuer - 2 Schachteln für $19 (1 Schachtel mit 25 Zig. rund 6,95€) und das waren keine Marlboro oder so - die kann man schon gar nicht bezahlen!              Die Sonne ist jetzt ein bisschen hinter Wolken, die doch wohl hoffentlich trocken bleiben? Der Wind hat auch etwas gedreht... ich möchte heute mal wieder Feuer haben!           19.0? h - Das Abendessen haben wir hinter uns; während ein paar Tropfen fielen, haben wir zu den aufgewärmten Nudeln den mit Salami angereicherten Wurstrest von gestern gegessen. Ketchup geht zu früh dem Ende entgegen. Für morgen haben wir noch Kartoffeln und Hühnerbrust - ein wahres Festessen, denn Erbsen sind auch noch da! Essensmäßig haben wir sehr gut gewirtschaftet; es zeichnet sich jedoch ab, dass wir mindestens 100 km nachzahlen müssen. 46 km haben wir noch gut, da wir aber morgen die Nebenstrecke nach Calgary nehmen, können gut ein paar Kilometerchen hinzukommen. So, nun wird Thomas bald das Feuerchen entfachen, welches wir neben dem Geräusch eines Notströmers genießen werden...

 

Dienstag, 14.06., ??? h - Das Feuer gestern abend zu entfachen, gestaltete sich nicht so einfach, da die Feuerstelle keine Luftlöcher hatte. Sehr schnell bemerkten wir jedoch, dass sie anzuheben ist und so die Flammen etwas Sauerstoff bekommen - nun funktionierte es auch. Die Broschüren brannten nicht sehr gut und drohten, das Feuer wieder zu ersticken. Tut man ja auch nicht... doch verbrennen musste das nun, lag ja schließlich schon im Kessel. Mit Geduld klappte das und Geduld und Zeit hatten wir ja ausreichend. Einige andere Camper machten auch Feuer und so qualmte es aus verschiedenen Kesseln. Paar Bierchen dabei geschlürft - auch die mussten weg! - und lustige Unterhaltung von "Familie Flodder"... der Abend war sehr kurzweilig. Familie Flodder deshalb: ein Pärchen mit 4 Kindern und 2 Katzen verweilen im alten 5th Wheel! Gegen 11 sind wir dann rein, nachdem der Pappelast zerkleinert auch einigermaßen abgebrannt war. Ich habe trotz des Highways und der morgens abfahrenden Fahrzeuge gut geschlafen. Thomas berichtete, dass er nicht gut schlafen konnte. Nun, er ist jetzt ausgeruht, weil er all die Nächte zuvor so gut geschlafen hat! Er wird's überleben.                ca. 16.00 h - Wir verließen den Campground ohne den Abwasch erledigt zu haben. Gewaschen hatten wir uns auch im Camper, weil Thomas von der Männertoilette nichts gutes zu berichten hatte. Der da gestern mit einem Affenzahn fast ins Sanitärgebäude gefahren ist, hat's wohl nicht ganz bis auf den Topf geschafft... Alleine wollte ich denn auch nicht da hin, zumal die Familie Flodder da rumgruste.            Wir stellten unseren Truck auf einen Platz ab, wo wir nicht genau wussten, ob das erlaubt ist... aber wir wollten vermeiden, Nanton komplett zu durchfahren. In der Hoffnung, dass das Fahrzeug nach unserem erneuten Stadtbummel noch da steht, suchten wir den einen Antiquitätenladen nochmals auf. Der hatte so ein Windspiel für $76 hängen und sogar "30 % off". So nahm ich es mit für $55. Nun noch in den Westernwearladen - aber da gefiel uns nichts, was wir hätten mitnehmen müssen. Fahrzeug stand noch und wir fuhren wieder direkt am Campground vorbei auf der 533 in Richtung Calgary. Ist ein kleiner Umweg, aber eine schöne Strecke. Hier konnte man schon wesentlich mehr bewirtschaftete Felder registrieren. Und flaches Land - am Horizont zahen wir die Rockies. Eine angenehmere Fahrt, als den Hgw 2 zu nutzen. An einer Kreuzung fotografierten wir eine Briefkastenreihe - lustig -, unterwegs noch Speicher und Scheunen... ansonsten trafen wir auf keine besonderen Highlights. Es blieb, die Strecke zu genießen bei strahlendem Sonnenschein, 19°C und Simpson-Wolken - schön!            Nach der Kurve mit den Briefkästen sollte auch bald der von uns ausgesuchte Campground kommen. Ein tolles Panorama bot sich uns, als wir die schnurgerade Straße fuhren: auf der linken Bildhälfte die Rockies, auf der rechten die nur schemenhaft zu erkennende Skyline von Calgary. Kann der Campground ja nicht mehr so weit weg sein! Intensiv Ausschau haltend, sah Thomas nur ein halb umgefallenes Schild mit einem Zelt drauf, welches wir nicht für voll nahmen. Wir fuhren weiter und weiter und sahen rechts eine sehr noble Wohngegend (jetzt wissen wir, es war De Winter). Scheinen viele reiche Leute da zu wohnen - die Häuser sahen jedenfalls sehr danach aus. Was war das? Voraus sahen wir schon den Hgw 2! Na, auf die letzten 1000 m wird wohl nichts mehr an Campground kommen, zumal weit und breit nichts von einer "Flusskreuzung", geschweige denn Flüssen überhaupt zu sehen war! Laut Karte auch gar nicht möglich! Sollte doch dieses kleine Zelt der Hinweis zu einem Campground - mit immerhin 131 Plätzen - gewesen sein? Wir fuhren in eine Nebenstraße und sinnierten: noch mal das ganze Stück zurück? Auf die Gefahr hin, dass da denn doch kein ordentlicher Campground ist? Immerhin war ja auch im CG-Führer keine Beschreibung, dass der an dieser Secundar-Strecke sein soll - was schon komisch ist. Die Rückfahrt hätte uns gut 100 km zusätzlich verursacht. So einigten wir uns, dass wir zum Mountain View-Campground in Calgary fahren und auf dem Weg dahin gleich bei Alberta Boots und dem Feuerwehrmuseum stoppen, was wir eigentlich für morgen vor hatten. Nun denn, rauf auf den Hgw 2 und rein ins Calgary-Getümmel. Sofort fing der Verkehr an, war schon gut was los. Wir schafften es aber uns zu orientieren und fanden den Alberta Boots-Store ohne uns zu verfahren! Erste Aufregung überstanden. Thomas parkte den Ford direkt unter einer Stromleitung... schon ein komisches Gefühl, wenn man den Strom über sich fließen hört! Ein merkwürdiges, mich beunruhigendes Geräusch. Im Laden ware es aber nicht mehr zu hören... Wir schauten uns um und mir war sofort klar: Guck mal bei den Kinderstiefeln... Hier fangen die Damengrößen nicht bei meiner Fußgröße an! Ich hatte zwei Paar Stiefel näher ins Auge gefasst und nun die nette Verkäuferin bemüht. Leider, in meiner gewünschten Größe nicht vorrätig: Sie suchte dann noch viele andere für mich; letztendlich erwarb ich schöne rote Stiefel. Thomas war gar nicht erfolgreich: Spann zu flach, beim anderen Paar  Stiefel war irgendson "Knick" dring, andere wieder zu groß... Beim Hutstand allerdings wurde er fündig. Für meinen kleinen schlauen Kopf war mal wieder nix passend. Auf die steifen Kinderhüte hatte ich keine Lust... Über unseren günstigen Einkauf freuend, sind wir gleich weiter zum Feuerwehrmuseum, denn die beiden Attraktionen liegen recht dicht beieinander. Noch nicht mal 10 min sind wir gefahren und sahen rechter Hand alte Feuerwehren stehen.

(inzwischen ca. 19.00 h!) Wir befuhren das Grundstück und sahen an den Öffnungszeiten, dass wir gerade noch 'ne halbe Stunde zum Besichtigen haben. "Sollte keiner im Office sein, durfte man die blaue Taste auf dem kleinen Feuerwehrauto drücken, dann käme jemand"... ich drückte und ein lustiges Tatü-Tata ertönte... niemand kam. Wir schauten uns schon mal im Shop um, fanden aber nichts, was uns zum Kaufen animieren könnte. Die Zeit verging, ich drückte noch mal auf die kleine Feuerwehr und... niemand kam. Wir gingen denn schon mal etwas näher an die Ausstellung heran... zum Abschließen um drei muss ja jemand auftauchen... Es kamen doch tatsächlich noch vor drei 2 Mädels... Wir bezahlten je $5 Eintritt und durchschritten nun die Ausstellung. Auf nähere Erklärungen verzichteten wir - es war alles sehr verständlich dargestellt und Thomas weiß ja nun auch sehr viel über Feuerwehren. Die Mädels bedeuteten uns noch, dass draußen in einer Halle noch weitere Fahrzeuge stehen. Diesen Hauptteil hatten wir nun beguckt und fotografiert und waren bereit für die Halle: Recht imposante Fahrzeuge der verschiedenen Jahrzehnte standen da und wurden gepflegt für eventuelle Ausfahrten. Thomas erkannte viele Details und fotografierte fleißig. Nach Beendigung des Rundgangs sind wir nochmals mit ins Office und gaben die Broschüre von der Rostocker Feuerwehr und 2 Badges ab. Das eine Mädel gab uns gleichfalls 2 Badges sowie 2 Flaggen. Wir gingen noch rum, um die draußen stehenden, leider nicht so gepflegten Fahrzeuge zu begucken und zu fotografieren sowie die derzeit im Betrieb befindlichen. Wir waren mit unseren Aktivitäten sehr zufrieden und fuhren laut Karte eine "Querstraße" auf den Hgw 1 zu. Und? Fehlerfrei! Wir kamen da an, wo wir wollten und hatten mal einen ganz anderen Blick auf die Skyline von Calgary.            Der Campground soll 16 km außerhalb von Calgary sein, aber Calgary ist auch in diese (östliche) Richtung gewachsen! Nie und nimmer sind das noch 16 km... die Abfahrt kam, kaum dass die letzten Häuser passiert waren! Wir checkten für 2 Nächte auf dem Mountain View-Campground und erhielten - weil wir ein Canadream-Fahrzeug hatten - sogar Rabatt. Ich denke, mit jedem anderen Vermieten würden wir den auch bekommen! Na, mit $68 für 2 Nächte ist der Stellplatz nur mit Feuerstelle auch immer noch teuer genug! Aber er liegt günstig auf der Seite, wo wir morgen noch einige Besorgungen tätigen wollen. Also richteten wir uns auf Platz 57a ein, brauchten nicht mal leveln, so dass auch diese Bretter dem Feuertopf zugeführt werden können. Wir kochten nur einen Kaffee und mampfen die Muffins dazu, in der Zeit entleerte sich auch die graue Wolke, die mit leichtem Donnergrollen über dem Campground festhing. Thomas machte ein Nickerchen, ich schrieb... der Regenguss war vorbei, hatte an unserem Camper aber nichts sauber waschen können. Im Store fragten wir nach, was die C-Train kostet: immer noch $2,75 - ist doch was! Gleichzeitig fragten wir, wo eine Waschstation für Trucks ist, auch hierauf erhielten wir Auskunft. Nun gingen wir daran, das Abendessen vorzubereiten: Hühnerbrüste mit Wurst und Zwiebeln, genauso das Steak, eine Kartoffel und Erbsen. Da unser Wagen gut steht, können wir den Zusatztritt aus Holz als "Grundlage" für die Feuerstelle nutzen, da diese sehr tief ist. Inzwischen brutzelt alles auf dem Grill. Es sammelt sich wieder 'ne graue Wolke, aber noch bratzt uns die Sonne kräftig aufs Hirn. Mit Entsetzen musste ich feststellen, dass wir nur noch 7 Bier haben! Ich kann's kaum glauben! Und Thomas hatte Sorge, dass wir die 20 Dosen nicht mehr schaffen... Müssen wir mal gucken, ob wir noch Nachschub finden (so etwas gibt es im Store hier nicht!). Denn für morgen steht auf dem Plan: mit Camper bis zur C-Train-Station "Rundle" fahren, dann mit dem Zug ins Zentrum. Da werden wir dann rumlaufen, hier in die Läden schauen und da mal gucken... wer weiß was noch Interessantes zu beäugen gibt. Für heute steht eben das Essen noch auf dem Programm, Abwaschen, Feuerchen begucken, Altlasten entsorgen... mit den letzten 7 Bier!             20.00 h - Während Thomas wieder das Feuer in Gang bringt, noch schnell letzte Zeilen für heute: Den Abwasch haben wir erledigt; macht sich an so einem public sink immer gut und schnell. Die Sachen in die Schränke geräumt, drehten wir noch 'ne Runde über den Campground. Berauschend schön ist er nicht, das wussten wir ja. Der Highway ist gut zu hören und auch die Flieger haben eine Bahn über den Campground... obwohl, die anzuschauen interessanter ist als diese Dauercamper. Erst waren wir ein bisschen frustriert, dass wir diesen Platz und nicht wieder einen am Zaun zugewiesen bekommen haben. Unser Rundgang zeigte uns aber, dass wir hier besser aufgehoben sind: Die Toiletten sind näher und da hinten stehen Zelter, die gut laut Musik anhaben. Die anderen Camper, die offensichtlich ebenfalls gemietet sind, haben sich mit Strom genommen und stehen deshalb gleich vorn am Eingang. Wir erachteten Strom nicht mehr als notwendig und haben dadurch bestimmt einige Dollar gespart. Bisschen nervt der Pfau aus dem Streichelzoo, aber der ist halt überall zu hören. Sollten wir aus dem noch 'nen "Turkey" machen? Backofen haben wir ja dabei und auch noch ausreichend Gas... war ein Spaß - Ruhe kann er jetzt trotzdem geben. Holz knackt im Kessel, das erste Bier ist aufgemacht, nun geht's bei untergehender Sonne ans Genießen.

 

Mittwoch, 15.06., 9.50 h - Gestern wurde das gesamte Holz verfeuert: Unsere Stufe und die Levelbretter sowie das noch vorhandene gehackte bereiteten uns ein langes Feuer, auch noch unterstützt von Papier. Die Pappe haben wir sein lassen, die machte so komisch grüne Flammen. Ich bin dann bei und habe mein kariertes Hemd bearbeitet: Knöpfe abgeschnitten, die Taschen und ein Stück aus dem Rückenteil. Diese Elemente will ich noch mal bei etwas anderem verarbeiten. Nun wurde das Hemd - der Rest - in die Flammen gelegt. Ein schönes Feuer loderte auf, mir war weh ums Herz :-( Dieses Hemd hatten mir meine Eltern 1996 von deren ersten Reise für mich aus Kanada mitgebracht. Bis auf die letzten Jahre habe ich es gern getragen, zum Schluss nicht mehr, weil der Kragen schon total kaputt war. Aber diese 3 Wochen hat es mir noch gute Dienste geleistet und es sollte "feierlich" und würdig entsorgt werden. Nicht einfach so in der Mülltonne landen. Bis 11e hatten wir unsere feurige Unterhaltung, dann kamen gleich die Mücken wie verrückt an. Diese Fanglampen auf dem Campground richten da nicht viel aus! Vorsichtshalber den Kühlschrank ausgemacht, weil Thomas Gepiepe die Nacht befürchtete, legten wir uns hin. Der Flugverkehr hatte nachgelassen bzw. eine andere Flugbahn genommen, der Pfau hielt auch seinen Schnabel und der Hgw-Verkehr war zu ertragen. So schliefen wir gut ein. Am Morgen zwecks Pinkeln mal kurz raus aus dem Schlafsack-Decken-Gewusel, wieder rein und weiter bis halb 9 gepennt. Das Frühstück fällt diese 2 Tage "continental" aus - wobei ohne Toast; hatten wir schnell gemacht und genüsslich vertilgt, nebenher das Abreisen einiger Busse beobachtend. Heute weht ein kräftiger Wind und es ist recht frisch. Bewölkt, nur ab und an mal kann die Sonne durchblinzeln. Hauptsache es bleibt trocken!              10.35 h - Ich bin mit der Duschprozedur schon fertig und habe mir vorsorglich den Schlüssel geben lassen. Thomas braucht für seinen "Luxuskörper" immer so lange... verstehe ich nicht. Ich hatte ein wenig Schwierigkeiten, warmes Wasser zu bekommen. Als ich endlich die Lösung fand, war bestimmt schon eine von 5 min mit Kaltwasser weg! Es baute sich schon ein wenig Wut auf, dass ich nur kaltes Wasser habe, da drehte ich einfach den anderen Hahn auf, der mir zwar aussah wie ein "Nothahn", aber es kam nun warmes Wasser. Sehr eigenartig diese Wasserhahnkonstruktion. Der Hahn sah sehr viel anders aus und ist auch ein ganzes Stück weg von Kaltwasserhahn. Aber bei den Kanadiern wundert micht mittlerweile auch nichts mehr. Von Standard haben die noch nicht wirklich viel gehört... oder wir in Deutschland sind schon zu sehr standardisiert.            20.00 h - Wir verstauten alles fahrsicher und fuhren zur C-Train-Station - keine 10 min, hatten wir den Parkplatz der Sunridge Mall erreicht. Mit Kleingeld für die Bahn gerüstet (passend zu bezahlen ist sehr von Vorteil, Scheine nehmen die Automaten gar nicht und die Kanadier wechseln da nicht gern!), gingen wir zuvor noch bei CAA rein und holten uns einen neuen Stadtplan von Calgary. Nun Tickets gelöst und die Bahn erwartet. Wir fanden nicht wirklich den Fahrscheinentwerter und sind so wohl mal schwarz bis zum Zentrum gefahren. Jetzt ging's los, die Straßen kreuz und quer in Angriff zu nehmen. Gute Geschäfte findet man in der 8th Ave oder auch Stevens Ave. Wir holten noch ein bisschen Geld, wollten wir doch für heute abend und zu Hause noch Whiskey kaufen. Wir machten uns auf den Weg, den Musiksender "Country 105" zu finden. Unschlüssig gingen wir erst mal in eine Richtung, nachdem wir die entsprechende Straße erreicht hatten. Die "fortlaufenden" Hausnummern machten riesige Sprünge, Gott sei Dank waren wir instinktiv in die richtige Straßenrichtung eingebogen, denn nun standen wir vor dem Gebäude mit der Nr. 630. Da soll ein Countrymusiksender drin sein? Sah eher aus, wie son Öl-Geschäfts-Gebäude: von außen waren nur diese braunen Spiegelfenster zu sehen - nichts weiter. Keine Tafeln außen, welche Firmen hier ansässig sein können... na dann mal rein ins hübsche Gebäude und geschaut, ob drinnen ein Wegweiser ist. Eine riesengroße Halle eröffnete sich, nach einem Rundblick sahen wir auch 'ne Schreibtischecke - eine Art Empfang - von dem Sender. Wir sprachen die junge Frau an, erklärten ihr, wer wir sind und dass wir den Sender "Country 105" per Internet hören. Wir fragten, ob sie CDs oder ähnliches zu verkaufen hätten. Das war mehr 'ne Floskelfrage - natürlich verkaufen Radiostationen keine CDs! Aber es brachte die Dame aufs Gespräch und sie gab uns Sticker. Sie machte auch bereitwillig ihren Platz frei, damit wir fotografieren konnten. Nach unserem Toilettengang meinte Thomas, es wäre ja schön, wenn er und der Schriftzug gemeinsam auf einem Foto sind... wir machten nochmals Aufnahmen - diesmal "durfte" sie an ihrem Schreibtisch sitzen bleiben. Jetzt noch das Gebäude von außen fotografiert - das war's, kurzer schmerzloser Besuch beim Sender "Country105"! Inzwischen waren wir schon etwas fußlahm, weil wir wirklich kreuz und quer die Straßen durch die Straßen gelaufen waren, um den Stampede-Laden zu finden... ob sich Thomas nun nicht mehr an die richtige Stelle erinnerte oder ob der Laden vielleicht auch umgezogen war (wie Alberta Boots)... wir wissen es nicht, wir fanden den Laden nicht. Dafür gab dieser "Stadtbummel" tolle Blicke auf die Architektur frei: alte Gebäude eingerahmt von neuen und hypermodernen Hochhäusern. Leider verschwindet doch von Jahr zu Jahr - oder sagen wir wenigstens von Reise zu Reise - immer mehr von der urigen 1920er Jahre Architektur, oder auch Zeiträume davor. Eben der Baustil, der vorherrschte als Calgary von einem Kuhdorf zur Stadt wurde. Diese 2-Millionen-Stadt wächst nicht nur in alle Himmelsrichtungen, sie zerstört sich leider auch den sehr schönen historischen Stadtkern. Das finden wir persönlich sehr schade. Immer mehr alte Häuser, ganze Blocks, werden abgerissen und entweder mit Hoch- oder Parkhäusern bebaut, wenn nicht, dann als einfache Parkfläche genutzt. Nun, wir können da nur "leider" sagen  und haben wenig Einfluss auf die Denkweise der Stadtplaner.               Trotzdem war es ein schöner Stadtbummel und ein wenig haben wir ja auch den Umsatz angekurbelt. Überall ist schon volle Vorbereitung auf die Stampede zu spüren; Werbung ohne Ende. Am 08. Juli geht es los. Dann Calgary Downtown erleben, das wäre mal was! Jetzt aber mit der C-Train zurück; Thomas wurde noch gefragt, ob dass die Bahn nach Whitehorn ist... er bejahte, obwohl wir uns selbst nicht so sicher waren; sehr bald erkannten wir jedoch bekannte Stationen. Unser Camper stand unversehrt ohne Strafzettel da - warum sollten wir auch einen bekommen? Schließlich hätten wir ja auch die ganze Zeit in der Mall gewesen sein können, groß genug ist sie. Auf anderer Straßenseite sahen wir einen Liquor-Store für besagten Whiskey. Jetzt gab es jedoch kleine Missverständnisse, weil ich annahm, wir wollten erst zu diesem Store und dann 'ne Waschanlage aufsuchen. Dadurch kreisten wir ein bisschen in dem Areal umher. Ergebnis war, dass wir keine Waschstation gefunden haben, im ersten Liquor-Store nur 'ne kleine Buddel für heute abend und im nächsten eine große für zu Hause kauften. Entnervt legte Thomas fest, dass wir das Fahrzeug nicht mehr waschen, weil auch nichts im Vertrag steht, dass wir das müssen... irgendwie bekommen wir das schon geregelt. Inzwischen regnete es auch wieder mal, so dass dieser Regen noch 'ne Säuberung vornehmen kann. Haben wir Schwein gehabt: Solange wir shoppen waren, blieb der Himmel trocken; nur bei dem Gefahre in diesem Areal regnete es wieder und man konnte sich über diese blöden Scheibenwischer leicht ärgern... man sieht einfach nichts!             Wir trafen ca. 16.00 h wieder auf dem Campground ein, jetzt erst mal 'nen Kaffee und den Rest Müsli... schließlich war heute Reste-Vertilgungs-Tag. Wir fingen an, das große Werk der Aufräumung in Angriff zu nehmen: Taschen packen, noch weitere Sachen aussortieren, was hier bleiben soll und die ganzen "Einkäufe" verstauen. Das Taschepacken klappte prima - ich bin begeistert! Eigentlich passt alles gut rein... hoffentlich, denn morgen sind noch die Fleecedecken und die Schlafanzüge zu verstauen. Aber mit unseren Entsorgungsaktionen haben wir gut Platz für die Neuanschaffungen gewonnen. Es lichtete sich der Himmel, genau der richtige Moment, um die Aufnahmen vor dem coolen Wagen zu machen. Das arme Teil rostet hier so vor sich hin... Für diese Fotosession zog ich die neuen Stiefel, die neue Jacke und den Hut auf... ist schon schade, dass man dieses Auto nicht mitnehmen kann. Die Karre gefällt mir gut, wobei wir nicht wissen, was das für ein 'ne Marke ist. Ich tat mal so, ob's meins wär und ich mich voller Stolz mit dem Wagen präsentiere... Die Taschen sind hoffentlich optimal gepackt, so dass vor allem die Flasche nicht kaputt gehen kann... die Fächer, die leer sein sollen, sind leer... nun wurde es Zeit, das Abendessen zu sich zu nehmen. Reste: Nudeln, Kartoffel, Wurst, Zwiebel... nä, ne halbe musste entsorgt werden... Ketchup - alles leer. Eine Dose Mais ist noch über. Bisschen Nudeln schafften wir nicht mehr - weg! Nun noch die günstige Abwaschgelegenheit genutzt und 'nen Eimer voll heiß Wasser mitgenommen, um im Camper die Säuberung vorzunehmen: Fächer auswischen, Abwäsche säubern, Herd reinigen, Bad und was alles noch so zu wischen ist. Fertig! Ein großer Regenguss mit Gewitter kündigte sich an, doch da saßen wir schon unter der Überdachung des Office und gönnten uns 'ne Pause und dem Camper von innen Gelegenheit zum Trocknen, was bei diesem feuchten Wetter nicht wirklich gelingt. Nebenbei schon mal 'nen Schluck Whiskey.              Inzwischen sind wir längst mit allem fertig - außer dem Whiskey. Haben noch die 5 Teelichter angezündet, dem Regen und Gewitter gelauscht sowie den landenden und startenden Flugzeugen. Meine Hand ist lahm vom Schreiben, puh! Sinniert haben wir schon mal kurz, eine nächste Reise weiter in den Juni zu verlegen, um die Rodeos - einige wenigstens - mitzuerleben. Während wir hier so sitzen - ich schreibe wie ein Held - regnet es heftig. Calgary weint! Warum? Wegen uns? Wir kommen doch bestimmt bald wieder. Oder mag uns Calgary nicht? Hat es uns doch 2005 schon so nass verabschiedet. Wir mögen Calgary. Wir wissen nur nicht, warum es immer weint...

 

Donnerstag, 16.06., 11e h - Den Abend haben wir bei Kerzenschein und 300 ml Whiskey ausklingen lassen und sind früh zu Bett, gegen halb 10 schon. Was sollten wir auch machen? Alles gepackt und sauber - außer dumpen, mussten ja eh noch auf Klo... Der Wind blieb den Abend so heftig, gut dass wir nicht mehr vor hatten, ein Feuerchen zu machen. Wir schliefen gut ein, bis wir vom heftigen Regen geweckt wurden - so gegen 4. Ab da haben wir nur noch teilweise wach gelegen, teilweise auch wieder eingenickt. Der Regen hörte auf, nur um kurz aufzutanken, um weiter regnen zu können... nach der 2. Pause lauerte man schon, wann es denn endlich weiter geht... Mir war es dreiviertel 7 zu bunt, noch die 20 min bis zum Weckerklingeln abzuwarten. Kaffee hatten wir noch genug, also machte ich mir schon mal einen und rauchte aus der Tür eine Zigarette. Nun war Thomas dran mit Aufstehen, der Wecker sagte es ihm. Auch er bekam seine erste Tasse Kaffee. Tisch decken, das bescheidene Frühstück vertilgt, noch 'ne Tasse Kaffee. Um dem Morgen etwas Gemütlichkeit abzuringen, zündete ich noch 3 Kerzen vom Vorabend an. Beim Frühstück legten wir dann die Reihenfolge fest, was zu tun ist, denn es regnete immer noch stark und hatte den ursprünglichen Ablauf etwas durcheinander gebracht. Nun wurde es mit einem Mal eng im Camper, aber gutes Teamwork sieht darüber hinweg! Erst mal Abwaschen - im Camper! Wir hatten ja nicht viel und noch ausreichend Platz in den Tanks. An Lebensmitteln waren nur noch ein Stück Brot und Margarine übrig, die in den Müll mussten. Einen Teil Klamotten hatten wir abends schon in einen Sack getan und entsorgt. Die restlichen "Arbeitsklamotten" wollten wir bei Canadream entsorgen, weil wir sie wegen des Regens noch brauchten. Thomas hievte zum wiederholten Male die Taschen von der Bank aufs Bett, vom Bett auf die Bank, nun wieder die eine Tasche aufs Bett, die andere auf die Bank... das Verstauen der letzten Utensilien war geglückt! Meine Tasche zu schließen war nur mit vereinten Kräften möglich, Thomas seine schaffte ich allein zu schließen. Noch die Flaschen mit Wasser in den einen Rucksack, die Technik in den anderen... gut, dass wir noch 'ne Plastetüte hatten, da mussten die Hüte rein. Es regente immer noch! Jetzt noch Klo sauber machen, die Becken auswischen, all das nasse Zeug da rein, Bett war auch schon abgezogen. Thomas legte fest, dass ich auf der kurzen Fahrt zur Dumpstation hinten verbleiben soll, allein schon, weil die Beifahrerseite durch eine tiefe Pfütze nicht zu erreichen war. Ha, das war 'ne Fahrt! Das arme Geschirr, wat dat die janze Zeit durchgeschaukelt wurde, kein Wunder, dass immer alles durcheinander lag! Ich konnte die kurze Fahrt nicht im Stehen verbringen, kniete mich auf den Boden und hielt mich mit beiden Händen fest! Das vorgehabte Wischen zwischendurch war gar nicht durchführbar! Ich wischte nun, als Thomas mit dem Dumpen kämpfte. Ich spülte von innen wie ein Held, aber die Anzeige änderte sich nicht. Diese ganze Prozedur ließ Thomas nun endgültig durchweichen! Wir brachen ab, es musste alles raus sein - blöde Anzeige wieder mal! Auch kam nun der nächste Camper und nach 15 min dumpen muss das Teil leer sein. Noch fix rein ins Sanitärhaus, vor der Tür noch eine kurze Unterhaltung mit einem Deutschen, der sehr verwundert über das Wetter war: Er kennt die Prärie mit 40°C... Ach was, das ist nichts neues, dass es in Calgary so regnet: 2005 Jahrhundertregen, 2007 landeten wir bei Regen, 2011 starten wir dann wieder mal bei Regen... Das kurze Gespräch beendet, stiegen wir in den Truck und fuhren schnurstracks zur Abgabe. Etwas über unsere geplante Zeit waren wir, aber immer noch rechtzeitig, um den Camper bis 10e abgeben zu können. Wir waren schon auf die Kosten gespannt. Rein ins Office... wieder mal gutes Timing, denn nach uns wurde es voll, weil auch schon Leute kamen, ihr Fahrzeug in Empfang zu nehmen. Bisschen hektisch wirkte nun alles, trotzdem bekamen wir jemanden zugeteilt, der unseren "unit checkt". Der kurvte noch ein besschen auf dem Platz umher und fing mit der Kontrolle an. Uns bedeutete er, dass wir uns in den Fond setzen können, da es eine Weile dauert. Wir verdeutlichtem ihm jedoch, dass wir schon unser Gepäck ausladen wollten... machten wir dann so und Thomas ging zu ihm zurück, um die restlichen Punkte abzuklären. Natürlich gab es bei der Windschutzscheibe kein Erbarmen und zack waren $500 weg! Beim Tankstrich hatten sie sich sehr, sehr kleinlich: für nur 1 mm unter 1/4 - man kann das unmöglich genau einschätzen! - zogen Sie uns $65 ab. Das fanden wir denn doch etwas heftig, äußerten das auch, aber es half nichts. Für die zuviel 141 gefahrenen Kilometer zogen sie nicht ganz $50 ab - das war okay und in den letzten Tagen schon eingeplant. Die 65 Dollar wurmten aber noch mächtig, zumal wir für den einen kaputten Campingstuhl und die fehlenden Bügel keine Erstattung bekamen! Nun erlebten wir auch ein wenig Kompetenzgerangel unter den Damen bei Canadream, wer denn wohl was zusagen darf... im Ergebnis ließen wir den Sack mit unseren nassen Klamotten einfach da stehen... es wird sich bei dem Kompetenzgerangel schon jemand heraus kristallisieren, der den wegräumen darf... Die beiden Damen schienen sich nicht "grün" zu sein, das darf aber letztendlich der Canadream-Kunde nicht zu spüren bekommen... Wir tranken noch unsere heiße Schokolade - die tat sehr gut -, als mit einem Mal alles sehr schnell ging: unser Transfer zum Flughafen stand bereit.         16.27 h - Wir hatten einen ersten Rundgang getätigt und noch Kleinigkeiten gekauft. Auch 'ne Ecke zum Rauchen gefunden - draußen über die Straße! Gegessen haben wir inwzsichen für je $10 beim Chinesen: man konnte sich aussuchen, was man auf dem Teller haben will. Das war gut, so brauchten wir nur zeigen dies, dies, dies und dies und der Teller war voll - hat sehr lecker geschmeckt. Wir sind dann wieder zurück auf unsere gemütlichen Plätze und es übermannte uns ein Nickerchen. Zuvor hatten wir die Rucksäcke miteinander gesichert, so dass sie beim Klau doch hinderlich wären. Habe doch immerhin über eine Stunde abgenickt, wie lange Thomas geruht hat, weiß ich nicht. Wir gingen jeder mal zur Toilette, die einen etwas längeren Weg in Anspruch nahm, aber wir haben doch Zeit! Ich machte noch einen Schmok in einer neuen Ecke... da brauchte ich nicht durch den Regen. Jetzt endlich war das Einchecken möglich, taten wir auch sofort, weil wir gern das Gepäck los werden wollten. Bewegt sich ohne doch besser. Leider wurden wir es nicht sofort los und mussten es zum Kaffeetrinken noch mal mit nehmen. Aufgemacht zu Starbucks... wenn man nicht ordentlich liest, bekommt man Eis statt Kaffee: wir bestellten Coconut-Creme und erhielten eine Art Smooth - eiskalt natürlich und fürchterlich süß! Schönen schwarzen heißen Kaffee holten wir uns danach bei Tim Hortons! Diese Aktionen ließ uns das ganze Kleingeld loswerden... Nun dallerten wir wieder zurück, ich machte noch 'nen Schmok... jetzt endlich wurden wir unser Gepäck los. Im Übrigen ist es neben dem Regen auch mächtig kalt. Heute morgen zeigte das Thermometer nur 6°C an. Und es sieht nicht so aus, als ob es wärmer geworden ist. Also mir wurde ein bisschen kalt, bestimmt auch durch die Müdigkeit. Aber wenn ich sehe, dass hier etliche Leute mit Badelatschen - jaaaa, diese Flipflops - rumlaufen, wird mir anders. Meine Stiefel selbst gehen ja noch, vorhin sah ich eine mit Fellstiefeln rumlaufen. Krasse Gegensätze!            21.52 h - Irgendwie verging die Zeit, wir kauften noch wieder paar Kleinigkeiten und trafen das Pärchen aus dem Transferfahrzeug wieder. Wir unterhielten uns, wobei wir mehr von unseren Eindrücken und Erfahrungen berichteten. Sie beendeten die Unterhaltung - unsere Erzählung! - höflich, weil sie auch noch etwas shoppen wollten. Noch einmal raus zum Rauchen, auf Toilette, zum Check-In... hier noch mal in die Läden geguckt, nichts neues... wurde auch schon zum Boarding aufgerufen. Wir nahmen unsere Plätze ziemlich am Ende der Maschine ein... wir warteten noch zwei Maschinen ab und starteten. Nun passierte auch nicht mehr viel: Es gab gleich die Frage, was man trinken möchte, wir nahmen diesmal Whiskey! Ich dann noch Rotwein zum Abendessen. Weil ein kleines Missgeschick passierte, brachte die Flugbegleiterin uns noch einen Whiskey. Nach dem Abendessen - es gab wieder Chicken mit Muskartoffeln und Bohnen, einen Gurkensalat, Brötchen und lecker Kuchen - wurde das Licht ausgemacht, wir sollten die Fensterblenden runtermachen: Schlafenszeit war angesagt. Okay, Ohrstöpsel rein, soweit es geht, gemütlich gemacht und Augen zu.            London, 15.05 h - und tatsächlich bin ich doch erst 'ne Stunde vor der Landung wieder aufgewacht! Allerdings taten mir die Waden und Füße weh. Ich dachte, die platzen. Mit bisschen im Flieger hin- und herlaufen, waren die ersten Schmerzen abzulösen. Inzwischen warten wir längst auf den Flieger bzw. sitzen am Gate 20 und warten auf Boarding...     Samstag, 18.06., 12.25 h - Wir sind inzwischen längst wieder zu Hause, aber diese besondere Begebenheit ist denn doch noch zu notieren: Wie wir so in London beim Anstehen beim Boarding sind, meinte Thomas "Du, ist das nicht Ina Müller da vorn?" Nun, ich war mir nicht sicher und erwiderte, dass sie zumindest dolle Ähnlichkeit hat. Man müsste sie sprechen hören... dauerte auch nicht lange und wir vernahmen ihre Stimme. Ja, die gehörte zu Ina Müller. Cool, mit Ina Müller in einem Flieger... - wir mögen ihre Show "Inas Nacht" sehr - Prominenz zugegen, ohne 1. Klasse... Angesprochen haben wir sie jedoch nicht, weil sich der Eindruck eröffnete, dass sie nicht erkannt werden wollte. Das respektierten wir. Langsam - wie immer - kamen wir auf unsere Plätze zu und bemerkten, dass Ina Müller ganz in unserer Nähe zu sitzen scheint. Was war das? Bei unserer Sitzreihe verweilte sie und setzte sich auf 19C! Ich hatte 19B und Thomas 19A... wir saßen somit direkt neben ihr! Noch cooler... aufregend. Trotz, dass wir direkt neben ihr saßen, sprachen wir sie nicht an, weil sie sehr unter Flugangst litt. Das wurde besonders bei den Turbulenzen deutlich... wir haben Anstand und störten sie nicht in ihrer Konzentration, gegen die Flugangst anzukämpfen. Uns reicht die Erinnerung, sie neben uns erlebt zu haben ;-)